Schweinische Werte

27 01 2010

Als der australische Philosoph Peter Singer während des Verzehrs eines Schnitzels von einem Vegetarier den Auftrag bekam, herauszufinden, welche Gründe dafür sprechen, überhaupt Tiere zu essen, war das für ihn das letzte Schnitzel seines Lebens. Wie die Sunday Times nun berichtete, wurden auf einem geheimen Militärstützpunkt in Großbritannien lebende Schweine in die Luft gejagt, um den Effekt von terroristischen Attacken auf zivile Ziele zu simulieren. (Über den Einsatz von Schweinen bei Lawinenversuchen bei uns haben auch lokale Medien geschrieben.) Ich verstehe Singers Position, wenn ich sie auch nicht für mich akzeptieren will. Auf der anderen Seite frage ich mich, wie weit der Mensch gehen darf, um Menschen zu schützen. Und nicht nur weil wir genetisch zu 90% Schweine sind.

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3 responses

27 01 2010
Öle

Da sind wir wieder bei der ewigen Frage: Was darf der Mensch? Und wenn wir uns auch noch so sehr den Kopf darüber zerbrechen, wir werden zu keiner allgemein gülitigen, geschweige denn allgemein anerkannten Antwort kommen. Traurig, aber wahr.

27 01 2010
Selma

Tja, vielleicht können wir uns dann wenigstens irgendwann mal endlich drauf einigen, was der Mensch NICHT darf. Eine Grenze nach „unten“ muss es doch wenigstens geben, ein NO-GO, das man nicht unterschreiten darf. Ich sag zum Beispiel mal: Menschen schlachten und essen. (Ich wär ja auch dafür, „Menschen schlachten“ allein zu verbieten, aber was wird dann aus der armen Kriegsindustrie?). Aber sogar da gibt es dann wieder Relativierer, die die Augenbrauen heben und sagen: Ja, aber…
Zurück zu den Schweinen und den Tieren und überhaupt: Es ist schon seltsam. Vor ein paar Tagen waren wir in der Nähe meiner Großmutter spazieren. Hühner tummelten sich auf einer Wiese und sahen glücklich aus (vielleicht aber waren sie auch reif für die Couch). Und ich dachte: „Komisch. Wenn ich jetzt wüsste, dass dieses Huhn da drüben, das so besonders glücklich aussieht, morgen für mich geschlachtet wird, damit ich es essen kann… Es würde mir gar nicht so viel ausmachen. Aber all die armen „Bodenhaltungs-Hühner“… Die tun mir leid.“ Das ist für mich schon ein Punkt: Wie wird mit den Tieren umgegangen? Das heikle Stichwort Tierversuche geht ja genau in diese Richtung: Manche Versuche sind durchaus nützlich und wichtig (man denke an das Insulin). Tiere aber unnötig zu quälen, ist ein anderes Paar Schuhe.

27 01 2010
wiesion

dann war der stützpunkt wohl nicht ganz so geheim, was? 😉

aber zum thema fällt mir spontan ein: „jeder will zurück zur natur, aber keiner zu fuss“ (alois glück)… auch wenn das jetzt auf den ersten blick zusammenhangslos erscheinen mag, sollte man zweimal drüber nachdenken.

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