Kommen Tiere nicht in den Himmel? oder Man kann aus allem Geld machen

20 02 2010

Viele protestantische US-Amerikaner glauben, dass sie noch zu Lebzeiten durch „Entrückung“ in den Himmel kommen. Weil dort aber für Haustiere kein Platz ist, bietet ein Mann aus New Hampshire nun einen entsprechenden Service unter dem Namen „Eternal Earth-Bound Pets“ an. Ähnlich wie bei streng gläubigen Juden, die oft Andersgläubige anstellen, um am Sabbat verbotene Arbeiten ausführen zu lassen, vermittelt der Dienst Atheisten an Christen, die sich nach deren „Entrückung“ um ihre Haustiere kümmern. Eine Tier-Versicherung kostet 110 Dollar für zehn Jahre und für jedes weitere Tier schlägt mit 15 Dollar zusätzlich zu Buche. Es gibt bereits zahlreiche zahlende Kunden; der Geschäftsinhaber rechnet aber nicht damit, dass die Gegenleistung fällig wird. Seiner Meinung nach verkaufe er ohnehin „nur“ Seelenfrieden. Mehr dazu hier.

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Wer würde für Online-Inhalte bezahlen?

19 02 2010

Quelle: Nielsen Wire





Helene Hegemann und ihre Quellen

18 02 2010

Die skandalgebeutelte Bestseller-Autorin Helene Hegemann legt die Quellen zu ihrem Roman „Axolotl Roadkill“ offen. Darunter befinden sich zwanzig mehr oder weniger wörtlich übernommene Passagen aus dem Blogger-Buch „Strobo“, hinzu kommen weitere zwanzig Zitate und Abschnitte, die aus anderen Texten übernommen wurden. Momentan ist die vierte Auflage im Druck, in diese wird das Quellenverzeichnis aufgenommen. Außerdem dankt Hegemann zahlreichen Menschen für ihre Inspiration. Ein Roman mit Quellenverzeichnis – sehr interessant. Wenn ich an meine umfangreiche Bibliothek denke, dann fallen mir nur zwei literarische Werke ein, die Quellenangaben enthalten: „Die bezaubernde Florentinerin“ von Salman Rushdie (gut sieben Seiten) und „Briefe in die chinesische Vergangenheit“ von Herbert Rosendorfer (eine Seite). In beiden Fällen handelt es sich um eine schlichte Aufzählung der Bücher, an Hand derer sich die Autoren in die behandelte Thematik eingearbeitet haben. Also etwas ganz anderes als in der Causa Hegemann. Ein wissenschaftlicher Text muss Quellenangaben enthalten, er trägt Rechnung, woher die einzelnen Informationen stammen. Der Unterschied zwischen Wissenschaft und Plagiat besteht demnach hauptsächlich darin, offenzulegen, woher was kommt. Wir erinnern uns: „Wissenschaft war schon alle Zeit …“ Ist dies auch im Bereich der Belletristik möglich? Warum nicht? Ein Roman mit Fußnoten zum Beispiel ist nicht so abwegig (Google findet zum Suchbegriff „Roman mit Fußnoten“ immerhin 9 Seiten). Aber ändert es für „Axolotl Roadkill“ irgendetwas, ob nachträglich (!) ein Verzeichnis angefügt wird? Für mich nicht.





Zensur-Gesetz unterschrieben

17 02 2010

Der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Horst Köhler, hat das umstrittene Gesetz zur Sperrung kinderpornografischer Inhalte im Internet unterzeichnet. Das Bundespräsidialamt teilte mit, dass „keine durchgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken“ bestanden hätten. Die Bundesregierung setzt inzwischen allerdings auf das Löschen statt auf das Sperren entsprechender Inhalte; Sperrungen sollten nur im Notfall vorkommen. Köhler geht deshalb davon aus, dass Pädopornographie im Internet nun effektiv und nachhaltig bekämpft werden kann. Konstantin von Notz (Grüne) kritisierte jedoch, dass bisher noch kein Entwurf für ein Gesetz zum Löschen von Seiten vorliege.





Chatroulette – der neue Hype?

16 02 2010

Ein 17-jähriger russischer Programmierer hat den Hype der Stunde erschaffen. Bei Chatroulette wird man zufällig mit einem Chatpartner verbunden. Das Gespräch mit dem Gegenüber dauert so lange, bis ein Gesprächspartner den anderen wegklickt (was im Normalfall nur wenige Sekunden dauert). Ein ähnlicher Dienst wurde von Retrakon bereits vor vielen Monaten vorgestellt, er heißt Omegle. Das Besondere an Chatroulette ist jedoch, dass Chatpartner mit Webcam verbunden werden. Obszönes, verletzendes und/oder pornografisches Material sind laut Nutzungsbedingungen verboten, aber an diese Regel hält sich natürlich niemand. Mehr darüber kann man hier lesen. Mein Selbstversuch (20:27-20:38) hat ergeben: 140 Männer (5 davon mit sich selbst beschäftigt), 3 Frauen, 1 Katze. Das sagt alles.





RetrOkon – Kopyright Liberation Front

15 02 2010

Helene Hegemann polarisiert momentan wie vielleicht wenig andere. Auch die Kommentare, die ich hier dazu lese, zeigen, dass die Themen Originalität und Plagiat auf großes Interesse stoßen. Während es selbst Goethe noch nicht möglich gewesen wäre, von der Schriftstellerei zu leben, ermöglicht es das Urheberrechtsgesetz, dass geistiges Eigentum geschützt wird. Eine sinnvolle Sache. Nichtsdestotrotz liest und hört man immer wieder, dass eine Neuformulierung dieses Gesetzes schon lange fällig sei – weil der Griff zum Download-Knopf oder zu CTRL-C und CTRL-V so einfach geworden ist. Ich bleibe skeptisch. Man sollte auch bedenken, dass es ein Unterschied ist, ob Autoren in früheren Jahrhunderten Stoffe bearbeitet haben, die zum Allgemeingut gehörten und nicht von einem einzigen Autor stammten oder ob heute das Produkt eines Kreativen von einem anderen ohne dessen Genehmigung kommerziell verwendet wird. Bestrebungen, einen ganz liberalen Umgang mit den Copyrightgesetzen zu forcieren gibt es schon lange. Das erinnert mich ein wenig an die Anarcho-Techno-House-Band KLF (Kopyright Liberation Front), die sich bei allem und jeden bedient hatte – am meisten bei sich selbst. Vielleicht ein Grund, wieso sie nach fünf Singles, von denen die fünfte eine neue Version der ersten war, ein Schaf auf die Bühne warfen, sich von der Musikindustrie lossagten und später eine Million Pfund verbrannten. Und damit auch junge Menschen wissen, wovon ich spreche, noch ein kleiner Blick zurück.





Das musste ja kommen … die Pro-Helene-Hegemann-Aktionen!

14 02 2010

Wenn alle (zu Recht) auf Helene Hegemann herumhacken, dann kann man auch mit einem Gegenschlag, wie originell oder oberflächlich er auch sein mag, Aufmerksamkeit erregen. Lest selbst.