Google wegen Nicht-Zensur zu Geldstrafe verurteilt

24 03 2010

Zwei Teenager haben eine Klage eingereicht, weil sie sich über die Inhalte auf einigen Orkut-Seiten mit sexistischen Witzen geärgert hatten. Ein brasilianisches Gericht hat nun gegen den Internetkonzern Google ein Bußgeld verhängt, weil dieser sich weigert, die entsprechenden Seiten zu zensieren. Die Strafe beträgt 2.700 Dollar für jeden Tag, an dem die fraglichen Inhalte auf den Seiten noch zu sehen sind oder neue hinzu kommen. Das Argument, dass Google weder die technischen Möglichkeiten noch das Geld besitzt, um die Inhalte auf der Netzwerkseite Orkut, die Facebook ähnelt, zu kontrollieren, ließen die Richter nicht gelten. Vielmehr waren sie der Meinung, dass Google dies in China sehr wohl geschafft hat.





Google Street View und die Mafia

23 03 2010

Die italienische Zeitung Corriere della Sera hat herausgefunden, dass Google mit seinem Projekt Street View nicht alle Straßen im Detail aufnimmt. So wurden zum Beispiel die Straßen des gefährlichen Mafiaviertels Scampia nicht fotografiert. Die berüchtigte Hochhaus-Gegend am Stadtrand von Neapel wurde durch den Film Gomorra weltbekannt. Nur einige große Durchfahrtsstraßen wurden erfasst, die kleinen Seitenstraßen fehlen dagegen in der Ansicht. Genau diese Seitenstraßen sind berühmt-berüchtigt für Gewalt und Drogenhandel. Die italienische Abteilung von Google erklärte, die engen Straßen seien zu schmal für Googles Fotowagen.





Buzz will Facebook, Twitter und Co. überflüssig machen

10 02 2010

Mit Buzz will der Internet-Riese Google sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter den Kampf ansagen. Für Google soll Buzz in erster Linie ein gigantischer Datensauger werden. Er soll dem Konzern endlich jene Bereiche zugänglich machen, die in der umfassenden Sammlung noch fehlen und so möglichst viele Informationen über private Netzwerke, Freundschaftsbeziehungen und das Alltagsleben aller Nutzer bringen. Einige erfolglose Versuche auf diesem Terrain hat Google bereits hinter sich: Orkut, Profiles und FriendFeed. Mit dem Accountnamen bei Buzz sind eine Vielzahl weiterer Informationen verknüpft: die gespeicherten Suchanfragen der vergangenen neun Monate etwa, als Google Docs gespeicherte Dokumente oder Picasa-Fotos. Bei Buzz allerdings werden die sozialen Informationen um eine zentrale Komponente erweitert: den Aufenthaltsort.





Facebook überholt Google News

7 02 2010





Was man kann und doch nicht soll oder Warum Google sein Motto verraten wird

18 01 2010

Die „Google-Falle“ hatte ich bereits gelesen. Dort stand nicht wesentlich mehr als ich schon wusste. Durch einen Hinweis (Matteo sei Dank!) kenne ich jetzt auch den Inhalt des aktuellen SPIEGEL-Artikels zum Suchmaschinenriesen. Kaum ein Absatz, der einen nicht zum Nachdenken bringt. Besonders gefährlich finde ich Googles Ansinnen, eine Software für das Handy mit Gesichtserkennung samt Identifizierung mittels Internet zu entwickeln. Heute noch kaum möglich, morgen ein Tool für alle. Das klingt wie eine Dystopie, aber ich habe gelernt, dass alles, was sich Wirtschaft und Technik vornehmen, eher früher als später umgesetzt wird. Vor zehn Jahren ist mein Buch „Zensur im Internet“ erschienen. Im Anhang gibt es ein kurzes Kapitel, in dem sich in Entwicklung befindliche Techniken vorgestellt werden, um zu illustrieren, dass ethische Themen in Bezug auf das Internet in Zukunft noch größere Bedeutung erlangen werden. Sieben von den acht erwähnten Techniken sind heute Standard. Stellen wir uns nun vor, was passiert, wenn jedermann und jederfrau ein Handy mit Gesichts- und Identitätserkennung besitzt. (Und lassen wir dabei außer Acht, dass es sicherlich auch sinnvolle Anwendungen geben wird, aber das darf nicht immer für alles als Generalausrede herhalten.) Stalking wird ganz neue Dimensionen erreichen. Die tolle Asiatenschnitte auf der Party. Wie heißt sie denn? Vielleicht finde ich ein paar Fotos von ihr. Wenn ich Glück habe, dann trägt sie wenig bis nichts. Wie kann ich sie denn am besten anmachen? Mal sehen, was in ihrem Facebook-Profil gespeichert ist. Aha, sie hört gerne The Smashing Pumpkins. Da fällt mir schon ein Anmachspruch ein. Oder ein anderes Beispiel. Dieser verdammte Polizist, der mir gerade einen Strafzettel verpassst hat. Wo wohnt er denn? Adresse schnell gefunden. Wie komme ich am leichtesten dorthin? Auch kein Problem. Schöne Kratzer auf seinem Auto. Der gläserne Mensch ist schon längst beschlossen. Wer heute das Internet schätzt, weil er sich in vollkommener Anonymität Pornos herunterladen kann und sich in der Videothek nicht mehr outen muss, der wird der Zeit vor Google Goggles nachtrauern. Privatsphäre wird es nicht mehr geben. Internet will eat itself!





Don’t be evil?

15 01 2010

Googles Leitsatz muss ich schon mit einem großen Fragezeichen versehen. Ich gebe zu, seit es Google gibt, verwende ich nur mehr eine einzige Suchmaschine. Früher habe ich Altavista, Excite, Lycos, Magellan, Yahoo, MetaCrawler und einige andere parallel benutzt und habe auch alles gefunden, was ich brauchte. Schon seit einiger Zeit ärgere ich mich darüber, dass bei Sucheingaben Vorschläge kommen, wie denn der Begriff weitergehen soll. Gut, man kann damit oft ein wenig Zeit sparen, aber ist es wirklich schon so weit gekommen, dass uns eine Maschine vorgibt, wie wir weiterzudenken haben? Gibt es zu jedem Stichwort fünf, acht oder zwölf naheliegende Kombinationen? Wer sich darauf verlässt bzw. nur das auswählt, was viele andere schon vor ihm eingetippt haben, der wird letzten Endes ein willenloses Subjekt. Zumindest was die Benutzung von Suchmaschinen betrifft und das ist heute auch schon eine ganze Menge. Über zwei Blogeinträge bin ich auf folgenden Umstand hingewiesen worden. Wenn man Google mit der Anfrage „Sex mit“ füttert, so bietet die Suchmaschine eine ganze Reihe von Vorschlägen wie denn die Suchanfrage vollendet werden kann.

Es ist ein schöner Spiegel unserer Gesellschaft. Denn Google wirft das aus, was am meisten gesucht wird. (Irgendetwas läuft definitiv falsch!) Man erfährt so, dass sich anscheinend vier Mal so viele Internetsurfer für Sex mit Kindern interessieren als für Sex mit Lehrern. Einfach eklig. So sah es auch ein anderer Blogger, dessen Beitrag „Google kann echt eklig sein“ heißt. Gibt man übrigens diese Wörter in die Suchmaske ein, besitzt Google zudem die Frechheit zu fragen: „Meinten Sie: Google kann nicht eklig sein“





Suchbild: Microsoft auf Googles Spuren

5 12 2009