Amerikanerin twittert Abtreibung

3 03 2010

Die 27jährige US-Amerikanerin Angie Jackson aus Tampa/Florida wäre durch ihre erste Schwangerschaft beinahe ums Leben gekommen. Nun, erneut schwanger, entschloss sie sich nach dem Rat ihrer Ärzte zu einer Abtreibung mit Hilfe der Abtreibungspille RU-486. Den ganzen Vorgang dokumentierte sie live via Twitter, um „Abtreibung für andere Frauen zu de-mystifizieren„.

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4 responses

3 03 2010
wiesion

ist abtreibung wirklich derart mysteriös dass es einer demystifizierung bedarf? aber im zuge des kollektiven wahnsinns der zwangsverfrachtung des privatlebens hinüber in das öffentliche ist auch diese „rechtfertigung“ nicht weiters verwunderlich… ich warte jetzt schon ungeduldig auf die dringend nötige entmystifizierung des stuhlgangs in bildern, videos und statements. einfach toll.

3 03 2010
Selma

@wiesion: Das mit dem Stuhlgang hat’s schon gegeben, fürchte ich.
Zum Thema „Demystifizierung“: Ich habe schon den Eindruck, dass viele Leute ihr Leben für dermaßen singulär und noch nie dagewesen halten, dass sie glauben, andere daran teilhaben zu müssen, damit diese auch noch von den wertvollen Lebenserfahrungen profitieren. Im Grunde sind wir ja alle ein bisschen so angelegt. Wahrscheinlich war für die liebe Angie Abtreibung was „Mystisches“, und sie hat’s für sich selbst demystifiziert. Und damit gleich für den Rest der Menschheit mit. Ich mach sowas auch ständig. Was ich im Namen der Menschheit schon alles recherchiert, erlebt und erlitten habe… Romane könnte ich schreiben, triefend vor Lebensweisheit… Schade nur, dass die Menschheit, dieses undankbare Pack, das noch nicht so recht mitbekommen hat und mir huldigt. Wollen tatsächlich ihre Erfahrungen und Fehler selber machen, diese Luschen. Da gibt es nur eins: Ein Kind in die Welt setzen und zwangsbeglücken… Oder auf Twitter umsteigen… 😉

3 03 2010
Fellmonster

Ob es hier nur darum geht, sich als die Einzigartigkeit in Person zu präsentieren, wage ich zu bezweifeln. Ich sehe jetzt nichts Schlimmes daran, wenn jemand, um bei diesem Beispiel zu bleiben, eine Abtreibung dokumentiert. Generell habe ich nichts gegen so genannte Demystifizierung, besonders in diesem Fall, da Abtreibungen ja noch ein ziemliches Tabuthema sind (sonst würde es ja nicht immer wieder Diskussionen darüber geben, ob man das darf oder nicht).
Die Frage ist hier, wie so oft, wo man die Grenze zieht. Hilft es mir im Leben weiter, wenn ich mir auf Youtube Tipps zum Stuhlgang einhole? In besonderen Fällen vielleicht, aber normalerweise kann das jeder selbst gut genug, so dass man dabei keine Hilfe braucht. Notfalls kann man ja seine Mutter fragen. Aber: Hilft es mir, wenn ich mir die Erfahrungen, die jemand bei einer Abtreibung gemacht hat, zu Gemüte führe? Ich denke schon, besonders wenn man selbst in diese Situation geraten ist. Und da ist seelische Unterstützung immer erwünscht.
Deswegen halte ich nichts davon, auf diese Frau einzuhacken. Mag sein, dass es ihr vielleicht ein bisschen um Selbstdarstellung geht. Wir kennen sie nicht, deshalb sollten wir ihr da nichts unterstellen. Aber wenn sie damit bewirkt, dass zumindest über dieses Thema gesprochen wird, dann heiligt der Zweck zumindest in diesem Fall sicherlich die Mittel.
Ansonsten bin ich auch nicht davon begeistert, dass viele glauben, ihr Leben unbedingt auf Twitter und Co. publik machen zu müssen (Beispiel: „12:30: Ich habe mir gerade ein Schnitzel gekocht. 13:46: Ich gehe jetzt auf den Balkon eine rauchen. 13:51: So, fertig geraucht. Jetzt kratze ich mich am Kopf.“). Aber wenn jemand das unbedingt machen will, warum nicht. Es stört mich jetzt nicht so dermaßen.

4 03 2010
wiesion

hehehe, humorvoller beitrag selma 🙂

das problem, welches ich mit der ganzen angelegenheit habe ist im wesentlichen, dass private angelegenheiten als öffentliche angelegenheiten dargestellt werden und dies mittlerweile normal zu sein scheint – man schaue sich die permanenten „homosexuellenkulturvermittlungsversuche“ an; aber was zum teufel haben mich die sexuellen vorlieben eines mitmenschen (meistens auch noch eines mir unbekannten?) zu interessieren (solange er niemanden vergewaltigt)? ich habe das gefühl, dass im sinne des „zeitgeists“ privatsphäre das kapitalverbrechen des 21.jhd’s ist… kurzgesagt wir leben im big-brother-zeitalter.

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