Erdbeben in Chile verschiebt Erdachse

2 03 2010

Der Naturwissenschaftler Richard Gross hat berechnet, wie sich Erdstöße auf die Erdrotation auswirken. Mithilfe einer komplexen Berechnung kamen Gross und sein Team zum Ergebnis, dass die Tage durch das Erdbeben in Chile um rund 1,26 Mikrosekunden kürzer geworden sind. Möglich ist dies, weil sich die Erdachse um ca. 8 Zentimeter verschoben hat. Gross gibt zwei Gründe an, warum das Beben vor Chile größere Auswirkungen auf die Erdachse hatte, obwohl es schwächer war, als das von 2004 vor Sumatra. Erstens: Es ereignete sich in weiterer Entfernung vom Äquator. Zweitens: Die Verwerfung, die für das Beben von Chile verantwortlich ist, ist steiler und kann darum die gesamte Erdmasse weiter verschieben.





Was mir zu Zeitreisen einfällt

28 01 2010

Ich gebe zu, das Thema Zeitreisen ist nicht ein typisches dieses Weblogs. Ich vermeide es normalerweise, ganz Abstruses oder Kurioses auszupacken, außer es passt zur generallen Ausrichtung der Seite. Zeitreisen sind faszinierend. Sollte es einen Dschinn geben, der mir aus der Flasche erscheint und mir einen einzigen Wunsch erfüllt, ich würde ganz egoistisch wollen, dass ich durch die Geschichte sausen und alles mit eigenen Augen beobachten kann. Es wäre vielleicht der einzige Wunsch, bei dem ich in Versuchung geführt werden könnte, meine Seele anzupreisen (wenn ich eine haben – frei nach Arthur Sch.): Beim Bau der Cheopspyramide dabei sein, bei der Krönung von Karl zum Kaiser (wenn es ihn tatsächlich gab), bei William Shakespeare unter dem Schreibtisch … Ein wunderbarer Traum. Jetzt aber zu meinen Einfällen. Wenn es irgendwann möglich sein wird, tatsächlich solche Reisen anzutreten (Physiker sind sich ja nicht grundsätzlich einig, ob so etwas auf alle Fälle ausgeschlossen werden kann), dann müsste es rück- bzw. vorwirkend gesehen, zu allen Zeiten solche Reisende geben – wenn die Zeit interessant, wichtig, aufregend, bahnbrechend, zukunftsweisend genug ist, dass zukünftige Zeitreisende sich für genau dieses Zeitfenster entscheiden. Aber ich sehe niemanden?





Etwas fürs Wochenende

5 12 2009




Gibt es ein Toleranz-Gen?

1 12 2009

Der gestrige Beitrag zum Minarettverbot und die Reaktionen darauf haben in mir einige Fragen aufkeimen lassen. Wenn man mit Menschen über das Abstimmungsergebnis der Schweizer diskutiert, merkt man sehr schnell, dass es für nach außen gleich scheinende Urteile ganz unterschiedliche Gründe gibt. Jemand könnte über das Minarettverbot erfreut sein, aber nicht, weil er etwas gegen den Islam hat, sondern weil diese Person allgemein jede Einschränkung religiöser Aktivität gutheißt; man könnte aber auch positiv zum Verbot stehen, weil der Islam nun einmal gegenüber dem Christentum die „schlechtere“ Religion ist usw. Wir sehen, verschiedene, im Grunde genommen unvereinbare Hintergründe. Bei allen Diskussionen wird irgendwann der Begriff „Toleranz“ fallen. Das bringt mich zu meiner Frage: Ist Toleranz evolutionstechnisch gesehen ein Vorteil oder Nachteil? Oder ist es sinnlos, von Toleranz in der Natur zu sprechen? Sehr oft werden menschliche Eigenheiten und Eigenschaften mit evolutionären Prozessen erklärt. Zum Beispiel: Dicke Menschen hatten früher den Vorteil, Hungerszeiten zu überleben; die Tatsache, dass die meisten Menschen nicht lange Zeit vorausblicken stammt noch aus der Zeit unserer Urahnen, bei denen es unerheblich war, was in zehn Jahren sein wird, sie mussten den nächsten Tag, die nächste Woche überleben usw. Wie ist das aber mit der Toleranz? Sind bestimmte Bereiche im Gehirn dafür verantwortlich, mehr oder weniger dafür empfänglich zu sein? Gibt es ein Gen XYZ, das die Toleranzgrenzen des Menschen determiniert?