Verdrängt Internet-Slang die englische Sprache?

7 01 2010

Der bekannte Linguist David Crystal von der University of Wales behauptet, dass die englische Sprache von der Internet-Sprache bald verdrängt würde. User würden zunehmend eine verkürzte, idiosynkratische, d.h. eigentümliche Schreibweise erfinden, bei der auch die Rechtschreibung angepasst würde. Im Internet, vor allem in Blogs und Chatrooms, sind Texte in Umlauf, die vorher nicht korrigiert werden. Viele Menschen, die im Internet Geschriebenes veröffentlichen, passen ihre Orthographie der Phonetik an. Durch diese Internet-Sprache würden viele Wörter auch in die englische Schriftsprache integriert. Bekannte Internet-Ausdrücke wie „thx“ (verkürzt für „thanks“) oder auch „2mrro“ (statt „tomorrow“) könnten, so Crystal, innerhalb von fünf Jahren schon als offizielle Rechtschreibung gelten.





Frankreich vs. Google

20 08 2009

„Es geht um Geld, Geist, Zeit und Macht. Den Widerstand gegen die Digitalisierung der Bibliotheken dieser Welt durch Google und den Kampf gegen die Raubkopierer im Internet führt Frankreich auch im Namen des transatlantischen Kulturkriegs. Als Résistance gegen die Coca-Kolonialisierung der Köpfe. Als Verteidigung der Autorenrechte, als deren Heimat und Anwalt sich Frankreich nicht zu Unrecht fühlt. Denn sein Kampf, den man als ideologische Abwehrschlacht von ewiggestrigen Hinterwäldern belächelte, ist auch ein Engagement für die kulturelle Vielfalt.“ – Jürg Altwegg





Unbild zum Sonntag (Folge 2)

28 06 2009

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Unbild zum Sonntag (Folge 1)

21 06 2009

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„Trend zum Event“

18 04 2009

„Trend zum Event – Die neue Festkultur einer atemlos gelangweilten Gesellschaft“ lautet der Titel des neuen Buchs von Markus Dewald. Die „atemlos gelangweilte Gesellschaft“ erinnert ein wenig an Neil Postmans Klassiker „Wir amüsieren uns zu Tode“. Erschienen ist Dewalds Werk im Verlag Jan Thorbecke, einem der renommiertesten Sach- und Fachbuchverlage. In 11 Kapiteln auf 158 Seiten analysiert er kulturelle Entwicklungen in den westlichen Gesellschaften. In „St. Valentin – Konsumrausch in Rosarot“, „An Ostern geht’s so richtig los – Die Eröffnung des kollektiven Freizeitparks“ und „X-Mas statt Weihnachten“, um nur drei Beispiele zu nennen, versucht Dewald die Veränderungen an Hand einer Vielzahl von Beispielen aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen. Einerseits, so resümiert er, werden immer mehr Bräuche aus anderen Kulturen übernommen, andererseits verlieren traditionellen Feste aus dem eigenen Kulturraum zunehmend an Inhalt und verkommen zum reinen Event einer konsum- und spaßorientierten Gesellschaft. Dass der Verlag selbst mit Aussagen wie „Kritisch, ironisch, amüsant!“ und „Für alle, die im Spätsommer noch kein Weihnachtsgebäck kaufen wollen“ wirbt, dürfte ein kleines Zugeständnis an den durchschnittlichen Bücherkäufer sein, dem damit signalisiert wird, dass es sich nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung handelt. Dabei ist Dewalds Buch durchaus gut recherchiert, wartet mit zahlreichen bemerkenswerten, ja auch amüsanten Details auf und ist zudem ansprechend geschrieben. Das Thema selbst bleibt ernst. Schon zu Beginn seines Buches formuliert der Autor: „Der Mensch, nicht mehr ein denkendes, heute mehr denn je ein konsumierendes Wesen! Materieller wie immaterieller Konsum steht hoch im Kurs. Unterhaltung und Zerstreuung müssen immer stärkere Reize ausüben, immer stärkere Reizmittel, immer intensiver wirkende Stimulantien braucht der Mensch für seine abgestumpften Sinne.“ Die knappe, aber in ihrer Wirkung kaum zu unterschätzende Formel dazu lautet „Consumo, ergo sum“. Markus Dewald ist dazu – leider – ein brilliantes Buch gelungen.
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