Lindsay Lohann nennt es Kunst

30 04 2010

Lindsay Lohan wird von dem Fotografen Tyler Shields fotografiert – das ist nichts Außergewöhnliches. Ebensowenig, dass zu den Aufnahmen ein sogenanntes „Behind the Scenes“-Video gedreht wurde. Für YouTube war dieses Video allerdings zu scharf, weshalb es nur von Personen, die über 18 sind, angesehen werden darf.





Warum die Phonoindustrie Kinderpornos braucht

29 04 2010

Kinderpornographie ist großartig. Sie ist großartig, weil Politiker verstehen, was Kinderpornographie ist. Wenn wir diese Karte ausspielen, werden sie handeln und anfangen, Webseiten zu blockieren. Und sobald sie das getan haben, können wir sie dazu bewegen, auch Filesharing-Seiten zu blocken.“ – Johan Schlüter, Anwalt der International Federation of the Phonographic Industry





Google wegen Nicht-Zensur zu Geldstrafe verurteilt

24 03 2010

Zwei Teenager haben eine Klage eingereicht, weil sie sich über die Inhalte auf einigen Orkut-Seiten mit sexistischen Witzen geärgert hatten. Ein brasilianisches Gericht hat nun gegen den Internetkonzern Google ein Bußgeld verhängt, weil dieser sich weigert, die entsprechenden Seiten zu zensieren. Die Strafe beträgt 2.700 Dollar für jeden Tag, an dem die fraglichen Inhalte auf den Seiten noch zu sehen sind oder neue hinzu kommen. Das Argument, dass Google weder die technischen Möglichkeiten noch das Geld besitzt, um die Inhalte auf der Netzwerkseite Orkut, die Facebook ähnelt, zu kontrollieren, ließen die Richter nicht gelten. Vielmehr waren sie der Meinung, dass Google dies in China sehr wohl geschafft hat.





Zensur-Gesetz unterschrieben

17 02 2010

Der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Horst Köhler, hat das umstrittene Gesetz zur Sperrung kinderpornografischer Inhalte im Internet unterzeichnet. Das Bundespräsidialamt teilte mit, dass „keine durchgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken“ bestanden hätten. Die Bundesregierung setzt inzwischen allerdings auf das Löschen statt auf das Sperren entsprechender Inhalte; Sperrungen sollten nur im Notfall vorkommen. Köhler geht deshalb davon aus, dass Pädopornographie im Internet nun effektiv und nachhaltig bekämpft werden kann. Konstantin von Notz (Grüne) kritisierte jedoch, dass bisher noch kein Entwurf für ein Gesetz zum Löschen von Seiten vorliege.





Zwei Mal China

19 01 2010

James Camerons Film „Avatar“ wird in China aus den Kinos genommen. Da es in China regelmäßig zu Zwangsumsiedelungen kommt, wollen die Behörden vermeiden, dass die Bürger daran erinnert werden. Gleichzeitig haben chinesische Hacker erneut Google angegriffen, indem sie mehrere Gmail-Konten geknackt und die E-Mails an andere Adressen weitergeleitet haben. Unter den Betroffenen sind Journalisten.





Upload von Videos nur mit staatlicher Genehmigung?

18 01 2010

Silvio Berlusconi möchte Ende Jänner ein Gesetz verabschieden, welches den Upload von Videos ins Internet mit dem Betreiben eines Fernsehsenders gleichstellen soll. Dadurch müsste künftig jeder Upload vom italienischen Ministerium für Kommunikation genehmigt werden. Kommentar der Opposition: „Italien tritt dem Club der Zensoren bei, zusammen mit China, dem Iran und Nordkorea“. Der Blogger Alessandro Gilioli vermutet: „Es ist die Berlusconi-Methode: Entledige dich deiner potenziellen Feinde, wenn sie noch klein sind. Deshalb muss jeder, der Web-TV macht, auch vom Dachboden aus, eine Genehmigung vom Ministerium einholen und weitere bürokratische Auflagen einhalten.“





Kippt Zensur-Gesetz?

27 11 2009

Ursula von der Leyens Gesetz zur Sperrung von Kinderpornografie-Seiten droht jetzt zu kippen. Bundespräsident Horst Köhler will das Gesetz für Internet-Sperren vorerst nicht unterzeichnen. Er habe die Bundesregierung um ergänzende Informationen zu dem Gesetz gebeten, das nach Meinung von Experten verfassungswidrig sein könnte. Das Gesetz stammte noch aus der Zeit der große Koalition. CDU/CSU und FDP hatten sich aber in ihren Koalitionsverhandlungen im Oktober darauf verständigt, die umstrittenen Bestimmungen nicht anzuwenden. Kinderpornographische Websites sollen nicht gesperrt, sondern gelöscht werden. Ohne die Unterschrift von Köhler tritt das Gesetz nicht in Kraft.





Rammstein-Album zensiert

7 11 2009

rammstein-liebeDas Album „Liebe ist für alle da“ der deutschen Rock-Gruppe Rammstein wurde indiziert. Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichten die Musiker folgende Stellungnahme: „Urteilsspruch: Das neue Rammstein-Album ist auf Antrag des durch die Ministerin von der Leyen geführten Bundesministeriums indiziert worden und wird künftig lediglich unter der Ladentheke zu haben sein. Volljährige sollten ihren Ausweis nicht vergessen und dann beim Händler ihres Vertrauens nachfragen.





Unkommentiert (Folge 1)

24 10 2009




Wenn das Gesichtsbuch das Gesicht verliert

23 10 2009

Mein Verhältnis zu Facebook ist gespalten. Das sage ich als aktiver User mit fast 500 „Freunden“. Denn der Umgang der Nutzer in und mit Sozialen Netzwerken ist nicht immer unproblematisch. Ob die Zeit, die damit verbracht wird, täglich sinnarme, und nicht einmal originelle Tests zu machen, um dann zu erfahren, dass man heute 87% sexy ist (und es egal ist, ob man aussieht wie ein Mülleimer oder wie der Fleisch gewordene Traum des anderen Geschlechts), nicht wesentlich sinnvoller genutzt werden kann, sei dahingestellt. Der Mensch braucht einen Tropfen Zerstreuung und findet einen Ozean. Facebook-Gruppen wie „Tod für Berlusconi“ oder „Uccidiamo Berlusconi“ zeigen hingegen ein anderes Bild der Web-2.0-Gemeinschaft. Auch wenn die Gruppen als „Just for fun“ gekennzeichnet waren, 17.000 Mitglieder sind nicht zu ignorieren. Dass die Aktions-Website geschlossen werden soll und bereits Anzeige erstattet wurde, kann unterschiedlich aufgefasst werden. Lächerlich, kleinkariert, antidemokratisch heißt es auf der einen Seite, notwendig und in diesem Fall richtig auf der anderen. Was „Just for fun“ ist, wird damit zum Streitgegenstand. Ob man Klopapier vor Gebrauch faltet oder verwurstelt, mag als Spaßbekenntnis durchgehen, bei einem Mordaufruf, wer immer auch das potentielle Opfer ist, wird es schon schwieriger. Die Oxford-Professorin und Bestseller-Autorin Susan Greenfield vertritt die These, dass Computertechnologien das menschliche Bewusstsein massiv verändern und das Gehirn infantilisieren können: Computerspiele verkürzen die Aufmerksamkeits-Spannen bei Kindern und fördern ADHS; Personen, die zu viel Zeit in Cyberwelten verbringen, leben nur für den „Thrill of the Moment“; durch Computerspiele kann der Sinn für Metaphern und abstrakte Konzepte verloren gehen, weshalb die Psyche der Zukunft mehr einer kindlichen als einer erwachsenen ähnle. Andererseits werden Fähigkeiten wie Vorstellungskraft und Einfühlungsvermögen in Cyberwelten seltener gefordert. Dadurch verkümmere möglicherweise der präfrontale Kortex, jenes Hirnareal, in dem Fantasie und Empathie angesiedelt sind. Die Folge könnte gesteigerte Risikofreude, Gier und Rücksichtslosigkeit sein. Just for fun.