Chatroulette – der neue Hype?

16 02 2010

Ein 17-jähriger russischer Programmierer hat den Hype der Stunde erschaffen. Bei Chatroulette wird man zufällig mit einem Chatpartner verbunden. Das Gespräch mit dem Gegenüber dauert so lange, bis ein Gesprächspartner den anderen wegklickt (was im Normalfall nur wenige Sekunden dauert). Ein ähnlicher Dienst wurde von Retrakon bereits vor vielen Monaten vorgestellt, er heißt Omegle. Das Besondere an Chatroulette ist jedoch, dass Chatpartner mit Webcam verbunden werden. Obszönes, verletzendes und/oder pornografisches Material sind laut Nutzungsbedingungen verboten, aber an diese Regel hält sich natürlich niemand. Mehr darüber kann man hier lesen. Mein Selbstversuch (20:27-20:38) hat ergeben: 140 Männer (5 davon mit sich selbst beschäftigt), 3 Frauen, 1 Katze. Das sagt alles.





Die faulen Ausreden der Helene Hegemann

9 02 2010

„Axolotl Roadkill“, der Erfolgs- und Skandalroman der 17-jährigen Autorin Helene Hegemann wurde in Kritikerkreisen wegen seiner frischen und frechen Sprache gefeiert. Nun stellte sich heraus, dass gerade diese Authentizität geklaut ist. Weite Strecken hatte Hegemann aus einem Blog abgeschrieben. Auf frischer Tat ertappt. Wie könnte man sich besser rechtfertigen, als dadurch, dass man behauptet, es wäre aus künstlerischer Sicht pure Absicht gewesen? Die Autorin verteidigt dieses Plagiat nun tatsächlich damit, dass die „Copy & Paste“-Technik zur so genannten Nullergeneration gehöre und deswegen auch glaubwürdig sei. Außerdem sieht sie in ihrem geistigen Diebstahl einen Umgang mit der Urheberrechtsproblematik und das Anrecht ihrer Generation zur Kopie und Veränderung von Texten. Es wundert mich ehrlich gesagt nicht. Es mag sein, dass niemand imstande ist, etwas wirklich Neues zu schaffen und jeder Vorbilder sucht, besitzt und pflegt. Und es war immer schon so, dass es Menschen gab, die die Kreativität anderer genutzt haben – und dafür ganz unterschiedlich bewertet werden (man denke nur an Bertolt Brecht). Aber der allzu leichte Griff nach CTRL-C und CTRL-V ist nicht so einfach mit künstlerischer Intention zu rechtfertigen – vor allem, wenn man erst davon spricht, wenn man ertappt wird.





So nicht

21 12 2009

Lieder wie „Stille Nacht, heilige Nacht“, „Alle Jahre wieder“, „Der Heiland ist geboren“, „Es ist ein Ros entsprungen“, „Ihr Kinderlein kommet“ und „O du selige“ sind an den Schulen des Kantons Zürich unerwünscht. Dies hat das Volksschulamt angeordnet. Man wolle keine religiösen Gefühle verletzen und verhindern, dass muslimische Kinder Weihnachtslieder über Gottes Sohn Jesus singen müssen. Im Schreiben des Volksschulamts heißt es: „Von der aktiven Teilnahme an Handlungen und Liedern mit religiösen Inhalten – zum Beispiel solchen, die Jesus als Gottes Sohn bezeichnen – soll abgesehen werden.“ Bleibt also noch „O Tannenbaum“, die Anbetung eines Baumes. In anderen Worten: Der kleinste gemeinsame Nenner, auf den es der überzeugte Islam und ein nicht-mehr-gläubiges christliches Abendland bringen, ist heidnischer Firlefanz. Wenn die Schweizer Behörden wirklich konsequent sein wollen, dann sollen sie doch die Schweizer Fahne mit dem Kreuz auch abschaffen.





Die ekelhafte Meldung des Tages oder Warum Computerspielsucht kein Tabuthema sein sollte

6 12 2009

Woran erkennt man, dass Computerspieler süchtig nach ihren Videospielen sind? Und woran erkennt man, dass PC-Spiele nicht zu unrecht oft als Heroin aus der Steckdose bezeichnet werden? Zum Beispiel daran, dass sich die Spieler einen Kübel unter ihren Arbeitsplatz stellen, damit sie für das kleine und große Geschäft während des Computerspiels nicht aufstehen müssen. Oder es werden gleich Windeln für Erwachsene angezogen, damit Nebensächlichkeiten wie der Stoffwechsel nicht unnötige Pausen ins Spiel bringt. Da kann man nur die Nase rümpfen (in zweierlei Hinsicht). Ich frage mich, ob der Duden das Wort „Eltern“ aus seiner schönen, alphabetisch geordneten Liste bereits herausgenommen hat, weil nicht mehr klar ist, ob der Begriff etwas real Existierendes bezeichnet?





Was stimmt hier nicht? (Folge 1)

4 12 2009

Wenn man sich die Entwicklung des Schul- und Bildungswesen der letzten Jahre ansieht, dann stellt man fest, dass im Primar- und Sekundarbereich, also bis zur Matura/zum Abitur, immer mehr Wahl- und Wahlpflichtfächer angeboten werden. Damit soll den Schülern das eigenständige, nach persönlichen Bedürfnissen und nach persönlichen Fähigkeiten orientierte Entscheiden näher gebracht werden. Ob ein 12-jähriger Schüler aber tatsächlich in der Lage ist, abzuschätzen, welche Fächer und Inhalte für sein späteres Leben Bedeutung haben werden, sollte noch diskutiert werden. Auf der anderen Seite beklagen immer mehr Studenten und Professoren die Verschulung der Universitäten. In diesem Bereich geht man also genau den umgekehrten Weg. Aber gerade hier sollte sich neben der Freiheit der Lehre auch die Freiheit des Lernens entfalten dürfen. Ich finde es wichtig, dass junge Menschen bis zur Reifeprüfung eine möglichst breite Allgemeinbildung erhalten, über die sie nicht selbst entscheiden dürfen (oder nur in sehr eingeschränktem Maße). Dafür sollten aber danach die Bildungsinhalte nur in Grundzügen, nicht aber im Detail vorgegeben werden. Zuerst muss man sich eine Basis aneignen, danach kommt das eigenständige Forschen.





Wir lernen etwas: Was ist Bodyshopping?

24 11 2009

Was so klingt als ob man in einem Geschäft einen Körper kaufen kann, vielleicht einen neuen Partner, hat damit zum Glück nichts zu tun. Ob das sich tatsächlich dahinter Verbergende wesentlich besser ist, gilt es noch zu eruieren. Was ich an unserer technik- und netz-überladenen Welt immer wieder befremdlich finde, ist der Hang Vieler immer öfter das reale Leben in die Virtualität zu verlegen. Denn ein solches virtuelles Leben ist, wenn man es genau nimmt, eine Täuschung. Es spricht nichts dagegen, einmal der Superheld in einem Computerspiel zu sein, aber wenn man dieser Held nur deshalb sein will, und immer sein will, weil man im realen Leben ein Anti-Held ist und darunter auch leidet, dann ist das für mich, wie ich schon öfters ausgeführt habe, nicht viel mehr als eine Flucht. Doch zurück zu Bodyshopping. Darunter versteht man das digitale Bearbeiten von Fotos, indem man virtuelle Tattoos auf den Körper aufbringt (siehe Bild). Das muss wohl für Menschen sein, die so wankelmütig sind, dass sie es nach kurzer Zeit ohnehin nicht mehr wollen oder zu feige, sich ein echtes Tattoo stechen zu lassen. Virtuell ist nur für jene real, die kein reales Leben besitzen.





Japaner heiratet Videospiel-Figur

22 11 2009

Ein japanischer Computerfreak wird morgen auf Guam seine Freundin Nene Anegasaki heiraten. Nene ist eine Spielfigur aus Konamis Dating Simulator „Love Plus“ für die Nintendo DS Mobilspielkonsole. Zum besseren Verständnis eine Einführung in das Spiel.

Es wundert mich eigentlich nicht, dass es so etwas in Japan gibt.