Richard Dawkins will den Papst festnehmen lassen

14 04 2010

Der Bestsellerautor und bekennende Atheist Richard Dawkins („Der Gotteswahn“) will zusammen mit seinem Autorenkollegen Christopher Hitchens und den Menschenrechtsanwälten Geoffrey Robertson und Mark Stephens Papst Benedikt XVI. hinter Schloss und Riegel bringen. Grund dafür ist der Umgang der katholischen Kirche mit dem Missbrauch von Kindern durch Priester. Die beiden Autoren werfen dem Papst vor, die Vorkommnisse gezielt verschleiert zu haben. Eine Gelegenheit würde sich der britischen Justiz beim geplanten Großbritannien-Besuch des Papstes vom 16. bis 19. September bieten. Dawkins und Hitchens werfen dem katholischen Kirchenführer Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor, ein völkerstrafrechtlicher Tatbestand, der seit den Nürnberger Prozessen im Jahr 1945 verwendet wird. Auf seine diplomatische Immunität könne sich Benedikt XVI. nicht berufen. Es handle sich zwar um einen Staatsbesuch handelt, aber der Vatikanstaat, an dessen Spitze der Papst steht, wird nicht von den Vereinten Nationen anerkannt.





Geschmacklos?

12 04 2010


Quelle: Titanic





Malcolm McLaren ist tot – Ein persönlicher Nachruf

11 04 2010

Es war mein erstes Studienjahr. In einem Second-Hand-Shop für Musikalien, in dem es alles gab, nur nicht System und Ordnung, habe ich zufällig eine folgenreiche Entdeckung gemacht. Ich erinnere mich genau. Unter den Tischen konnte man sich durch Kisten voller Schallplatten wühlen, auf den Ablageflächen waren die CDs verstaut. Hier hatte ich plötzlich „Waltz Darling“ von Malcolm McLaren in den Händen. Ich hatte den Namen bereits gehört, aber als legendärer Manager der Punk-Band „Sex Pistols“ ging er spurlos an mir vorüber. Mein Interesse galt weder Punk noch Pistolen und die 70er waren doch schon lange vorbei. „Waltz Darling“ wurde zu einem meiner Lieblingsalben und ist es bis heute. Als ich es das erste Mal gehört habe, trauerte ich um jeden Tag vorher, an dem ich es nicht genießen konnte. Klingt sehr pathetisch nach all den Jahren. „Waltz Darling“ mischt Pop mit House und unterlegt alles mit gesampelten Wiener Walzern. Schon allein die Tatsache, dass man den 3/4-Walzertakt in ein 4/4-Popgerüst quetscht, war faszinierend. Es war der Beginn einer anhaltenden musikalischen Freundschaft. Schon lange besitze ich alle von ihm veröffentlichten Alben, sechs an der Zahl, und er McLaren wird wohl einer der wenigen sein, der Afro, Rap, Pop, House, Jazz, Klassik und einiges mehr in sich vereint. Er hatte ein lockeres Verhältnis zum Urheberrecht und deshalb passt der Nachruf auf Retrakon. Aber im Angehör seiner Ergebnisse mag man das verzeihen. Das letzte reguläre Album erschien 1994, „Paris“, eine Hommage an die Stadt und den Jazz. Immer noch hörenswert. Sein angekündigtes Jungle-Album mit Christy Turlington hat er leider nie realisiert. „Malcolm, you are a saboteur“. No, Malcolm, you’re a genius.





Aus digital mach analog! Neue Möglichkeiten für die Zukunft?

8 04 2010

Häufig wird Reales in die virtuelle Welt verfrachtet. Wer will noch auf einem Golfplatz golfen oder auf einer Gitarre spielen oder ein Tennismatch bestreiten oder ein echtes Leben führen, wenn es Spielkonsolen gibt? Hier erleben wir ein Beispiel, in dem ursprünglich Virtuelles den Weg in die reale Welt findet: Analoges Tetris.

Tetris analógico // Analogical Tetris from Esferobite-DSK on Vimeo.

Ganz neue Möglichkeiten tun sich auf: In Zukunft könnte man tatsächlich Quidditch spielen oder Luftgitarren selbst nicht zupfen oder Ungeheuer abschlachten oder drei Leben haben.





Was das Dashboard verrät (Folge 1)

8 04 2010

Wer zufällig auf Retrakon gerrät, sucht Folgendes: japanische Vergewaltigungsspiele, Würth Kalender-Models, Drogen in Prag, Hochzeiten mit Videospielfiguren, Öbszönes in Chatroulette, schöne Augen unter Burkas und Pornos der Nazis.





Wie ein neuer Chatroulette-Knopf in die Hose ging

7 04 2010

Wie schon mehrfach berichtet, gibt es auf Chatroulette immer wieder Nutzer, die spärlich oder nicht bekleidet obszöne Handlungen an sich vornehmen. Daher gibt es seit kurzem einen Knopf, mit dem man solche User melden und aus dem Roulette werfen kann. Im Grunde eine sinnvolle Angelegenheit. Doch was passiert? Männliche Chatter, die wahrscheinlich 90% ausmachen, nutzen den Knopf immer häufiger, um andere männliche Chatter auszuschließen, damit die Wahrscheinlichkeit größer wird, dass sie endlich auf ein weibliches Wesen stoßen.





Wenn schon wieder einmal nur die Oberfläche gesehen wird

6 04 2010

Die US-Soulsängerin Erykah Badu erregt zur Zeit die (amerikanischen) Gemüter. In ihrem aktuellen Video „Window Seat“ geht sie eine Straße entlang und zieht sich dabei langsam aus. Am Ende des Songs – nackt, aber verpixelt – fällt genau an jener Stelle ein Schuss, an der John F. Kennedy ermordet wurde. Sie fällt um und liegt am Boden. Im Hintergrund liest Badu dazu ein Gedicht vor, in dem es darum geht, dass viel zu viele Menschen bereit seien, zu zerstören, was sie nicht verstehen, oder was nicht in ihre Gemeinschaft passt. Badu wurde ein Bußgeldbescheid über 500 Dollar zugestellt. Das Video dazu wurde auf YouTube plötzlich aus „Urheberrechtsgründen“ gelöscht. Hier das Video auf einer anderen Plattform.