Death sells!

12 09 2009

Wir erinnern uns: Als Blog-Neuling wollte ich wissen, wie viele Menschen sich von einem Eintrag mit dem Titel „Rihanna und ihr Nazi-Porno“ angesprochen fühlen. Es waren einen ganze Menge. Um genau zu sein, mehr als vier Mal so viel im Vergleich zu einem Durchschnittstag. Als ein (wie sich herausgestellt hat gefälschtes) Video zu einem Flugzeugabsturz Thema meines täglichen Beitrags war, fanden noch viel mehr Leser auf Retrakon. Vorgestern berichtete ich über ein YouTube-Video, das einen ertrinkenden Mann zeigt – die Hits schießen in die Höhe. Durch die WordPress-Übersicht sehe ich jeden Tag, über welche Suchbegriffe Menschen auf meine Seite finden. Seit Mai (!) will jeden Tag jemand etwas über das japanische Vergewaltungsvideospiel RapeLay wissen. Seit vorgestern ist es der ertrinkende Mann auf YouTube. Sind wir nur mehr eine Gesellschaft von perversen Voyeuren?





Rihanna und ihr Nazi-Porno

5 06 2009

rihWer sich jetzt tatsächlich abstoßende Schweinereien der süßen Rihanna erwartet hat, den muss ich freudig enttäuschen. Der sollte meine Seite auch umgehend verlassen. Es ist aber leider Fakt, dass Blog-Beiträge, die sich auf Themen dieser Güte beziehen, besonders erfolgreich sind. Egal, ob sich der Eintrag kritisch oder positiv dazu äußert. “Retrakon” existiert seit eineinhalb Monaten und die Besucherzahlen sind zwar relativ konstant, aber Sascha Lobo liegt Lichtjahre voran. Es ist erschreckend, über die WordPress-Statistikfunktion festzustellen, dass es in meinem erfolgreichsten Beitrag um das japanische Vergewaltungsspiel RapeLay geht. Egal, worüber ich schreibe, es gibt ausnahmslos jeden Tag Besucher, die etwas über RapeLay erfahren wollen. Die japanische Organisation für Ethik in Videospielen EOCS hat zwar nun beschlossen, Software dieser Art zu verbieten, rechtsverbindlich ist diese Forderung jedoch nicht. RapeLay ist ohnehin nur die Spitze des emotionalen Eisklotzbergs. Das Spiel “Gang Raped By The Entire Village: Girls Covered In Milky Liquid” wurde zunächst zurückgezogen, geändert hat sich aber vor allem der Titel: “The Trap Set By The Entire Village: Bodies Covered In Milky Liquid”. Eine kürzlich veröffentliche Studie des Dr.-Sommer-Teams belegt, dass 57 % aller befragten Mädchen und 67 % der Jungen schon Kontakt mit pornografischen Bildern oder Filmen hatten und der Konsum gerade bei den 13-Jährigen deutlich zunimmt: 35 % der 11- bis 12-Jährigen im Vergleich zu 74 % der 13- bis 17-Jährigen. Ob das für die Entwicklung junger Menschen förderlich ist, sei dahingestellt. Mich interessiert vielmehr etwas anderes: Wie viele Blogleser werden vom Titel dieses Beitrages angezogen?