Warum die Phonoindustrie Kinderpornos braucht

29 04 2010

Kinderpornographie ist großartig. Sie ist großartig, weil Politiker verstehen, was Kinderpornographie ist. Wenn wir diese Karte ausspielen, werden sie handeln und anfangen, Webseiten zu blockieren. Und sobald sie das getan haben, können wir sie dazu bewegen, auch Filesharing-Seiten zu blocken.“ – Johan Schlüter, Anwalt der International Federation of the Phonographic Industry

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Die Inhalte-Industrie bläst zum Kampf

29 03 2010

Die Inhalte-Industrie rüstet sich zunehmend zum Angriff gegen Raubkopierer: Spezielle Suchprogramme überwachen Tauschbörsen und Webserver im Internet und speichern Listen möglicher Plagiate, inklusive präziser Angaben zu Zeitpunkt, IP-Adresse, Dateiname bzw. URL und Inhalt. Diese Informationen werden Anwälten übermittelt, welche die Täter hinter den IP-Adressen ermitteln sollen, um anschließend kostenpflichtige Abmahnungen zu verschicken und teure Nachlizensierungen einzufordern. Dabei gehen die Abmahnanwälte oft wenig zimperlich vor. Eine Frau aus den USA zum Beispiel wurde wegen 24 Musiktiteln zu einer Millionenstrafe verurteilt und ein Vater in Deutschland wurde vom Landgericht Magdeburg zur Übernahme von Anwaltskosten in Höhe von 3 000 Euro verurteilt, weil sein Sohn den Familien-Internetanschluss mitbenutzte und dort per Tauschbörsen-Software 132 Musikstücke up- und downloadete.





Was stimmt hier nicht? (Folge 2)

26 01 2010





Illegale Downloads schaden Jungmusikern

14 11 2009

Die Tonträgerfirmen fördern heute in deutlich geringerem Umfang junge Künstler als das vor fünf bis zehn Jahren der Fall war„, meint der Geschäftsführer der Popakademie Baden-Württemberg Hubert Wandjo. Ursache dafür sind unter anderem illegale Downloads, die zu Umsatzrückgängen von bis zu 40% geführt haben. „Wir beobachten einen starken Trend zur Reamateurisierung„, sagte Wandjo. Jungkünstlern, die ins Profi-Lager wechselten und von ihrer Musik leben wollten, sei ein wichtiger Teil des Einkommens und der Förderung nahezu weggebrochen. Dies mindere auch ihre Chance, im Live-Bereich Fuß zu fassen. Dadurch müssten zunehmend junge Musiker ihren Lebensunterhalt auf berufsfremden Wegen verdienen. „Können sie sich nicht auf ihre Kunst konzentrieren, führt dies in der Regel zum Qualitätsverlust.





Von wegen absolute Freiheit

11 09 2009

Wer mich (persönlich) kennt, weiß, dass ich kein Problem damit habe, wenn Freiheiten eingeschränkt werden. Einfach deshalb, weil wahre Freiheit nichts damit zu tun hat, dass man alles darf. Mit dieser Einstellung gehöre ich wahrscheinlich zu einer kleinen Minderheit, aber das Gefühl, nicht blind dem Zeitgeist zu verfallen oder ferngesteuert dem Mainstream hinterherzujagen, ist zumindest manchmal gar nicht so schlecht. Während wir auf der einen Seite in einer Welt leben, in der alles erlaubt zu sein scheint und jede Einschränkung vehement bekämpft wird, zeigt sich andererseits, dass es ohne doch nicht geht. In Deutschland gibt es Zensurbestrebungen, die trotz Proteste nicht vollkommen abgewendet werden konnten; Rabid Neurosis, eine Gruppe, die 25.000 Musikalben illegal im Internet angeboten hat (zum Teil vor dem regulären Erscheinungstermin), wird nun als kriminelle Vereinigung vor Gericht gestellt; in der Schweiz wird Beamten der Facebook-Zugang gesperrt, weil die Arbeitsleistung durch die Social-Network-Site drastisch gesunken war.





Studien über Studien – Eine Studie?

20 07 2009

Handystrahlen lösen Krebs aus. Handystrahlen sind vollkommen unschädlich. Gewalt-Videospiele lassen die Spieler verrohen. Gewalt-Videospiele haben keine negative Wirkung auf die Spieler. Die heutige Jugend säuft bis zum Unfallen. Die heutige Jugend trinkt viel weniger als frühere Generationen. Kleinkinder sollen auf dem Bauch schlafen. Kleinkinder sollen auf keinen Fall auf dem Bauch schlafen. Filesharing-Programme lassen die Kinobesucherzahlen sinken. Filesharing-Programme haben keinen Einfluss auf die Kinobesuche. Die Britannica ist besser als die Wikipedia. Die Wikipedia ist besser als die Britannica. Diese Liste lässt sich unendlich lange fortsetzen. Gemeinsam ist allen Aussagen, dass es wissenschaftliche Studien gibt, mit denen sie gestützt und belegt, ja, mit denen sie plausibel präsentiert werden können. Welchen Wert haben Studien eigentlich, wenn sich ohnehin für jede These eine Studie finden lässt? Und ich rede nicht einmal davon, dass manche Studien ganz gezielt von Firmen in Auftrag gegeben werden, Studien, bei denen schon von vornherein feststeht, was am Ende das Fazit ist. Müsste ich zwischen zwei Studien, deren Ergebnisse sich gegenseitig ausschließen, wählen, dann würde ich mir anschauen, welche Methoden angewandt wurden, wer hinter den Studien steckt etc. Aber wer macht das schon? Oft ist es auch kaum möglich. Und dabei braucht man nur eine Studie zu erwähnen, ein paar Zahlen hinterher werfen und schon glaubt es jeder. Ich habe es selbst ausprobiert. Vor insgesamt über hundert Schülern. Eine Studie des ASTAT hätte ergeben, dass Menschen, die orange Kleidungsstücke tragen, eine bestimmte Partei wählen würden. Kein einziger hat die Aussage in Frage gestellt. Ich gebe zu, im wissenschaftlichen Kontext wird so etwas um ein Vielfaches schwieriger. Aber um eine Stimmung in der Bevölkerung zu erzeugen, braucht es keine Wissenschaftler.





So frei ist die Freiheit

7 07 2009

Kein politische Gruppierung hat in den vergangenen Monaten mehr auf sich aufmerksam gemacht als die Piratenpartei. Während die echten Piraten im Osten Afrikas international bekämpft werden, ziehen die digitalen Piraten ganz legal ins Europäische Parlament. Die Freiheit im Internet soll erhalten bleiben, das Urheberrecht solle neu formuliert werden und so weiter. Nach dem Erfolg konnte sich die neue Partei kaum vor Neuzugängen wehren und es schien als ob sich hier ein ganz neues europäisches Phänomen etablieren würde. Aber so liberal sind die Liberalen dann doch nicht. Zum Glück. Mitglieder, die rechtsradikales Gedankengut verbreiten, sich antisemitisch äußern, undemokratisch denken und handeln, sind unerwünscht. Und trotzdem halten sie ganz offiziell die Piratenflagge hoch. Noch schlimmer: Auch Pädophile mögen das Programm der Partei und deren Kampf gegen Netzsperren – darunter auch jene von Kinderpornoservern. Ein mehrfach wegen Verbreitung von Pädopornos verurteilter Hamburger zum Beispiel sammelt auf seinem Portal Berichte über die Piraten und empfiehlt, sie bei der Wahlzulassung zu unterstützen. Das gefällt sogar freiheitsliebenden Piraten nicht. No, they don’t. Und das ist gut so.