Soziale Netzwerke machen süchtig

28 04 2010

Unihelp meldet: „Soziale Netzwerke sind laut einer aktuellen Studie für ihre Nutzer bereits so wichtig, dass ein Verzicht suchtartige Entzugserscheinungen hervorrufen kann. 200 Studenten verzichteten einen Tag lang völlig auf jede Art digitaler Medien. Das Ergebnis war erschreckend! […] „Wir waren überrascht, wie viele zugaben dass sie unglaublich abhängig von Medien sind. Bei vielen ist der Verzicht darauf nicht eine Frage des Wollens, sondern des Könnens“, wird Studienleiterin Susan Moeller in der Pressemeldung zitiert. Häufig war das verzweifelte Verlangen danach, doch wieder online zu kommen, viele berichteten von Unruhe, extremer Nervosität, Spannung und Verrücktheit, was ähnliche Zeichen wie bei Entzug von Alkohol- und Drogensüchtigen sind. Besonders bei Social Networks und SMS fiel der Verzicht schwer, zeigten die sehr ausführlichen Rückmeldungen. 18- bis 21-jährige Studenten nutzen heute laut Studie ständig Facebook, während Handy und E-Mail mit großem Abstand dahinter weitere Formen sind, um in Kontakt mit Freunden und informiert zu bleiben. Moeller geht soweit, das Leben ohne Social Media in der heutigen Welt mit dem „Leben ohne Freunde und Familie“ gleichzusetzen. […] In einer ähnlichen Schweizer Studie verzichteten „Facebook-Junkies“ kürzlich ein ganzes Monat lang auf ihre Gewohnheit – für eine Belohnung von 300 Franken. Studienleiter Dominik Orth sperrte dazu vor den Augen der Probanden deren Facebook-Passwörter. „Besonders der Anfang des Verzichts ist sehr emotionsgeladen. Manche sagten, sie fühlten sich als sei die Mutter gestorben, als würde der Wohnungsschlüssel abgenommen oder als würde am Flughafen persönliches Gepäck inspiziert“, berichtet der Psychologe bei der Agentur Rod. Auch wenn in diesem längeren Versuch andere Medien erlaubt waren, fühlten sich die Probanden von der Welt abgeschnitten und sozial ausgegrenzt, besonders gegenüber den noch Eingeloggten. „Die meisten berichteten aber auch von Vorteilen im Verlauf der Studie. Das Selbstbild wurde wichtiger als das Fremdbild, sie fühlten sich im Alltag ruhiger und nutzten die gewonnene Zeit“, so Orth. Die meisten gaben nach dem Monat an, sie würden Facebook nun effizienter nutzen und sich „in weniger dekadent häufiger Form“ einloggen. Künftig ganz auf Facebook verzichten wollte allerdings keiner. […] In der Schweiz verfügen 70 bis 80 Prozent aus der Gruppe der 15- bis 30-Jährigen über ein Facebook-Konto, was Orth als „enormen Standortvorteil“ des sozialen Netzwerkes bezeichnet. Zur Sucht trage vor allem das Gefühl der Nutzer bei, zum zumindest täglichen Einloggen verpflichtet zu sein. Dieses sei ein Ritual, das den Alltag stabilisiere. „Damit ist Facebook jedoch nicht nur Entertainment, sondern auch ein hoher Stressfaktor“, so der Schweizer Studienleiter.

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Die ekelhafte Meldung des Tages oder Warum Computerspielsucht kein Tabuthema sein sollte

6 12 2009

Woran erkennt man, dass Computerspieler süchtig nach ihren Videospielen sind? Und woran erkennt man, dass PC-Spiele nicht zu unrecht oft als Heroin aus der Steckdose bezeichnet werden? Zum Beispiel daran, dass sich die Spieler einen Kübel unter ihren Arbeitsplatz stellen, damit sie für das kleine und große Geschäft während des Computerspiels nicht aufstehen müssen. Oder es werden gleich Windeln für Erwachsene angezogen, damit Nebensächlichkeiten wie der Stoffwechsel nicht unnötige Pausen ins Spiel bringt. Da kann man nur die Nase rümpfen (in zweierlei Hinsicht). Ich frage mich, ob der Duden das Wort „Eltern“ aus seiner schönen, alphabetisch geordneten Liste bereits herausgenommen hat, weil nicht mehr klar ist, ob der Begriff etwas real Existierendes bezeichnet?





Legale Drogen schlimmer als illegale

23 06 2009

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden zum Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch am 26. Juni veröffentlichte, fordern legale Drogen wie Alkohol, Tabak oder Tabletten wesentlich mehr Opfer als illegale wie Heroin, Kokain oder Cannabis. Allein im Jahr 2007 wurden über 530.000 Personen infolge des Konsums legaler Drogen im Krankenhaus behandelt, bei den illegalen Suchtmitteln seien es im gleichen Zeitraum „lediglich“ 80.000 gewesen. Auch bei den Todesfällen klaffen die Zahlen auseinander: Alkohol und Tabak fordern pro Jahr etwa 58.000 Menschenleben, an den Folgen des Konsums illegaler Drogen sterben etwa 1.400 Menschen.





Computerspiele als Flucht vor der Realität

20 06 2009

dpa meldet, dass fast jedes fünfte Kind Trost beim Fernsehen oder Computerspiel sucht. Vor allem wer sich in der Familie weniger wohl fühlt oder Probleme in der Schule hat, greift öfter zur Maus oder Fernbedienung. Verstärkt wird dieses Phänomen durch die Tatsache, dass bei bereits jedem dritten Kind ein eigener PC und Fernseher im Zimmer steht. Eine Studie der Sigmund-Freud-Privatuniversität in Wien hat ergeben, dass 71% der 13- bis 18-jährigen Jugendlichen regelmäßig Computerspiele nutzen, bei 12% davon ist der Gebrauch bereits krankhaft und zeigt deutliche Kennzeichen der Abhängigkeit.





Zensur von Magersucht-Websites?

7 06 2009

Die so genannten „Pro Ana“- und „Pro Mia“-Websites widmen sich den Themen Magersucht (Anorexia nervosa) und Bulimie (Bulimia nervosa). Sie werden in erster Linie von Jugendlichen betrieben, die selbst daran leiden. Sie streben aber keine Heilung an, sondern wollen andere bekehren. Die Krankheiten werden dabei verharmlost und als modern angepriesen. Es gibt mittlerweile mehrere tausend solcher Internetseiten, auf denen sich meist weibliche Jugendliche austauschen, wie man am besten abnehmen oder die Krankheit verschleiern kann. Interessensgruppen in Deutschland fordern nun, dass Seiten dieser Art auf den Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gesetzt werden. So könnten Verbreitung und Werbung beschränkt und die Seiten nur mehr Erwachsenen zugänglich gemacht werden. Die Idee ist nicht neu. Bereits vor zwei Jahren gab es in Spanien ähnliche Bestrebungen. Eine Seite, die Anorexie als nachahmenswerten Lebensstil präsentierte forderte Mädchen dazu auf, sich in einem Wettbewerb dürr zu hungern. Je weniger Kalorien die Teilnehmerinnen pro Tag zu sich nahmen, desto mehr Punkte haben sie erhalten; Punkte gab es auch für Ausdauersport, die Einnahme von Schlankheitspillen oder von großen Mengen Wasser. Die spanische Gesundheitsbehörde ließ die Seite sperren.





Roter Bullen-Zeitgeist

31 05 2009

Man hätte es sich denken können. Seit bekannt wurde, dass in Red Bull Cola geringe Kokainspuren nachgewiesen wurden, flattern entsprechende Meldungen durch On- und Offline-Medien. Während es in Deutschland 0,4 Mikrogramm pro Liter waren, schwanken die Ergebnisse in Österreich rund um die Nachweisgrenze. Damit ist die Menge weder gesundheitsschädlich noch macht sie süchtig. Aber so als hätte es die rotstierige Werbeabteilung darauf angelegt, explodiert nun der Verkauf von Red Bull Cola. Ich weiß nicht, was kritikwürdiger ist: Die Tatsache, dass Käufer so dumm sein können, auf einen PR-Gag dieser Art reinzufallen, oder der Umstand, dass ein frei und legal verkäufliches Getränk „Drogen“ enthält, dazu führt, es erst recht zu trinken. Zum heutigen Weltnichtrauchertag wurde übrigens eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass das Rauchen von Wasserpfeifen viel gesundheitsschädlicher ist als bisher angenommen. Eine einzige Sitzung kann dem Konsum von bis zu 100 Zigaretten am Tag entsprechen. Krebs, Herpes und Tuberkolose können die Folge sein. Wahrscheinlich kurbelt diese Meldung den Verkauf von Shishas erst recht an. Es mag gegen den Zeitgeist sprechen, Drogenkonsum abzulehnen, aber wer diese Welt nicht erträgt und deshalb in den Rausch flüchtet, sollte sich Gedanken darüber machen, ob es nicht langsam Zeit ist, etwas zu ändern. Entweder sich selbst oder die Welt.





Computerspiele lassen das Gehirn verkrüppeln

16 05 2009

Die renommierte britische Hirnforscherin Susan Greenfield behauptet, dass ausgiebiges Computerspielen, Surfen im Internet und intensives Nutzen von Social-Network-Seiten Veränderungen im Gehirn auslöst und damit Fettleibigkeit direkt fördert. Exzessiver Computergebrauch lasse das Gehirn verkrüppeln und so seien normale Lernprozesse nicht mehr möglich, erklärt sie in einem Vortrag. Ihre Argumentation: Computer starten bei Fehlern neu statt aus diesen zu lernen; der Begriff „Konsequenz“ verliert so an Bedeutung. Das Gehirn passt sich auf Dauer diesem Prozess an und übertragt dieses Vorgehen auf alle Lebensbereiche. In der Folge wird es leichter, die Kontrolle zu verlieren, was sich dann wiederum auf die Essgewohnheiten auswirkt.