Die faulen Ausreden der Helene Hegemann

9 02 2010

„Axolotl Roadkill“, der Erfolgs- und Skandalroman der 17-jährigen Autorin Helene Hegemann wurde in Kritikerkreisen wegen seiner frischen und frechen Sprache gefeiert. Nun stellte sich heraus, dass gerade diese Authentizität geklaut ist. Weite Strecken hatte Hegemann aus einem Blog abgeschrieben. Auf frischer Tat ertappt. Wie könnte man sich besser rechtfertigen, als dadurch, dass man behauptet, es wäre aus künstlerischer Sicht pure Absicht gewesen? Die Autorin verteidigt dieses Plagiat nun tatsächlich damit, dass die „Copy & Paste“-Technik zur so genannten Nullergeneration gehöre und deswegen auch glaubwürdig sei. Außerdem sieht sie in ihrem geistigen Diebstahl einen Umgang mit der Urheberrechtsproblematik und das Anrecht ihrer Generation zur Kopie und Veränderung von Texten. Es wundert mich ehrlich gesagt nicht. Es mag sein, dass niemand imstande ist, etwas wirklich Neues zu schaffen und jeder Vorbilder sucht, besitzt und pflegt. Und es war immer schon so, dass es Menschen gab, die die Kreativität anderer genutzt haben – und dafür ganz unterschiedlich bewertet werden (man denke nur an Bertolt Brecht). Aber der allzu leichte Griff nach CTRL-C und CTRL-V ist nicht so einfach mit künstlerischer Intention zu rechtfertigen – vor allem, wenn man erst davon spricht, wenn man ertappt wird.

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3 responses

10 02 2010
wiesion

habe gerade diesen beitrag gelesen und musste irgendwie an dich und deinen blog denken… und ein wenig zum thema passt es ja auch noch:

http://sga.monarchisten.org/home/aktuelles/140-verbloedung-mit-system.html

10 02 2010
retrakon

Erstens: Endlich wieder ein Lebenszeichen von dir. Ich habe mir schon über meine Themenauswahl Gedanken gemacht, weil du nichts mehr kommentiert hast.
Zweitens: Danke für den Hinweis. In dem Beitrag sehe ich mich tatsächlich an sehr vielen Stellen. Interessant finde ich den Ort, an dem der Beitrag zu finden ist … Monarchisten! Meinen die das ernst? Dann bin ich dabei. 🙂

10 02 2010
wiesion

oh entschuldigung, wie ungezogen von mir: ich dachte mir ich schrecke andere ab wenn ich hier zuviel schreibe und war zur zeit eher mit anderen themen (vielvölkerstaat, aufkeimen der nationalismen und welche rolle dabei zb. england gespielt hat etc.) befasst, bei denen ich zufällig und glücklicherweise auf die schwarz-gelbe allianz gestossen bin… und ja denen ist es ernst, aber das mit dem monarchen muss man relativieren: er ist als äusseres symbolbild des wandels gedacht und falls es soweit kommen sollte, als schlichtende macht für das parlament, allerdings mit einem recht grosszügigem veto-recht…

wenn man an grössen wie joseph II oder franz joseph – oder auch den mit undank überhäuften karl I – denkt und in welch kulturellem schlamassel wir heute stecken, muss ich auch sagen: „wir brauchen wieder einen kaiser, wir brauchen ein idol“ http://www.youtube.com/watch?v=Nf_ySGYLrBM

auch wenn heute viele menschen kaiser und könige mit tyrannen assozziieren wollen, muss ich sagen: bin dabei und trete den kronloyalen bei 🙂

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