Leipziger Erklärung gegen Plagiate in der Literatur

28 03 2010

„Wenn ein Plagiat als preiswürdig erachtet wird, wenn geistiger Diebstahl und Verfälschungen als Kunst hingenommen werden, demonstriert diese Einstellung eine fahrlässige Akzeptanz von Rechtsverstößen im etablierten Literaturbetrieb.“ – aus der Leipziger Erklärung gegen Plagiate in der Literatur





Technoprosa von Airen oder Wo Helene Hegemann Ideen findet

23 02 2010




„Axolotl Roadkill“ – Der Zitatevergleich

21 02 2010

Die Audiodatei zum Reinhören.





Helene Hegemann und ihre Quellen

18 02 2010

Die skandalgebeutelte Bestseller-Autorin Helene Hegemann legt die Quellen zu ihrem Roman „Axolotl Roadkill“ offen. Darunter befinden sich zwanzig mehr oder weniger wörtlich übernommene Passagen aus dem Blogger-Buch „Strobo“, hinzu kommen weitere zwanzig Zitate und Abschnitte, die aus anderen Texten übernommen wurden. Momentan ist die vierte Auflage im Druck, in diese wird das Quellenverzeichnis aufgenommen. Außerdem dankt Hegemann zahlreichen Menschen für ihre Inspiration. Ein Roman mit Quellenverzeichnis – sehr interessant. Wenn ich an meine umfangreiche Bibliothek denke, dann fallen mir nur zwei literarische Werke ein, die Quellenangaben enthalten: „Die bezaubernde Florentinerin“ von Salman Rushdie (gut sieben Seiten) und „Briefe in die chinesische Vergangenheit“ von Herbert Rosendorfer (eine Seite). In beiden Fällen handelt es sich um eine schlichte Aufzählung der Bücher, an Hand derer sich die Autoren in die behandelte Thematik eingearbeitet haben. Also etwas ganz anderes als in der Causa Hegemann. Ein wissenschaftlicher Text muss Quellenangaben enthalten, er trägt Rechnung, woher die einzelnen Informationen stammen. Der Unterschied zwischen Wissenschaft und Plagiat besteht demnach hauptsächlich darin, offenzulegen, woher was kommt. Wir erinnern uns: „Wissenschaft war schon alle Zeit …“ Ist dies auch im Bereich der Belletristik möglich? Warum nicht? Ein Roman mit Fußnoten zum Beispiel ist nicht so abwegig (Google findet zum Suchbegriff „Roman mit Fußnoten“ immerhin 9 Seiten). Aber ändert es für „Axolotl Roadkill“ irgendetwas, ob nachträglich (!) ein Verzeichnis angefügt wird? Für mich nicht.





Das musste ja kommen … die Pro-Helene-Hegemann-Aktionen!

14 02 2010

Wenn alle (zu Recht) auf Helene Hegemann herumhacken, dann kann man auch mit einem Gegenschlag, wie originell oder oberflächlich er auch sein mag, Aufmerksamkeit erregen. Lest selbst.





Wie wird sich Helene Hegemann dieses Mal aus der Plagiatsaffäre ziehen?

11 02 2010

Dass die 17-jährige Autorin Helene Hegemann Teile ihres Romans „Axolotl Roadkill“ aus Blogeinträgen abgeschrieben hat („Strobo“ von Airen), wurde vor ein paar Tagen bekannt. Nun gibt es weitere Plagiatsvorwürfe. Der Berliner Filmstudent Benjamin Teske wirft Hegemann vor, für ihre Kurzgeschichte „Die Spiegelung meines Gesichts in der Erschaffung der Welt“ Teile seines Films „Try A Little Tenderness“ geklaut zu haben. Der zweite Teil der Hegemann-Story sei eine vollständige Kopie des Teske-Films, sowohl einzelne Sätze, als auch die Formulierungen und der Ablauf der Handlung wurden unerlaubt übernommen. Für den Film sei eigens eine Produktionsfirma gegründet worden, die Hauptrollen in diesem nicht-kommerziellen Film haben Cosma Shiva Hagen und Adolfo Assor übernommen. Der Film sei eine Adaption der Kurzgeschichte „Un peu de tendresse“ des französischen Autors Martin Page, der sein Einverständnis zur Verfilmung gegeben habe und auf jedem Plakat genannt wird. Auf WELT Online ist dazu zu lesen: „Obwohl kaum jemand lacht, ist hier einiges nicht ganz frei von Ironie. Zum Beispiel auch der Umstand, dass ausgerechnet das Internet, das die Grenzen der schreibenden Subjekte verwischt, jetzt so maliziös zum Aufdecken von Plagiaten genutzt wird.





Die faulen Ausreden der Helene Hegemann

9 02 2010

„Axolotl Roadkill“, der Erfolgs- und Skandalroman der 17-jährigen Autorin Helene Hegemann wurde in Kritikerkreisen wegen seiner frischen und frechen Sprache gefeiert. Nun stellte sich heraus, dass gerade diese Authentizität geklaut ist. Weite Strecken hatte Hegemann aus einem Blog abgeschrieben. Auf frischer Tat ertappt. Wie könnte man sich besser rechtfertigen, als dadurch, dass man behauptet, es wäre aus künstlerischer Sicht pure Absicht gewesen? Die Autorin verteidigt dieses Plagiat nun tatsächlich damit, dass die „Copy & Paste“-Technik zur so genannten Nullergeneration gehöre und deswegen auch glaubwürdig sei. Außerdem sieht sie in ihrem geistigen Diebstahl einen Umgang mit der Urheberrechtsproblematik und das Anrecht ihrer Generation zur Kopie und Veränderung von Texten. Es wundert mich ehrlich gesagt nicht. Es mag sein, dass niemand imstande ist, etwas wirklich Neues zu schaffen und jeder Vorbilder sucht, besitzt und pflegt. Und es war immer schon so, dass es Menschen gab, die die Kreativität anderer genutzt haben – und dafür ganz unterschiedlich bewertet werden (man denke nur an Bertolt Brecht). Aber der allzu leichte Griff nach CTRL-C und CTRL-V ist nicht so einfach mit künstlerischer Intention zu rechtfertigen – vor allem, wenn man erst davon spricht, wenn man ertappt wird.