Panikknopf gegen Kindesmissbrauch?

19 03 2010

Die Verantwortlichen des Sozialen Netzwerks Facebook denken darüber nach, einen „Panikknopf“ gegen Kindesmissbrauch zu installieren. Mit dem Knopf sollen die Nutzer einen virtuellen Alarm auslösen können, wenn Inhalte oder Profile auf Facebook den Verdacht auf Pädophilie wecken. Der britische Minister Alan Johnson hat sich am Donnerstag bereits mit Vertretern von Facebook getroffen. Anlass dazu war die Vergewaltigung und der Mord an der 17-jährigen Ashleigh Hall. Der Mörder Peter Chapman hatte das Mädchen über Facebook angelockt. Er wurde unlängst zu 35 Jahren Haft verurteilt. Im April sollen weitere Gespräche zwischen Facebook und der „Child Exploitation and Online Protection“ (CEOP) stattfinden. Die CEOP ist eine Organisation, die pädophile Aktivitäten online aufspürt und zur Anzeige bringt.

Advertisements




Zensur-Gesetz unterschrieben

17 02 2010

Der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Horst Köhler, hat das umstrittene Gesetz zur Sperrung kinderpornografischer Inhalte im Internet unterzeichnet. Das Bundespräsidialamt teilte mit, dass „keine durchgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken“ bestanden hätten. Die Bundesregierung setzt inzwischen allerdings auf das Löschen statt auf das Sperren entsprechender Inhalte; Sperrungen sollten nur im Notfall vorkommen. Köhler geht deshalb davon aus, dass Pädopornographie im Internet nun effektiv und nachhaltig bekämpft werden kann. Konstantin von Notz (Grüne) kritisierte jedoch, dass bisher noch kein Entwurf für ein Gesetz zum Löschen von Seiten vorliege.





Kippt Zensur-Gesetz?

27 11 2009

Ursula von der Leyens Gesetz zur Sperrung von Kinderpornografie-Seiten droht jetzt zu kippen. Bundespräsident Horst Köhler will das Gesetz für Internet-Sperren vorerst nicht unterzeichnen. Er habe die Bundesregierung um ergänzende Informationen zu dem Gesetz gebeten, das nach Meinung von Experten verfassungswidrig sein könnte. Das Gesetz stammte noch aus der Zeit der große Koalition. CDU/CSU und FDP hatten sich aber in ihren Koalitionsverhandlungen im Oktober darauf verständigt, die umstrittenen Bestimmungen nicht anzuwenden. Kinderpornographische Websites sollen nicht gesperrt, sondern gelöscht werden. Ohne die Unterschrift von Köhler tritt das Gesetz nicht in Kraft.





UN-Bericht zu Kinderpornographie

22 09 2009

Zu jedem Zeitpunkt seien im Internet etwa 750.000 Personen auf der Suche nach sexuellen Kontakten zu Kindern, so der aktuelle UN-Bericht zu Kinderpornographie. Darüber hinaus sind die Autoren der Studie zu folgenden Erkenntnissen gekommen: a) Die Zahl von kinderpornografischen Websites nimmt weltweit trotz aller Bemühungen von staatlicher oder privater Seite weiter zu. Die Zahl der Bilder, die schwere Misshandlungen von Kindern zeigen, habe sich zwischen 2003 und 2007 vervierfacht. b) Die Darstellungen werden zudem härter und die missbrauchten Kinder immer jünger. c) Da mit dem Internet eine leicht zu bedienende Technik zur Verfügung steht, um Bilder zu verbreiten, ist Kinderpornografie mittlerweile ein profitabler Geschäftszweig mit einem Umsatz zwischen 3 und 20 Milliarden Dollar. d) Die Zahl der minderjährigen Opfer wird auf 10.000 bis 100.000 geschätzt. Neue Risiken ergäben die zunehmend interaktiven Möglichkeiten des Internets. So habe das technische Zusammenwachsen von Handys und Internet erhebliche Folgen für die Sicherheit. Wichtig seien deshalb Hotlines oder virtuelle Warnknöpfe, mit denen man Vorfälle melden kann, aber auch Filter oder die Mitarbeit von Internetprovidern, Banken und Kreditkartenunternehmen, um den Handel mit Bildern zu unterbinden. Probleme gäbe es allerdings durch die unterschiedlichen juristischen Rahmenbedingungen in den einzelnen Staaten. Die Sonderberichterstatterin Najat M’jid Maalla fordert daher eine weltweite Liste von kinderpornografischen Websites, die konstant aktualisiert wird und allen Staaten und Internetprovidern zur Blockierung zur Verfügung steht.





Ausweitung der Internetzensur geplant?

3 08 2009

„Sonst droht das großartige Internet ein rechtsfreier Chaosraum zu werden, in dem man hemmungslos mobben, beleidigen und betrügen kann. Wo die Würde eines anderen verletzt wird, endet die eigene Freiheit.“ (Ursula von der Leyen, CDU)

vs.

„Das Wesen des Internets indes besteht gerade darin, sich nicht beherrschen zu lassen. Wer es dennoch versucht, spielt eine Ritterin der traurigen Gestalt.“ (Petra Pau, LINKE)





Interessante Alternative zur Zensur

6 07 2009

nokidsOb die Zensurmaßnamen, die in Deutschland gegen Kinderpornographie seit kurzem eingesetzt werden, sinnvoll sind oder nicht, darüber lässt sich streiten. Es lässt sich sogar darüber streiten, ob es sich dabei überhaupt um Zensurmaßnahmen handelt. Wer verhindert, dass Menschen illegale Inhalte aufrufen können, zensiert nicht, der ermöglicht es, dass ein Gesetz greift, nämlich jenes, das Kinderpornographie strikt verbietet. Darum geht es aber nicht. Viel interessanter ist die Initiative, die sich hinter www.no-kids.org befindet. Ausgehend von der Tatsache, dass das meiste pädopornographische Material nicht über das World Wide Web sondern über Tauschbörsen wandert, versucht das private Projekt nun genau diese Peer-to-Peer-Netzwerke mit falschen Dateien zu fluten. Dies soll mit Hilfe der Nutzer geschehen, ähnlich wie das die Musikindustrie bereits mehr oder weniger erfolgreich umgesetzt hat, um die illegalen Downloads zu verringern. Experten gehen davon aus, dass es mindestens 11 Millionen kinderpornographische Dateien gibt. Das System filtert die Netzwerke nach bestimmten Schlüsselwörtern und sobald eine entsprechende Anfrage gefunden wurde, werden auf den Rechnern der angeschlossenen No-Kids.org-Nutzer entsprechende Dateien generiert, welche die Aufforderung enthalten, dass man sich bitte an eine Beratungsstelle wenden möge. Noch scheint das Verhältnis zwischen echten und falschen Dateien bei 1:18 zu liegen, aber man hofft, dass sich das schnell ändert. Ein Kritikpunkt bleibt leider auch hier: Wenn der Weg über die Filesharing-Software zerstört wird, dann werden eben neue Autobahnen entstehen. Solange die Nachfrage besteht, wird es Anbieter geben. Das Problem liegt viel tiefer.





iPhone Pornos

27 06 2009

„Hottest Girls“ ist bzw. war die bisher freizügigste Anwendung für das iPhone und den iPod Touch. Das Tool war seit einigen Tagen für knapp 2 US-Dollar bei Apple im Angebot, obwohl der Bereich Pornographie von Steve Jobs von Beginn an als unerwünscht eingestuft worden war. Möglicherweise liegt darin der Grund, dass die Anwendung nun ohne Vorwarnung aus dem Programm genommen wurde. Die Nachfrage war allerdings so groß, dass der Bildserver nach kurzer Zeit seine Leistungsgrenze erreicht hat. In einer Art Bildergalerie wurden mit Hilfe des Programms mehr als 2.200 Bikini-Schönheiten, bekleidet und unbekleidet, gezeigt. Während „Hottest Girls“ nicht mehr angeboten wird, scheint „Hottest Boys“ noch im AppStore auf.