Kommen Tiere nicht in den Himmel? oder Man kann aus allem Geld machen

20 02 2010

Viele protestantische US-Amerikaner glauben, dass sie noch zu Lebzeiten durch „Entrückung“ in den Himmel kommen. Weil dort aber für Haustiere kein Platz ist, bietet ein Mann aus New Hampshire nun einen entsprechenden Service unter dem Namen „Eternal Earth-Bound Pets“ an. Ähnlich wie bei streng gläubigen Juden, die oft Andersgläubige anstellen, um am Sabbat verbotene Arbeiten ausführen zu lassen, vermittelt der Dienst Atheisten an Christen, die sich nach deren „Entrückung“ um ihre Haustiere kümmern. Eine Tier-Versicherung kostet 110 Dollar für zehn Jahre und für jedes weitere Tier schlägt mit 15 Dollar zusätzlich zu Buche. Es gibt bereits zahlreiche zahlende Kunden; der Geschäftsinhaber rechnet aber nicht damit, dass die Gegenleistung fällig wird. Seiner Meinung nach verkaufe er ohnehin „nur“ Seelenfrieden. Mehr dazu hier.





Ein wenig mehr Idealismus und ein bisschen weniger Prostitution

28 10 2009

Wer die Berichterstattung rund um die 1. Südtiroler Volksabstimmung verfolgt hat, dem wird die Diskussion über die hohen Aufwandsentschädigungen für Auslandssüdtiroler nicht entgangen sein. Es ist schon ein verqueres System, im dem staatsbürgerliche Selbstverständlichkeiten eigenes honoriert werden müssen. Natürlich ist es verständlich, dass zum Beispiel eine Anreise von 1000 km für ein Referendum, bei dem von vornherein nicht klar war, ob das nötige Quorum überhaupt erreicht wird, nicht von allen auf sich genommen wird. In diesem Fall sind Vorwürfe unangebracht. Wenn aber der ausländische Heimatort oft nur wenige Kilometer hinter der Grenze liegt und ganze Familien, oft ohne genau zu wissen, worüber abgestimmt wird, die Fahrtkostenrückerstattung in Anspruch nehmen, dann ist die Liebe zur Demokratie und ihren Prinzipien kaum mehr wert als das Liebesgesäusel einer Prostituierten. „prostituere“ heißt im Lateinischen auch „preisgeben“. Eine aufgeklärte, staatsbürgerlich vernünftige Haltung wird hier mit Sicherheit der Lächerlichkeit preisgegeben. Doch die Praxis, sich Selbstverständlichkeiten zu erkaufen, liegt im Trend. Wenn französische Schüler für einen regelmäßigen Schulbesuch finanziell belohnt werden (statt dass Schwänzer belangt werden) oder anderenorts Schüler für jede Anstrengung mit Reisen geködert werden, dann wird jede idealistische Gesinnung untergraben oder ausgelöscht.