Aus digital mach analog! Neue Möglichkeiten für die Zukunft?

8 04 2010

Häufig wird Reales in die virtuelle Welt verfrachtet. Wer will noch auf einem Golfplatz golfen oder auf einer Gitarre spielen oder ein Tennismatch bestreiten oder ein echtes Leben führen, wenn es Spielkonsolen gibt? Hier erleben wir ein Beispiel, in dem ursprünglich Virtuelles den Weg in die reale Welt findet: Analoges Tetris.

Tetris analógico // Analogical Tetris from Esferobite-DSK on Vimeo.

Ganz neue Möglichkeiten tun sich auf: In Zukunft könnte man tatsächlich Quidditch spielen oder Luftgitarren selbst nicht zupfen oder Ungeheuer abschlachten oder drei Leben haben.

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3 responses

9 04 2010
Selma

Dazu möchte ich einen Satz einfügen, den ich einmal im Rahmen einer Diskussion um die neuen Medien und deren Auswirkung auf Jugendliche gehört habe (naja, mein Steckenpferd) und den ich sehr bemerkenswert gefunden habe. Es stimmt sicher, dass vieles aus dem „Analogen“ ins „Digitale“ „übersetzt“ worden ist (Tennis, Golf, Gitarrespielen). Aber hauptsächlich ist etwas Virtuelles „realisiert“, also verwirklicht worden: Kämpfe mit Drachen, fliegende Teppiche usw. Computerspiele leisten eine Konkretisierung von Kopfgeburten. Natürlich ist die Erfahrung, gegen ein Videospielmonster zu kämpfen, nicht wirklich „echt“. Aber sie ist viel echter als die bloße Vorstellung. Hier ist schon das Computerspiel ein Schritt in die Richtung einer „Verwirklichung“ dessen, was sonst ausschließlich im Bereich des Unsichtbaren und Unerfahrbaren bleibt (für Filme gilt etwas Ähnliches, allerdings fehlt diesen das Interaktions-Moment). Insofern: Dank Computerspiel können wir Quidditch wirklich spielen, statt es uns bloß vorzustellen. Die Erfahrung ist „echt“.

14 04 2010
retrakon

Ich glaube nicht, dass das dasselbe ist. Es handelt sich hier um unterschiedliche Vorstellungsgrade. Auf der Playstation 3 ein Spiel zu spielen, bei dem über das Bedienungspad (oder wie das heißt) Vibrationen spürbar sind, ist in einem Science-Fiction-Kontext vielleicht etwas anderes als es bei der Lektüre in einem Buch zu erleben, aber es ist doch nicht real. Und wer glaubt, dass es real ist, hat ein Problem.

18 04 2010
Selma

Naja, deswegen hab ich ja geschrieben „echt“. Du hast völlig recht, dass es problematisch ist, wenn jemand die virtuelle Erfahrung mit der realen gleichsetzt. Aber was vergleichbar ist, ist das, was in unserem Gehirn stattfindet. Das führt jetzt zu weit, wäre aber eine interessante Diskussion: Cyber-Mobbing wird als genauso belastend erlebt wie reales Mobbing, auch, wenn man nur von „virtuellen Figuren“ gemobbt wird. Genauso erlebt man Belohnungen und Lob im Gehirn als genauso befriedigend, wenn sie „nur“ virtuell geäußert werden. Und es geht ja noch weiter: wie viele Menschen haben „Gotteserfahrungen“ – sie „spüren einfach“, dass da „etwas“ da ist – Hirngespinste? Und wie viele Menschen halten sich für abstoßend hässlich und fett, obwohl sie aus der Sicht anderer doch ganz in Ordnung sind? Leider entscheiden wir letztlich in unserem Kopf, was wir für wirklich halten und was nicht. Ja, das IST ein Problem.

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