Panikknopf gegen Kindesmissbrauch?

19 03 2010

Die Verantwortlichen des Sozialen Netzwerks Facebook denken darüber nach, einen „Panikknopf“ gegen Kindesmissbrauch zu installieren. Mit dem Knopf sollen die Nutzer einen virtuellen Alarm auslösen können, wenn Inhalte oder Profile auf Facebook den Verdacht auf Pädophilie wecken. Der britische Minister Alan Johnson hat sich am Donnerstag bereits mit Vertretern von Facebook getroffen. Anlass dazu war die Vergewaltigung und der Mord an der 17-jährigen Ashleigh Hall. Der Mörder Peter Chapman hatte das Mädchen über Facebook angelockt. Er wurde unlängst zu 35 Jahren Haft verurteilt. Im April sollen weitere Gespräche zwischen Facebook und der „Child Exploitation and Online Protection“ (CEOP) stattfinden. Die CEOP ist eine Organisation, die pädophile Aktivitäten online aufspürt und zur Anzeige bringt.





Buzz will Facebook, Twitter und Co. überflüssig machen

10 02 2010

Mit Buzz will der Internet-Riese Google sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter den Kampf ansagen. Für Google soll Buzz in erster Linie ein gigantischer Datensauger werden. Er soll dem Konzern endlich jene Bereiche zugänglich machen, die in der umfassenden Sammlung noch fehlen und so möglichst viele Informationen über private Netzwerke, Freundschaftsbeziehungen und das Alltagsleben aller Nutzer bringen. Einige erfolglose Versuche auf diesem Terrain hat Google bereits hinter sich: Orkut, Profiles und FriendFeed. Mit dem Accountnamen bei Buzz sind eine Vielzahl weiterer Informationen verknüpft: die gespeicherten Suchanfragen der vergangenen neun Monate etwa, als Google Docs gespeicherte Dokumente oder Picasa-Fotos. Bei Buzz allerdings werden die sozialen Informationen um eine zentrale Komponente erweitert: den Aufenthaltsort.





Facebook sammelt Daten über Nicht-Mitglieder

5 02 2010

Facebook sammelt mit Hilfe seiner Nutzer auch über Nicht-Mitglieder Daten. Ein paar Beispiele:
1) Die Facebook-Applikation für das iPhone bietet bei der Einrichtung an, alle im Handy verfügbaren Kontakte an Facebook zu übertragen.
2) Bei der Einrichtung eines neuen Accounts bietet Facebook an, das eigene E-Mail-Konto zu durchsuchen, um Freunde auf Facebook zu finden. Gibt man die E-Mail-Adresse sowie das Passwort seines Mail-Accounts an, wird die eigene Mailbox durchforstet.
3) Verbindungen werden auch dann hergestellt, wenn ein Mitglied nach dem Namen eines Nicht-Mitglieds sucht oder wenn beide etwas gemeinsam haben, zum Beispiel Wohnort, Schule oder Arbeitgeber.
Facebook-Nutzer müssen sich bisher selbst um die Pflege der von ihnen hochgeladenen Daten aus dem Freundes- und Bekanntenkreis kümmern. Man kann sie zwar löschen, aber dies geschieht auf einer gut versteckten Seite.





Erkenntnisgewinn oder narzisstische Selbstbespiegelung?

5 02 2010

Formspring.me erlaubt es, sich von fremden Menschen Fragen stellen zu lassen – nach dem Motto „Frage einfach alles“. Den Hintergrund dazu beleuchtet der Artikel „Die Wahrheitsmaschine„.





Warum wir Smileys brauchen und nicht nur sie

4 02 2010

Die digitalen Medien haben eine bemerkenswerte Eigenschaft: Sie ermöglichen schriftliche Kommunikation, die nicht-schriftlichen Regeln folgt. Anders formuliert: Es wird zwar getextet, gesimst und gechattet – alles in „gedruckten“ Buchstaben -, aber das Gespräch selbst könnte so auch von Mund zu Mund stattgefunden haben. Das führt dazu, dass typische Zusatzinformationen wie Mimik, Gestik und meinetwegen auch Paraverbales fehlen. Das drängt uns dazu, dauernd Smileys zu setzen. Ich ertappe mich selbst dabei, immer wieder bei Belanglosigkeiten ein 🙂 dahinterzusetzen, damit noch mein Wohlwollen transportiert wird. Aber ist denn das überhaupt nötig? Ist mein Text ansonsten so unverständlich, dass es das braucht? Wenn er das ist, dann sollte ich überlegen, ob ich auf die Äußerung auch hätte verzichten können. Paraverbales wie zum Beispiel „äh“ und „öh“ filtern wir in einem Gespräch unbewusst heraus. Einige Schüler lieben es zwar, die „äh“s und „öh“ ihrer Lehrer zu zählen, aber normalerweise schenken wir diesen wenig Aufmerksamkeit. Stellen wir uns nun vor, dass jemand in seiner schriftlichen Online-Kommunikation diese paraverbalen Eigenheiten weiter pflegt. Der Text wäre bzw. ist kaum zu verstehen, auf alle Fälle brauchen wir viel länger dazu. Es spricht nichts dafür, so etwas in digitalen Medien von sich zu geben, doch kommen hier ungeordnete Gedankenströme (James Joyce hätte seine Freude!) viel öfter vor als man glaubt. Einschlägige Foren und Blogs, die um einiges weniger Leser haben als Retrakon, dokumentieren das tausendfach. „ÄH ÄH ÖH ÖH da würde ich niemals süchtig machende stoffe reinmachen ! ^^ mh aber irgendwie seh ich doppelt hier steht überall das gleiche :o) *sich aber doch noch nen Keks nimmt wenn Sw…





Macht das Internet glücklich?

3 02 2010

Eine sehr geschätzte Leserin von Retrakon hat mich auf den Beitrag „Warum Bloggen glücklich macht“ aufmerksam gemacht. Darin schreibt der Blogger, dass er viele gute Bekanntschaften über das Internet geschlossen hat. Weiters bezieht er sich auf eine Studie, die besagt, dass das Internet keine negativen Auswirkungen auf die Sozialbeziehungen von Jugendlichen hat. Anders formuliert: Bloggen und Facebooken macht tatsächlich glücklich. Das bringt mich zur Frage, wie es bei mir persönlich aussieht. Macht mich Bloggen glücklich? Kenne ich mehr Leute, weil es das Internet gibt? Schon die erste Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Rechne ich die Freude an guten Diskussionen gegen den Ärger durch schlechte auf, komme ich wahrscheinlich zu keinem Ergebnis. Warum mache ich das überhaupt? Vielleicht aus einem Egoismus heraus, für mich zu dokumentieren, was mich interessiert und beschäftigt. Früher habe ich das auf kleinen Zettelchen gemacht (was ich nicht aufgegeben habe), heute ist es zusätzlich ein Weblog. Würde mich das Bloggen wirklich unglücklich machen, hätte ich es wahrscheinlich schon wieder aufgegeben. Ein Glücksgefühl stellt sich meistens dann ein, wenn ein Beitrag von besonders vielen gelesen und/oder kommentiert wird. Das ist mir aufgefallen. Wie sieht es aber mit der zweiten Frage aus? Kenne ich mehr Leute durch das Internet? Ehrliche Antwort: Letzten Endes nicht. Ich darf mich insofern als Internet-Pionier bezeichnen, als dass ich mich damit seit 1993 beschäftige, das sind immerhin 17 Jahre. Als es die ersten Chatrooms gab, war das etwas Besonderes und es gab eine Zeit, in der ich diese auch viel genutzt habe. Dadurch sind einige Bekanntschaften entstanden, die sich mehr oder weniger lange gehalten haben. Wie sieht es damit aus? Ich habe zu niemandem mehr Kontakt, den ich nur online kannte. Sogar mein erster Facebook-Friend – Leilani aus … keine Ahnung mehr woher – ist nicht mehr in meiner Freundesliste. Vielleicht fehlt einfach die Zeit dazu, solche Freundschaften zu pflegen (dann wäre ich mit Frank Schirrmacher, dessen Buch „Payback“ ich gerade lese, einer Meinung), vielleicht ist es auch die pure Oberfläche, die einem irgendwann auf den Geist geht (ja, wortwörtlich). Versöhnliches zum Abschluss: Mit den Leuten, die ich persönlich kenne, lässt sich per Internet oft sehr gut Kontakt halten. Zumindest darüber bin ich froh. Wie seht ihr das?





Wie Datenmüll uns schadet

31 01 2010

„Das Verhältnis meines Gehirns zur Informationsflut ist das der permanenten würdelosen Herabstufung. Ich spüre, dass mein biologisches Endgerät im Kopf nur über eingeschränkte Funktionen verfügt und in seiner Konfusion beginnt, eine Menge falscher Dinge zu lernen“. – Frank Schirrmacher