Fingierter TV-Bericht über Russlands Einmarsch in Georgien löst Panik aus

29 03 2010

Ist zwar schon zwei Wochen alt, sollte man aber trotzdem lesen: Fingierter TV-Bericht über Russlands Einmarsch in Georgien löst Panik aus

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„Mein Kampf“ in Russland verboten

27 03 2010

„Mein Kampf“ von Adolf Hitler wird 65 Jahre nach dem Selbstmord des Diktators nun auch in Russland als „extremistisch“ eingestuft und verboten. Das Werk enthalte Ideen, die den Mord und die Diskriminierung von Rassen propagierten, ließ der Generalstaatsanwalt in Moskau verkünden. In den russischen Medien wird kritisiert, dass das Verbot 84 Jahre zu spät komme. „Mein Kampf“ wurde bereits in den 1920er Jahren geschrieben. Hitler forderte darin „Lebensraum“ für Deutschland auf Kosten der Sowjetunion und bezeichnete Slawen als „Untermenschen“. Russische Bürgerrechtler beklagen seit Jahren eine hohe Zahl rechtsradikaler Übergriffe in Russland, so wurden im vergangenen Jahr 74 Menschen aus Rassenhass getötet. Jan Ratschinski, ein Historiker der Organisation Memorial, die den Sowjetterror aufarbeitet, vergleicht „Mein Kampf“ mit den Werken des russischen Revolutionsführers Lenin und von Sowjetdiktator Josef Stalin. Beide hätten in ihren Schriften zu Massenterror aufgerufen.





Über Facebook-Gruppen und Schützen, die verbrannt werden sollen

26 03 2010

Wie heute bekannt wurde, werden in der Facebook-Gruppe „L’Alto Adige è Italia“ radikale, beleidigende und/oder menschenverachtende Aussagen gepostet. Unter anderem forderte man, Südtiroler Schützen seien zu verbrennen oder alle jene (deutschsprachigen) Südtiroler, die mit Italien nichts am Hut haben, sollten doch das Land verlassen. Die Gruppe besitzt fast 3.000 Mitglieder, darunter einige Prominente, so auch den Lokalpolitiker Giorgio Holzmann. Angesprochen auf die Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft bereits ermittelt und einige verunglimpfte Politiker eine Strafanzeige in Erwägung ziehen, meinte er, er sei noch bei zwanzig anderen Gruppen Mitglied und könnte nicht verfolgen, was in den Gruppen passiert.





Künstlich erzeugter Alkokol ohne Nebenwirkungen

16 03 2010

David Nutt, Leiter der Neuropsychopharmaklogischen Abteilung des Imperial College London, will einem künstlich erzeugten Alkohol auf die Spur gekommen sein. Dieser erzeugt die angenehmen Wirkungen von Alkohol; nimmt man aber ein Gegenmittel ein, sei man wieder nüchtern, könne nach Hause fahren und Leber, Magen oder Kreislauf werden nicht belastet. Bis 2012 könnte das Getränk auf dem Markt sein, wenn genügend Geld für klinische Versuche aufgetrieben werden. Mit etwa 10 Millionen Pfund sei zu rechnen.





Mensch aus Glas oder Wie Informationen zum Kapital der Zukunft werden

9 03 2010

Vor ein paar Tagen habe ich das Buch „Auf der Suche nach Hitlers Sohn“ des belgischen Journalisten Jean-Paul Mulders gelesen. Es geht darin um seine (nicht immer ganz legale) Jagd nach DNA-Proben von entfernten Verwandten, um eine These, die Historiker (auch ernstzunehmende) seit den 70er Jahren beschäftigt, zu überprüfen. Der Franzose Jean-Marie Loret behauptete, ein leiblicher Sohn des Nazidiktators zu sein. Sein Mutter hatte ihm dies auf dem Sterbebett gebeichtet. Mulders, der die in den USA lebenden Großneffen Adolf Hitlers ausfindig gemacht hat, so schreibt er in seinem Buch, hatte dazu einen Daten-Service genutzt, der gegen Bezahlung (fast) jede Information auftreibt. In diesem Falle waren dies geänderter Nachname und Wohnort der Hitler-Verwandten. Solche Dienste haben zum Teil auch Zugriff auf das Strafregister und weitere ähnlich heikle Datenquellen. Zugriffe dieser Art sind erwartungsgemäß illegal. Trotzdem wird damit Geld gemacht – und dies ist erst der Anfang. In der Studie „Risiken von IKT-Implantaten“ (Kurztitel) von Sascha Theißen heißt es dazu: „Die Daten, die Identitätsdiebe verwenden, stammen aus den verschiedensten Quellen; im Fall von Seisint […] beispielsweise aus gehackten elektronischen Datenbanken, aus welchen während 59 unerlaubten Zugriffen die personenbezogenen Daten einschließlich Vermerken über Verhaftungen, Strafregister, Grundbuchauszüge, Fotos, Heirats- und Scheidungsvermerke sowie Jagd- und Fischereierlaubnisse von insgesamt 310.000 US-Bürgern entwendet wurden.“ (S. 142) Eigenmächtig Daten und Datenspuren im Netz zu hinterlassen ist eine Sache, aber wie steht es mit den Informationen über uns, über die wir keine Kontrolle haben? Existiert Privates überhaupt nicht mehr? Besteht der legale Datenschutz der Zukunft vielleicht nur mehr darin, bestimmen zu können, wer worauf Zugriff hat und nicht mehr?





Wenig Aufwand, wenig Wert?

4 03 2010

Als ich die zahlreichen Kommentare von Wieser, Wiesion und Fellmonster gelesen habe (übrigens: Danke!), in denen es u. a. um eine Facebook-Aktion zum Tag gegen den Krebs ging, sind einige Gedanken aufgetaucht, die mich von Zeit zu Zeit immer wieder besuchen, vor allem dann, wenn ich wieder einmal FB-Mitteilungen bekomme, ich solle doch zu dieser oder jener Gruppe stoßen. Ich halte mich immer mehr zurück. War ich am Anfang noch überzeugt, Gruppen wie „Philosophy Is Sexy“, „Petition to Steven Hawking That He Might Create a Techno Album“ und „You were sexy until I saw that cigarette in your hand“ würden mich als Mitglied brauchen, kommen mir immer mehr Zweifel, ob das nicht pure Zeitverschwendung (wogegen manchmal ja auch nichts spricht) oder überhaupt vollkommen überflüssig ist. Es ist so einfach, einen „Akzeptieren“-Knopf zu drücken. Ja, „5N – Jahrgang 2003/2004 – Die Legenden“, das war eine Klasse, die ich nie vergessen werde, aber meine tatsächliche Wertschätzung ändert sich dadurch nicht. Ich fühle mich diesen Personen auch nicht näher dadurch. Gaudi-Rodeln im Martelltall ist ganz etwas anderes. Das kann eine Internet-Gruppe einfach nicht leisten. Jedenfalls für mich nicht. Doch wie ist das mit parteipoltischen und gesellschaftspolitischen Themen? Wie gesagt, eine Taste ist schnell gedrückt. Ändert sich tatsächlich irgendetwas, nur weil ein paar Tausend spontan entschieden haben, eine Statusmeldung zu kopieren? Ich streite nicht ab, dass das Medium politische Bedeutung haben kann, aber wann und unter welchen Umständen? Und mit welcher Nachhaltigkeit? Wahrscheinlich solange bis man entscheiden muss, ob Bernd das Brot, Tokio Hotel oder eine dreckige Bahnhofstoilette wichtiger ist.





Prag ist das neue Amsterdam (drogentechnisch)

14 02 2010

Seit dem heurigen Jahr darf man in Tschechien bis zu 15 Gramm Marihuana, 5 Gramm Haschisch, 1,5 Gramm Heroin, 1 Gramm Kokain und 4 Ecstasy-Tabletten besitzen. Der Besitz dieser Substanzen gilt als Verwaltungsdelikt und wird lediglich mit einer Geldstrafe geahndet. Man will damit „Kranke“ (O-Ton „News“) nicht länger kriminalisieren, sondern Ressourcen für die großen Drogenfische nutzen. Die gesetzlichen Regelungen in den Niederlanden und der Tschechischen Republik legalisieren im Grunde genommen Drogen überhaupt nicht, sie regeln nur – ganz pragmatisch – den Umgang mit kleineren Mengen. Das bringt mich zu einer Reihe von Fragen: Gibt es ein Recht des Menschen auf Rausch? Und wenn es das gibt, wieso sehen selbst diesbezüglich liberale Staaten wie die eben genannten im Drogenkonsum etwas, was es, wenn es anders möglich wäre, nicht geben sollte?