Ist Digitalisierung mit Qualitätsverlust verbunden?

14 03 2010

Meine These, dass Internet & Co. dazu beitragen, dass sich gerade junge Menschen mit immer weniger Qualität (in technischer Hinsicht) zufrieden geben, wurde jetzt durch eine Untersuchung belegt. Dass MP3-zufrieden-Sein führt dazu, dass man irgendwann den Unterschied zwischen einer Originalaufnahme und einem komprimierten Format nicht mehr hört und so das qualitativ höher stehende Erlebnis nicht mehr erkennt. Dasselbe vermute ich auch bei YouTube-Videos. Wenn man gewohnt ist, bewegte Bilder im Format größerer Briefmarken mit nur halbwegs passablem Ton zu konsumieren, wie soll man wirklich fantastistsche Bilder schätzen?

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4 responses

15 03 2010
michaeleriksson

Diese These hat durchaus einiges für sich. Jedoch muss man bedenken, dass es nicht allzu lange hier war, wo man Schwarz-Weiss Fernseher gehabt hat, mit schlechtem Empfang und lächerlichen Zoll-Zahlen. Von vielgehörten Schallplatten des Normalbürgers sollen wir nicht mal reden (wiewohl es bei den Audiophilen anders sein könnte).

Die Phase mit höherer Qualität, die wir sehen/gesehen haben, ist nicht sonderlich lang gewesen—und wird auch im Internet in wenigen Jahren zurückkommen, mit den wachsenden Bandbreiten.

16 03 2010
retrakon

Ja, das stimmt. Wenn aber die Ergebnisse der Untersuchung stimmen, dann bedeutet das, dass man Qualität als solche zu erkennen erst wieder erlernen muss – und das ist schade.

16 03 2010
Selma

Ich kenne das Phänomen, und ich glaube, es hängt auch damit zusammen, dass eine Mehrheit es nicht mehr gewohnt ist, Musik in differenzierter Dynamik von pianissimo bis fortissimo zu hören, sondern oft nur noch von forte bis Hörsturz. Und dass man, wenn alles nur noch laut ist, einzelne Töne gar nicht mehr unterscheiden kann, liegt auf der Hand. Dennoch gibt es genügend (naja, genügend? sagen wir: einige) Leute, auch unter den Jugendlichen, die selbst Musik machen – und das ist für mich immer noch der wertvollste Beitrag zu einer Kultur des „anderen Hinhörens“. Also, Eltern dieser Welt, drückt euren Kindern eine Rassel, eine Flöte, irgendein Instrument in die Hand. Das tut gut. 🙂

18 03 2010
wiesion

nebenbei eine insider-information: die bandbreite wird immer grösser werden, der datenverkehr auch. dafür sorgen die interessenvertretungen der internet-provider, die jährlich mehr kabel durch das meer und natürlich deren subventionierung durch steuergelder fordern. dafür gibt es auch schöne gegengeschäfte mit dem wirtschaftszweig politik.

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