Google wegen Nicht-Zensur zu Geldstrafe verurteilt

24 03 2010

Zwei Teenager haben eine Klage eingereicht, weil sie sich über die Inhalte auf einigen Orkut-Seiten mit sexistischen Witzen geärgert hatten. Ein brasilianisches Gericht hat nun gegen den Internetkonzern Google ein Bußgeld verhängt, weil dieser sich weigert, die entsprechenden Seiten zu zensieren. Die Strafe beträgt 2.700 Dollar für jeden Tag, an dem die fraglichen Inhalte auf den Seiten noch zu sehen sind oder neue hinzu kommen. Das Argument, dass Google weder die technischen Möglichkeiten noch das Geld besitzt, um die Inhalte auf der Netzwerkseite Orkut, die Facebook ähnelt, zu kontrollieren, ließen die Richter nicht gelten. Vielmehr waren sie der Meinung, dass Google dies in China sehr wohl geschafft hat.

Advertisements




Zensur-Gesetz unterschrieben

17 02 2010

Der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Horst Köhler, hat das umstrittene Gesetz zur Sperrung kinderpornografischer Inhalte im Internet unterzeichnet. Das Bundespräsidialamt teilte mit, dass „keine durchgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken“ bestanden hätten. Die Bundesregierung setzt inzwischen allerdings auf das Löschen statt auf das Sperren entsprechender Inhalte; Sperrungen sollten nur im Notfall vorkommen. Köhler geht deshalb davon aus, dass Pädopornographie im Internet nun effektiv und nachhaltig bekämpft werden kann. Konstantin von Notz (Grüne) kritisierte jedoch, dass bisher noch kein Entwurf für ein Gesetz zum Löschen von Seiten vorliege.





Gibt es ein Toleranz-Gen?

1 12 2009

Der gestrige Beitrag zum Minarettverbot und die Reaktionen darauf haben in mir einige Fragen aufkeimen lassen. Wenn man mit Menschen über das Abstimmungsergebnis der Schweizer diskutiert, merkt man sehr schnell, dass es für nach außen gleich scheinende Urteile ganz unterschiedliche Gründe gibt. Jemand könnte über das Minarettverbot erfreut sein, aber nicht, weil er etwas gegen den Islam hat, sondern weil diese Person allgemein jede Einschränkung religiöser Aktivität gutheißt; man könnte aber auch positiv zum Verbot stehen, weil der Islam nun einmal gegenüber dem Christentum die „schlechtere“ Religion ist usw. Wir sehen, verschiedene, im Grunde genommen unvereinbare Hintergründe. Bei allen Diskussionen wird irgendwann der Begriff „Toleranz“ fallen. Das bringt mich zu meiner Frage: Ist Toleranz evolutionstechnisch gesehen ein Vorteil oder Nachteil? Oder ist es sinnlos, von Toleranz in der Natur zu sprechen? Sehr oft werden menschliche Eigenheiten und Eigenschaften mit evolutionären Prozessen erklärt. Zum Beispiel: Dicke Menschen hatten früher den Vorteil, Hungerszeiten zu überleben; die Tatsache, dass die meisten Menschen nicht lange Zeit vorausblicken stammt noch aus der Zeit unserer Urahnen, bei denen es unerheblich war, was in zehn Jahren sein wird, sie mussten den nächsten Tag, die nächste Woche überleben usw. Wie ist das aber mit der Toleranz? Sind bestimmte Bereiche im Gehirn dafür verantwortlich, mehr oder weniger dafür empfänglich zu sein? Gibt es ein Gen XYZ, das die Toleranzgrenzen des Menschen determiniert?





Rammstein-Album zensiert

7 11 2009

rammstein-liebeDas Album „Liebe ist für alle da“ der deutschen Rock-Gruppe Rammstein wurde indiziert. Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichten die Musiker folgende Stellungnahme: „Urteilsspruch: Das neue Rammstein-Album ist auf Antrag des durch die Ministerin von der Leyen geführten Bundesministeriums indiziert worden und wird künftig lediglich unter der Ladentheke zu haben sein. Volljährige sollten ihren Ausweis nicht vergessen und dann beim Händler ihres Vertrauens nachfragen.





Das Kreuz mit dem Kreuz und das Gebrechen mit den Gebetsräumen

4 11 2009

Straßburg, November 2009. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat entschieden, dass Kruzifixe in (italienischen) Klassenräumen nichts zu suchen haben. Damit wurde einer aus Finnland stammenden Klägerin aus Abano Terme in letzter Instanz recht gegeben. Das Kreuz im Klassenzimmer würde gegen die Religionsfreiheit verstoßen. Politiker aller Couleur zeigen wenig Verständnis und kündigen rechtliche Schritte an. Raum- und Zeitwechsel. Berlin, September 2009. Ein muslimischer Gymnasiast hat seine Schule erfolgreich verklagt und darf nun einen eigenen Gebetsraum fordern. Wird hier nicht mit zweierlei Maß gemessen? Gläubige Muslime sollten Möglichkeit und Gelegenheit haben, ihre Gebete zu verrichten. Ob dazu ein eigener Raum notwendig ist, sei dahingestellt. Ebenso sollte ein Kreuz in einem Klassenzimmer möglich sein, auch wenn nicht alle Schüler sich direkt damit identifizieren. Das Kruzifix ist mehr als ein religiöses Symbol, es ist Ausdruck einer zweitausend Jahre alten Tradition, die Gutes und weniger Gutes hervorgebracht hat, die jedoch unauslöschbar Teil unserer Vergangenheit ist. „Menschen, die nicht auf ihre Vorfahren zurückblicken, werden auch nicht an die Nachwelt denken.“ (Edmund Burke, 1729–1797).





Unkommentiert (Folge 1)

24 10 2009




Von Kanton zu Kanton verschieden …

2 10 2009

In Luzern sind sie erlaubt, in Zug verboten: die Plakate „Da ist wahrscheinlich kein Gott / Also sorg dich nicht / Geniess das Leben“ der eidgenössischen Freidenkervereinigung FVS. Der Stadtrat geht davon aus, dass durch die Plakate die religiösen Gefühle der mehrheitlich katholischen Zuger verletzt würden.