„Mein Kampf“ in Russland verboten

27 03 2010

„Mein Kampf“ von Adolf Hitler wird 65 Jahre nach dem Selbstmord des Diktators nun auch in Russland als „extremistisch“ eingestuft und verboten. Das Werk enthalte Ideen, die den Mord und die Diskriminierung von Rassen propagierten, ließ der Generalstaatsanwalt in Moskau verkünden. In den russischen Medien wird kritisiert, dass das Verbot 84 Jahre zu spät komme. „Mein Kampf“ wurde bereits in den 1920er Jahren geschrieben. Hitler forderte darin „Lebensraum“ für Deutschland auf Kosten der Sowjetunion und bezeichnete Slawen als „Untermenschen“. Russische Bürgerrechtler beklagen seit Jahren eine hohe Zahl rechtsradikaler Übergriffe in Russland, so wurden im vergangenen Jahr 74 Menschen aus Rassenhass getötet. Jan Ratschinski, ein Historiker der Organisation Memorial, die den Sowjetterror aufarbeitet, vergleicht „Mein Kampf“ mit den Werken des russischen Revolutionsführers Lenin und von Sowjetdiktator Josef Stalin. Beide hätten in ihren Schriften zu Massenterror aufgerufen.

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3 responses

28 03 2010
slowmow snarf

Genau das ist das Problem in Europa und vorallem in Deutschland. Ich selber habe das Buch bei meinen Großeltern gefunden und gelesen. Und ich hatte und habe nicht die Absicht irgendjemanden zu töten oder irgendwelche Leute wegen ihrer Herkunft zu hassen. Durch die ganzen Zensierungen solcher Werke haben wir das Problem der Verharmlosung. Wie schon allein der Hitler hybe auf Facebook zeigt. Die jungen Leute die sich dafür begeistern und begeister lassen wissen mitunter garnicht um was es da geht. Und das wir ein Problem mit rechten Gruppierungen haben und das diese in den letzten Jahren zugenommen haben ist Fakt. Was aber noch erschreckender ist ist die Tatsache das die Bevölkerung anfängt so etwas zu tolerieren wenn nicht sogar zu unterstützen. Als Beispiele die Ultras in Italien oder die Wahlerfolge der NPD in Deutschland. Sowas Kommt nicht von ungefähr. Und vorallem Junge Leute werden angeworben, oft auch mit eindeutig erkennbarem rechtsradikalen Gedankengut. Und jetzt stellt sich mir die Frage:ist es nicht besser solche Bücher nicht zu indizieren damit man sich damit auseinandersetzen kann in der Öffentlichkeit in der Gesellschaft und meiner Meinung nach vorallem in Schulen. Damit nicht vergessen oder verharmlost wird was passiert ist. Oder ist es besser solche Bücher zu verbieten und damit das Risiko zu erhöhen das nur rechte Gruppen noch im bestizt dieser Werke sind (wer dran kommen will kommt auch dran), sie glorifizieren und dadurch das es keine gegen Ansicht gibt es schaffen Leute zu manipulieren und ihr rechtsradikales Gedankengut zu verbreiten.

29 03 2010
Fellmonster

Tja. Abgesehen davon, dass die russische Regierung sehr früh auf die Idee kommt, das Buch zu verbieten, ist es eigentlich auch keine gute Idee.
Wie mein Vorredner habe ich „Mein Kampf“ ebenfalls gelesen (zwar nur als eBook, aber „leider“ lag das Original nicht auf unserem Dachboden) und finde den Inhalt auch nicht sonderlich berauschend. Der GröFaZ hatte einen interessanten Schreibstil, das muss man ihm lassen, doch das was dahinter steckt, hat mich zwar kaum überrascht, aber trotzdem eher erschreckt als begeistert. Dass sich jemand damit identifizieren kann, kann ich mir selbst zwar nur schwer vorstellen, aber offensichtlich gibt es solche Leute.
Nur: Mit Verbot oder Indizierung schafft man das Problem nicht aus der Welt. Soll man auch gar nicht. Ich hatte vor einiger Zeit mit einer ehemaligen Anwältin aus Deutschland ein interessantes Gespräch zum Thema NPD-Verbot. Wir beide kamen zu dem Schluss, dass das zu gar nichts führt, weil (in diesem Fall) die NPD auf diesem Weg zu mehr Aufmerksamkeit kommt, als ihr zusteht. Und außerdem liegt es in der Natur des Menschen, dass man verbotene Dinge viel interessanter findet als legale. Warum das so ist, weiß ich nicht. Aber die Tendenz ist halt da. Gerade aus dem Grund sollte man vor allem rechts-, aber auch linksextreme Ideologien aus einem anderen Blickwinkel betrachten bzw. betrachten lassen. Anstatt alles einfach zu verbieten, könnte man es so lassen wie es ist und zusehen, wie es mangels Interesse untergeht. Weil: Ich bin mir sicher, dass nicht jeder pubertierende Jugendliche, der hin und wieder Sieg Heil schreit und etwas von Herrenrasse quasselt, Hitlers „literarisches Meisterwerk“ irgendwann einmal gelesen bzw. überhaupt verstanden hat. Denn wenn es so wäre, würden sich viele von ihnen zweimal überlegen, ob Juden und „andere Halbmenschen“ wirklich vergast gehören.

30 03 2010
wiesion

ich glaube, der öffentliche umgang mit stirner’s „der einzige und sein eigentum“ ist ein glänzendes beispiel, wie man sog. gefährliche werke praktisch zu tode ignorieren kann… einzig die gegner dieses werkes belebten es zwischendurch für kurze zeit, ansonsten bleibt auch dies ein buch für „eingeschworene“ 😉

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