Man kann es auch übertreiben

18 12 2009

„Schach ist ein Killerspiel, bei dem Truppen in den Tod geschickt werden.“
– Stephan Günzel (Potsdamer Zentrum für Computerspielforschung)





Die ekelhafte Meldung des Tages oder Warum Computerspielsucht kein Tabuthema sein sollte

6 12 2009

Woran erkennt man, dass Computerspieler süchtig nach ihren Videospielen sind? Und woran erkennt man, dass PC-Spiele nicht zu unrecht oft als Heroin aus der Steckdose bezeichnet werden? Zum Beispiel daran, dass sich die Spieler einen Kübel unter ihren Arbeitsplatz stellen, damit sie für das kleine und große Geschäft während des Computerspiels nicht aufstehen müssen. Oder es werden gleich Windeln für Erwachsene angezogen, damit Nebensächlichkeiten wie der Stoffwechsel nicht unnötige Pausen ins Spiel bringt. Da kann man nur die Nase rümpfen (in zweierlei Hinsicht). Ich frage mich, ob der Duden das Wort „Eltern“ aus seiner schönen, alphabetisch geordneten Liste bereits herausgenommen hat, weil nicht mehr klar ist, ob der Begriff etwas real Existierendes bezeichnet?





Japaner heiratet Videospiel-Figur

22 11 2009

Ein japanischer Computerfreak wird morgen auf Guam seine Freundin Nene Anegasaki heiraten. Nene ist eine Spielfigur aus Konamis Dating Simulator „Love Plus“ für die Nintendo DS Mobilspielkonsole. Zum besseren Verständnis eine Einführung in das Spiel.

Es wundert mich eigentlich nicht, dass es so etwas in Japan gibt.





Baby stirbt während Arzt am Computer spielt

13 11 2009

In einem ostchinesischen Krankenhaus ist ein Baby unbemerkt gestorben, während der behandelnde Arzt Dr. Mao Xiaojun im Internet spielte. Er habe zunächst erklärt, an seiner Promotion gearbeitet und deshalb nicht bemerkt zu haben, dass sich der Zustand des fünf Monate alten Jungen verschlechterte. Eine interne Untersuchung hat jedoch ergeben, dass er im Internet das Spiel Go spielte. Der Arzt wurde daraufhin entlassen und elf weiteren Angestellten des Krankenhauses drohen Strafmaßnahmen. In China werden jedes Jahr mehr als 10.000 Klagen gegen Krankenhäuser wegen Unachtsamkeit eingereicht.





Die böse Maus

6 11 2009

Micky Maus ist langweilig. Und mit Langeweile kann man kein Geld verdienen. Deshalb entschied der familienfreundliche Disney-Konzern, ihr Aushängeschild aufzupeppen (oder abzupeppen, wie man es sehen will). Im Computerspiel „Epic Mickey“ bewegt sich nun die Figur durch eine kaputte Comic-Welt, die von kaputten Comic-Figuren bevölkert wird. Wunderbar. Warren Spector, einer der Erfinder dieser neuen Maus, wollte ihr die Möglichkeit geben, böse zu sein. Das klingt im Prinzip sogar plausibel. Aber wahrscheinlich hat er einfach zuviel „A Clockwork Orange“ gelesen oder geschaut und möchte jetzt Gott spielen.





Wolfenstein wird zurückgerufen

23 09 2009

Activision Blizzard Deutschland, der Hersteller des Computerspiels „Wolfenstein“ ruft alle deutschen Versionen zurück. Es werden zudem alle Händler gebeten, den Ego-Shooter aus den Regalen zu nehmen und aus ihren Lagern zu entfernen. Über die Gründe dafür gibt es noch keine offizielle Stellungnahme, die aber in den nächsten Tagen erwartet wird. Höchstwahrscheinlich sind im Spiel vorkommende Hakenkreuze der Auslöser für diese Rückrufaktion. Das Computerspiel war bisher nicht indiziert worden. In Deutschland sind Hakenkreuze in Spielen nicht erlaubt, in Filmen hingegen schon. Die Website pcgames.de merkt an, dass das Spiel im Test überzeugen konnte und „85 Prozent Spielspaß“ bietet.





Studien über Studien – Eine Studie?

20 07 2009

Handystrahlen lösen Krebs aus. Handystrahlen sind vollkommen unschädlich. Gewalt-Videospiele lassen die Spieler verrohen. Gewalt-Videospiele haben keine negative Wirkung auf die Spieler. Die heutige Jugend säuft bis zum Unfallen. Die heutige Jugend trinkt viel weniger als frühere Generationen. Kleinkinder sollen auf dem Bauch schlafen. Kleinkinder sollen auf keinen Fall auf dem Bauch schlafen. Filesharing-Programme lassen die Kinobesucherzahlen sinken. Filesharing-Programme haben keinen Einfluss auf die Kinobesuche. Die Britannica ist besser als die Wikipedia. Die Wikipedia ist besser als die Britannica. Diese Liste lässt sich unendlich lange fortsetzen. Gemeinsam ist allen Aussagen, dass es wissenschaftliche Studien gibt, mit denen sie gestützt und belegt, ja, mit denen sie plausibel präsentiert werden können. Welchen Wert haben Studien eigentlich, wenn sich ohnehin für jede These eine Studie finden lässt? Und ich rede nicht einmal davon, dass manche Studien ganz gezielt von Firmen in Auftrag gegeben werden, Studien, bei denen schon von vornherein feststeht, was am Ende das Fazit ist. Müsste ich zwischen zwei Studien, deren Ergebnisse sich gegenseitig ausschließen, wählen, dann würde ich mir anschauen, welche Methoden angewandt wurden, wer hinter den Studien steckt etc. Aber wer macht das schon? Oft ist es auch kaum möglich. Und dabei braucht man nur eine Studie zu erwähnen, ein paar Zahlen hinterher werfen und schon glaubt es jeder. Ich habe es selbst ausprobiert. Vor insgesamt über hundert Schülern. Eine Studie des ASTAT hätte ergeben, dass Menschen, die orange Kleidungsstücke tragen, eine bestimmte Partei wählen würden. Kein einziger hat die Aussage in Frage gestellt. Ich gebe zu, im wissenschaftlichen Kontext wird so etwas um ein Vielfaches schwieriger. Aber um eine Stimmung in der Bevölkerung zu erzeugen, braucht es keine Wissenschaftler.