Die Inhalte-Industrie bläst zum Kampf

29 03 2010

Die Inhalte-Industrie rüstet sich zunehmend zum Angriff gegen Raubkopierer: Spezielle Suchprogramme überwachen Tauschbörsen und Webserver im Internet und speichern Listen möglicher Plagiate, inklusive präziser Angaben zu Zeitpunkt, IP-Adresse, Dateiname bzw. URL und Inhalt. Diese Informationen werden Anwälten übermittelt, welche die Täter hinter den IP-Adressen ermitteln sollen, um anschließend kostenpflichtige Abmahnungen zu verschicken und teure Nachlizensierungen einzufordern. Dabei gehen die Abmahnanwälte oft wenig zimperlich vor. Eine Frau aus den USA zum Beispiel wurde wegen 24 Musiktiteln zu einer Millionenstrafe verurteilt und ein Vater in Deutschland wurde vom Landgericht Magdeburg zur Übernahme von Anwaltskosten in Höhe von 3 000 Euro verurteilt, weil sein Sohn den Familien-Internetanschluss mitbenutzte und dort per Tauschbörsen-Software 132 Musikstücke up- und downloadete.

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3 responses

29 03 2010
Fellmonster

Man kanns auch übertreiben.
Ich kann die Musik-, Film- und Wasesnochallesgibtindustrie teilweise schon verstehen, schließlich sind die CD- und DVD-Verkäufe in den letzten Jahren rückläufig. Das ist ein Fakt, den selbst ein Die-Hard-Filesharer nicht schönreden kann.
Woran es liegt, ist allerdings wieder eine andere Sache. Schädigt Filesharing die Industrie? Ja, teilweise. Es gibt natürlich die ganz extremen Fälle, die sich Unmengen von Alben herunterladen, einmal hören (wenn überhaupt) und bei der Frage, wann sie zum letzten Mal Geld für Musik ausgegeben haben, entweder laut loslachen oder mit „bevor es DSL gab“ antworten. Andererseits gibt es aber auch Leute, die einfach nicht mehr die Katze im Sack kaufen wollen (CDs kosten ja schließlich bis zu 20 Euro, wovon der Künstler selbst aber im besten Fall nur 50 Cent zu Gesicht bekommen wird) und sich ein paar Tracks herunterladen um zu sehen, ob sich das auch wirklich lohnt.
Wahrscheinlich liegt es aber auch daran, dass die Industrie, anstatt in ihre Künstler zu investieren, lieber Milliarden für meist lächerliche Kopierschutzmaßnahmen oder die „Verbrecherjagd“ ausgibt. Kundenkriminalisierung nennt man das, und das will man irgendwann einfach nicht mehr mitmachen. Ist bei mir ja auch so: bis vor einem halben Jahr habe ich mir vielleicht einmal im Monat auch mal eine CD gekauft, auf der dann meistens ein Kopierschutz installiert war. Das heißt: Stereoanlage wills nicht abspielen, Autoradio auch nicht und der Computer zwar schon, aber nicht ohne beim Einlegen der CD durch die Hintertür mit irgendeiner Spyware infiziert zu werden. Kein Wunder, dass man sich dann lieber gratis etwas herunterlädt, was einem nicht sofort das Betriebssystem zerschießt.
Was die ganze Sache mit IP-Speicherung etc. betrifft, fällt mir eine sehr witzige Meldung ein, die ich vor ein oder zwei Jahren gelesen habe. Dieser Meldung zufolge flatterte einer Rentnerin irgendwann eine solche Abmahnung ins Haus und sie wurde solange zur Zahlung aufgefordert, bis man herausgefunden hat, dass die Frau nichteinmal einen PC besitzt.
Demnach ist diese Hetzjagd auf Raubmordkopierer eine totale Fehlinvestition, weil entweder funktioniert es nicht wirklich, oder wenn doch, ist es sowieso nur eine Symptombekämpfung. Also, liebe Inhalte-Industrie: Bitte zuerst vor der eigenen Tür kehren.

18 04 2010
feydbraybrook

Die Entwicklung läßt sich nicht mehr aufhalten: Menschen beurteilen das Angebot der Industrie überwiegend so, daß sie sich den Content aus dem Netz ziehen, ohne dafür zu bezahlen.

Allein aus diesem Grund muß die Industrie umdenken, und zwar nicht nur im Hinblick darauf, wie man die Kriminalisierte Normalbevölkerung besser kontrollieren und ggf. im SInne eines Exempels in Millionenhöhe verklagt. Also:

es ist schon richtig so, daß die Majors nicht mehr jeden Müll verkaufen können. Filesharing macht zu einem Teil schon SInn.

Was mich als Autor nervt, ist aber die ins Extreme verzerrte Auffassung vieler Leute, man müsse überhaupt nichts mehr an niemanden zahlen. Ist Musikproduktion keine Arbeit? Ist jedes gezogene Album ein Kampf gegen die „Content-Mafia“ oder vielleicht doch auch der kleine Diebstahl, von dem man nicht glaubt, daß er wirklich illegal ist und jemanden schädigt?

Ich habe keinen Major im Rücken und ich verlange noch nicht einmal Geld für das Streamen auf youtube & Co. Aber es gibt immer wieder Leute, die meine Musik ins Netz stellen und noch nicht einma meinen Namen nennen!

Ist das fair?

Ich sehe bei einem Song 7500 views. Gerne hätte ich es den Leuten selbst überlassen, wie viel, ja sogar, ob sie überhaupt etwas dafür bezahln möchten. Man weiß nicht, wieviel dabei rausspringt, aber jeder Cent ist eine ehrliche Anerkennung meiner Arbeit. Aber wenn da nur der Song ist und mein Name ü-ber-haupt nicht genannt wird, springt nichts dabei raus, gar nichts. Noch nicht mal ein feuchter Händedruck. Und das ist keine Bagatelle. Dafür habe ich kein Verständnis und in diesem Fall rufe ich die GEMA auf den Plan.

18 04 2010
feydbraybrook

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