RetrOkon – Kopyright Liberation Front

15 02 2010

Helene Hegemann polarisiert momentan wie vielleicht wenig andere. Auch die Kommentare, die ich hier dazu lese, zeigen, dass die Themen Originalität und Plagiat auf großes Interesse stoßen. Während es selbst Goethe noch nicht möglich gewesen wäre, von der Schriftstellerei zu leben, ermöglicht es das Urheberrechtsgesetz, dass geistiges Eigentum geschützt wird. Eine sinnvolle Sache. Nichtsdestotrotz liest und hört man immer wieder, dass eine Neuformulierung dieses Gesetzes schon lange fällig sei – weil der Griff zum Download-Knopf oder zu CTRL-C und CTRL-V so einfach geworden ist. Ich bleibe skeptisch. Man sollte auch bedenken, dass es ein Unterschied ist, ob Autoren in früheren Jahrhunderten Stoffe bearbeitet haben, die zum Allgemeingut gehörten und nicht von einem einzigen Autor stammten oder ob heute das Produkt eines Kreativen von einem anderen ohne dessen Genehmigung kommerziell verwendet wird. Bestrebungen, einen ganz liberalen Umgang mit den Copyrightgesetzen zu forcieren gibt es schon lange. Das erinnert mich ein wenig an die Anarcho-Techno-House-Band KLF (Kopyright Liberation Front), die sich bei allem und jeden bedient hatte – am meisten bei sich selbst. Vielleicht ein Grund, wieso sie nach fünf Singles, von denen die fünfte eine neue Version der ersten war, ein Schaf auf die Bühne warfen, sich von der Musikindustrie lossagten und später eine Million Pfund verbrannten. Und damit auch junge Menschen wissen, wovon ich spreche, noch ein kleiner Blick zurück.

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