Künstlich erzeugter Alkokol ohne Nebenwirkungen

16 03 2010

David Nutt, Leiter der Neuropsychopharmaklogischen Abteilung des Imperial College London, will einem künstlich erzeugten Alkohol auf die Spur gekommen sein. Dieser erzeugt die angenehmen Wirkungen von Alkohol; nimmt man aber ein Gegenmittel ein, sei man wieder nüchtern, könne nach Hause fahren und Leber, Magen oder Kreislauf werden nicht belastet. Bis 2012 könnte das Getränk auf dem Markt sein, wenn genügend Geld für klinische Versuche aufgetrieben werden. Mit etwa 10 Millionen Pfund sei zu rechnen.

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Was von nachtaktiven mexikanischen Schwanzlurchen zu halten ist

13 03 2010

Viel wurde über Helene Hegemanns Romandebüt „Axolotl Roadkill“ geschrieben. In erster Linie beschäftigte man sich mit den Plagiatsvorwürfen und darüber hinaus mit der Frage, ob nicht viele große Literaten vor Hegemann auch schon abgekupfert hätten. Der Inhalt des Buches rückte so weitgehend in den Hintergrund und ich frage mich, ob alle jene, die über das Buch urteilen, es auch gelesen haben. Seit gestern kann ich dies zumindest für mich in Anspruch nehmen. Vier Zugfahrten á 50 Minuten reichten, um das 200 Seiten starke Buch hinter mich zu bringen. Es ist schon erstaunlich, was eine 17-Jährige zu Papier bringt. Ihr wurde oft vorgeworfen, mit Fremdwörtern herumzuwerfen und intelligent zu wirken. Das hat mich nicht gestört. Ob es besser ist, dass eine junge Frau wie sie ihr Analsex- und Sadomaso-Vokabular aus dem Internet kopiert hat, sei in den Raum gestellt. Nach dreißig Seiten kennt man Hegemanns Stil und wenn eine Seite ohne das Wort „kotzen“ auskommt, dann stutzt man bereits. Was man aus dem Buch lernt, ist, dass man sich auf harten Drogen dauernd übergeben muss und die Welt wortwörtlich zum Kotzen findet. Dafür hätten aber dreißig Seiten gereicht. Irgendwann verkommt das ständige Gerede über das Kotzen aber zum Selbstzweck und macht den Roman dadurch nicht besser. Einen fehlenden roten Faden und eine fehlende Handlung im eigentlichen Sinne verzeiht man der Autorin immerhin, wenn man bedenkt, welch gebrochene Gestalten sie im Buch portraitiert. Beeindruckend sind auch immer wieder einzelne Satzkonstruktionen, in denen sie Vokabular miteinander verflechtet, das den Leser wie eine Bombe trifft – allerdings mit dem bitteren Nebengeschmack der Frage, ob gerade diese Passagen nicht von ihr selbst stammen. Aber damit muss sie leben. Einige Abschnitte wirken altklug oder sogar pseudointellektuell und Sätze, die bedeutungsrauschig als Absatz alleine stehen, wie jener, in dem sie den Konsum von Heroin mit dem In-die-Welt-Setzen von Kindern vergleicht, drängen zur Frage, wem die Autorin etwas beweisen will. Allenfalls der Titel spricht mich an, und das, was er ausdrückt. Immerhin. Die Liste der Personen, die Hegemann am Ende des Buches für Inspiration dankt/danken muss, wird dagegen von Auflage zu Auflage länger. Jedes Kapitel beginnt mit einem – zumindest namentlich gekennzeichneten – Zitat; ein Kapitel macht eine Ausnahme: „16. Juni“. Dass sie ausgerechnet den Bloomsday an sich reißt, zeigt, dass sie sich wirklich überall bedient, auch wenn diese Anspielung die wenigsten Leser verstehen werden. All das verzeihe ich ihr ohne Augenzwinkern. Nur eines nicht: Das Buch ist grottenlangweilig. Das war für mich der eigentliche Schock. Man kann die Figuren weder hassen für ihr verkorkstes Leben noch sie bemitleiden. Ab der dreißigsten, vierzigsten Seite passiert nichts mehr, was man nicht schon bei ihr gelesen hat. Und das Ende ist weder ein Ende mit Schrecken noch eines der Erleichterung. Der erste Satz (ebenfalls abgekupfert) „Let me entertain you“ ist gelogen – und das ärgert mich.





Prag ist das neue Amsterdam (drogentechnisch)

14 02 2010

Seit dem heurigen Jahr darf man in Tschechien bis zu 15 Gramm Marihuana, 5 Gramm Haschisch, 1,5 Gramm Heroin, 1 Gramm Kokain und 4 Ecstasy-Tabletten besitzen. Der Besitz dieser Substanzen gilt als Verwaltungsdelikt und wird lediglich mit einer Geldstrafe geahndet. Man will damit „Kranke“ (O-Ton „News“) nicht länger kriminalisieren, sondern Ressourcen für die großen Drogenfische nutzen. Die gesetzlichen Regelungen in den Niederlanden und der Tschechischen Republik legalisieren im Grunde genommen Drogen überhaupt nicht, sie regeln nur – ganz pragmatisch – den Umgang mit kleineren Mengen. Das bringt mich zu einer Reihe von Fragen: Gibt es ein Recht des Menschen auf Rausch? Und wenn es das gibt, wieso sehen selbst diesbezüglich liberale Staaten wie die eben genannten im Drogenkonsum etwas, was es, wenn es anders möglich wäre, nicht geben sollte?





Wenn man Alkohol mit Koffein mischt

2 02 2010

Buckfast Tonic Wine ist ein Getränk, das von Mönchen im Südwesten Großbritanniens hergestellt wird. Der Wein ist allerdings sehr umstritten, da er Alkohol mit Koffein kombiniert; eine durchschnittliche Flasche enthält die gleiche Menge Koffein wie acht Dosen Cola. Die BBC meldet nun, dass die schottische Polizei einen Zusammenhang zwischen der lokalen Kriminalitätsrate und dem Wein vermutet. In mehr als 5.000 Gerichtsfällen wurde der Wein namentlich erwähnt, in 114 wurde die Flasche sogar als Tatwaffe verwendet.





Funktioniert der Schock-Effekt?

17 10 2009

Es ist vielleicht nicht das beste Thema für einen Beitrag, der am Samstagabend geschrieben wird, aber ich denke schon seit einiger Zeit darüber nach und bin auf der Suche nach anderen Meinungen. Als ich heute von einem neuen „schockierenden“ Werbespot gegen Komasäufer gelesen und ihn gleich angeschaut habe, war ich – ehrlich gesagt – etwas enttäuscht, denn schockierend war er ganz und gar nicht. Viel interessanter fand ich die Artikel, Meldungen und Kommentare rund um den Clip, der vier Wochen lang im Kino gezeigt werden soll. Die Briten seien hier wesentlich direkter, aggressiver und schockierender. Jugendliche werden in Erbrochenem gezeigt oder wie sie in die Hose machen. Auch andere Länder gehen der härteren Weg, wenn es darum geht, Prävention zu betreiben. In Belgien sind auf Zigarettenschachteln Fotos verfaulter Zahnruinen, riesiger Krebsgeschwüre oder Raucherlungen zu sehen; in einem britischen Video kracht ein Mädchen bei einem Unfall mit dem Kopf durch die Scheibe, Blut spritzt, Teenager kreischen und weinen. Ich bin mir nicht sicher, welches der beste (oder zumindeste bessere) Weg ist, Menschen bzw. Jugendliche im Speziellen von Rauchen, Komatrinken, Drogenkonsum oder Leichtsinnigkeit im Straßenverkehr abzuhalten. Einerseits leuchtet mir ein, dass ein weniger aggressiver und weniger belehrender Weg eher Gehör finden kann, auf der anderen Seite ist ein rationaler Zugang gerade bei den angesprochenen Themen oft vollkommen fehl am Platz. Ein „Kommentator“ meinte: „Lasst sie doch saufen. Die haben eh keine Zukunft.“ Das kann es auch nicht sein.





Ist Cannabis harmloser als Alkohol?

5 10 2009

Das Forschungsinstitut INEIDFO hat in einer Umfrage, für die 2.500 Personen befragt wurden, das folgende – wenig überraschende – Ergebnis erhalten: 89 % der Befragten sind der Meinung, dass von Alkohol im Unterschied zu Cannabis ein mittleres oder hohes Risiko ausgehe. Deshalb bevorzuge man „Grünes“. Das mag ja sein. Aber wenn ich Schüler frage, ob sie der Meinung sind, dass Lehrer zu streng, zu langweilig oder zu parteisch sind, dann werde ich ein ähnliches Ergebnis erhalten. Ich frage mich, warum Studien in Auftrag gegeben werden, bei denen Menschen nach ihrer subjektiven Meinung gefragt werden, wenn dies überhaupt nicht zum untersuchten Thema passt. Es ist so, als macht man damit Werbung, dass sich einige „zufällig“ ausgewählte Menschen vor laufender Kamera nach der Einnahme eines bestimmten Joghurts besser fühlen.





Hauptsache rauschig!

26 09 2009

Es fasziniert mich immer wieder, was sich Menschen alles einfallen lassen, um sich in einen Rauschzustand zu versetzen. Ich habe einmal gehört, dass sogar Schleim von Kröten geleckt wird, da dieser anscheinend eine halluzinogene Wirkung besitzt, habe das aber damals als Märchen abgetan. Auf der Suche nach diesbezüglichen Informationen bin ich auf ein Forum geraten, in dem ich folgenden „Gedankenwechsel“ gelesen habe. ANONYMOUS fragt: „Kennt jemand von euch vielleicht eine legale Droge mit halluzygener Wirkung???freue mich auf eure Antworten!!! >>legalize it<<“ Darauf antwortet ANONYMOUS: „Die frage wird her im Phorum sooooo oft gestellt,ich glaube darauf gibt es nur scheiss antworten und leude die dich scheisse finde,nich böse gemeint,nur wenn ich mir mal die bisherigen frage zu dem thema anscheue,und darauf die antworten……….,aber du kannst dich ja mal hier umschauen,wenn nicht du wirst schätze ich innen paar tagen banane als antwort haben!!!JO-MaN“. Ich glaube, die beiden waren schon auf Krötenschleim. Aber es geht noch besser. Häftlingen in britischen Gefängnissen wurde ein alkoholhaltiges Händewaschmittel gegeben, um sie vor der Schweinegrippe zu schützen. Und wo ist das Waschgel gelandet? Richtig!