Verdrängt Internet-Slang die englische Sprache?

7 01 2010

Der bekannte Linguist David Crystal von der University of Wales behauptet, dass die englische Sprache von der Internet-Sprache bald verdrängt würde. User würden zunehmend eine verkürzte, idiosynkratische, d.h. eigentümliche Schreibweise erfinden, bei der auch die Rechtschreibung angepasst würde. Im Internet, vor allem in Blogs und Chatrooms, sind Texte in Umlauf, die vorher nicht korrigiert werden. Viele Menschen, die im Internet Geschriebenes veröffentlichen, passen ihre Orthographie der Phonetik an. Durch diese Internet-Sprache würden viele Wörter auch in die englische Schriftsprache integriert. Bekannte Internet-Ausdrücke wie „thx“ (verkürzt für „thanks“) oder auch „2mrro“ (statt „tomorrow“) könnten, so Crystal, innerhalb von fünf Jahren schon als offizielle Rechtschreibung gelten.

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Homeschooling als Trend

22 07 2009

In den Vereinigten Staaten von Amerika nehmen immer mehr Eltern ihre Kinder aus der Schule und unterrichten sie zu Hause selbst. Bereits 2003 waren es über eine Million Schüler. Während dies zunächst in fundamentalistisch christlichen Kreisen üblich war, beschränkt sich das so genannte Homeschooling schon lange nicht auf diese Gesellschaftsschichten. Auch extreme Verschwörungstheoretiker gehören zu den Gruppen, die auf Homeschooling schwören. Im Unterschied zu vielen europäischen Staaten ist in den USA der Schulbesuch nicht verpflichtend. In einer Umfrage gaben 30 Prozent der lehrenden Eltern an, sich aus religiösen oder anderen Wertegründen fürs Homeschooling entschieden zu haben; bei 30 Prozent waren es Sorgen wegen Drogen, Sicherheit und Gruppendruck; 17 Prozent waren mit dem Lehrplan in traditionellen Schulen nicht einverstanden. Kritiker warnen allerdings davor, dass dieser Trend eine Generation von Egoisten ohne soziale Kompetenzen hervorbringt.





Lernbares Glück?

9 07 2009

In Österreich wird es, wie schon in Deutschland, an einigen Schulen das neue Schulfach „Glück“ geben. Meine Frage an euch: Braucht es das wirklich? Ist die Schule wirklich der geeignete Rahmen dafür? Wie sieht eine Lehrbefähigung für das Fach „Glück“ aus? Dauergrinsen oder einfach Mensch-Sein? Welche anderen „alternativen“ Fächer würden Schulen und Schülern gut tun? Welche Fächer sind dagegen sinnlos oder überflüssig? Wenn es solche Fächer gibt, war das schon immer so oder haben sie im Laufe der Zeit an tatsächlicher Bedeutung verloren? Wie sieht der Bildungskanon für das 3. Jahrtausend aus? Muss man noch wissen, was ein Kanon ist?





Russland verbietet Wirtschaftskrise

9 06 2009

rusWladimir Laptew, Verwaltungschef der östlich von Moskau gelegenen Region Noguinsk, hat den Begriff „Finanzkrise“ verboten. Beamten in seinem Einflussbereich, die sich in der Öffentlichkeit nicht an die neue Sprachregelung halten, droht die Entlassung. Laptew behauptet, die Krise finde „im Kopf statt, nicht in der Wirtschaft“. In der Region herrschten Bedingungen für normale Arbeit, die Finanzkrise werde aber von Unternehmen als Vorwand für Entlassungen benutzt. Unter dem Deckmantel der Finanzkrise weigerten sie sich, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Bei dem Verbot würde es sich aber nicht um einen Eingriff in die Redefreiheit handeln. „Es ist dasselbe, wie seinen Angestellten das Tragen von Miniröcken im Büro zu verbieten“, so Laptew.





Volle und leere Worte

19 04 2009

»Worte beginnen „voll“; sie werden erst leer: durch dauernden Gebrauch. Wer das Wort „Tisch“ ausspricht, meint damit gewöhnlich einen Gegenstand mit vier Beinen, die eine Platte tragen. Wer dieses Wort aber zweihundert Mal hintereinander ausspricht, wird merken, wie das Gemeinte sich verflüchtigt. Von dem Wort bleibt nur noch ein Klang oder ein Geräusch zurück. Dafür sorgt der Doppelsinn der Wiederholung. Daß man eine bestimmte Lautfolge beliebig oft wiederholen kann, das erst macht sie zu einem Wort. Nur die Wiederholung hebt das Wort aus dem Lautfluß hervor, nur sie gibt ihm Nachdruck. Wiederholung bekräftigt. Von einem bestimmten Punkt an jedoch tut sie das Gegenteil; sie nutzt die Worte ab, und abgenutzte Worte werden leer. Leere Worte sind durch Dauergebrauch entleerte Worte. Sie waren einmal voll.«
aus: „Philosophie des Traums“ (Christoph Türcke), Seite 166