Wiso mir die Naktskanner auf die NErfn gehn

23 01 2010

Die Nacktscanner, besser gesagt die Körperscanner, gehen mir überhaupt nicht auf die Nerven. Ich finde es wichtig, dass das Thema öffentlich diskutiert wird, prallen hier doch zwei Welten aufeinander; für die einen steht der Schutz der Privatsphäre im Vordergrund, für die anderen die Sicherheit. Spannende Argumente sind vorprogrammiert. Darum geht es mir heute nicht. Es geht vielmehr um Rechtschreibung. Ein Kommentator dieser Seite hat einen inhaltlich akzeptablen, aber orthographisch recht fehlerhaften Kommentar geschrieben. Freundlich darauf hingewiesen gab er seine Schwäche ohne Ausflüchte zu und konterte mit einem Zeitungsartikel aus der „Neuen Luzerner Zeitung“, in dem von zwei Experten die Rede ist, die der Orthographie in der heutigen Zeit nur eine geringe Bedeutung zumessen. Das Thema interessiert mich seit Jahren. Tenor der O-Gegner, nennen wir sie so, ist meist: Es kommt auf den Inhalt an, nicht auf die Form. Das Argument wird meistens unreflektiert stehengelassen. Wenn es immer nur auf den Inhalt ankommen würde und die Form vollkommen egal wäre, dann würden die meisten wohl einen Teller Sch**** essen, wenn sie schmeckt wie ein leckeres Steak. Aber genau das bezweifle ich. Oder auch die beste, tiefgründigste, emotionalste Musik hören wir lieber in guter Audioqualität als verzerrrt mit Störgeräuschen. Es ließen sich noch zahlreiche Beispiele anführen. Auf der anderen Seite schätzen wir auch die reine Form nicht. Denken wir – um bei dem Genannten zu bleiben – an ein wunderbar hergerichtetes und präsentiertes Menü, das dann schmeckt wie die Sternchen oben. Oder man zwingt mich „Bamboleo“ oder „Wind Of Change“ anzuhören, dann verbessert sich meine Lage nicht, wenn ich eine 24bit-Audio-DVD auf einer 5.1-Anlage höre. Was ich damit sagen möchte, ist, dass Inhalt und Form Hand in Hand gehen müssen. Das gilt auch für die Rechtschreibung. Es mag richtig sein, dass der große Goethe gesagt hat, über Geschmack und Rechtschreibung ließe sich streiten, aber die Vorteile verschiedener Normen sind nicht von der Hand zu weisen. Wenn es hierbei allzu große Freiheit gibt, dann leidet schließlich auch der Inhalt. Dass es doch viele Fürsprecher einer „freien“ Rechtschreibung gibt, liegt m.E. an zweierlei Gründen: a) All diejenigen, die selbst mit der Orthographie zu kämpfen haben, rechtfertigen dadurch ihre Lage; b) Als Experte kann man sich wahrscheinlich nur mit einer neuen, anderen Sicht der Dinge profilieren. Auch keine Neuigkeit. Die Frage gipfelt letzten Endes im Unterschied zwischen Bildung und Ausbildung. Der gebildete Mensch, im Vergleich zum bloß ausgebildeten, steht eben doch eine Stufe höher. Aber dieses humanistische Gedankengut ist natürlich vollkommen anachropnistosch. Der vorige Satz wäre verständlicher, wenn ich das letzte Wort korrekt geschrieben hätte. Aber wer Google und Word hat, braucht ja nicht mehr selbst zu denken.

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10 responses

23 01 2010
Wieser

Ich möchte hier von vornherein klarstellen, dass meine Orthographie nicht die beste ist, aber ich glaube doch, dass ich mich verständlich ausdrücken kann. Dies mag daran liegen, dass ich mich nicht dazu bereit erkläre, alle neuen Rechtschreibreformen, die meiner Meinung nur verwirrend sind, zu lernen. Ich habe mich mit der Rechtschreibreform abgefunden, in der das doppel s vom scharfen s getrennt wurde, aber seitdem habe ich nur wenig neues angenommen. Ich komme auch noch mit dieser „alten“ Rechtschreibung gut durchs Leben, ohne viele Fehler in Texten zu schreiben. Aber dass das Niveau gesunken ist, ist deutlich spürbar. Man kann nur einmal bei Facebook Gruppen suchen und man wird feststellen, dass viele, ich traue mich zu behaupten über 50%, von diesen schon im Gruppennamen Fehler enthalten. Einer solchen Gruppe kann ich nicht beitreten, auch wenn sie mir sonst vielleicht zusagen würde. Zum Thema nur der Inhalt zählt: Wenn ich mir einen Text durchlese und ich sehe, dass er vollbepackt ist mit Fehlern, kann ich den Text nicht so ernst nehmen, wie ich sollte, da mich schon das bloße Durchlesen stört. Könnte man mich dadurh oberflächlich nennen? Vielleicht, aber ich finde, dass der Inhalt auch schön verpackt sein sollte und die Verpackung ist in diesem Fall die Rechtschreibung. Noch eine Bemerkung zu guter Letzt: Ist es nicht auffällig, dass in letzter Zeit der Fehler mit der Unterscheidung von „das“ und „dass“ immer öfters begangen wird? Schon dass 😉 stört mich immer, denn der Unterschied ist gewaltig.

23 01 2010
schweizerkrieger

Die Bildung wie Du sie nennst gleite ich ab von Bilden. Bedenke, sogar mit Schreibfehler ist ein Text am Schluss immer noch ein Text. Gut gebildete Personen, oder auch Professoren lesen den Richtigen Innhalt. Ansonsten währen sie ja nicht gebildeter als solche mit Schreibfehler. Wie ich bereits erwähnte, einige machen mich aufmerksam auf meine Schreibfehler. Ich stehle leider fest, dass in solchen Situationen dem Leser nur die Sachlichen Argumente fehlen, die ich in einem Thema anschneide. Somit bleibt ihm nichts andres übrig als mich auf die Schreibweise aufmerksam zu machen. Das Wort Bildung um es nochmals zu erörtern „Lesen bildet“. Der Sachliche Verstand und das Allgemeinwissen, erachte ich als höheres Gut einer Personen als die Korrekte schreibeweise. Die Vielseitigkeit des Wissens ist schlussendlich entscheidend. Die Rechtschreibung kann am Ende nur in Texten erkannt werden. In der Kommunikation kommt das Allgemeinwissen zu tragen. In meiner Bibliotek auf meinem Blog, findest Du viele Themen die sicherlich Interessanter sind als über die Rechtsschreibung zu debattieren.

Ja niemand ist Perfekt ! 😉

23 01 2010
martin

habe zufällig vorbei geschaut und kann mir folgendes nicht verkneifen:
@schweizerkrieger:
wenn du allgemeinwissen als wichtiger erachtest, bedenke, dass auch rechtschreibung zum allgemeinwissen zählt, sowie ein gewisser wortschatz;
ob die vielseitigkeit oder die spezialisierung des Wissens entscheidend ist sei dahin gestellt;
und zu deiner bewusst fehlerhaften ausdrucksweise sei gesagt: wenn du in mündlichen dialogen ähnlich fahrlässig mit FÄLLEN um dich schmeißt kann dein wissen nicht mehr im vordergrund stehen =)

23 01 2010
Selma

Raaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah!

23 01 2010
Fellmonster

Ich verstehe ja, dass es nervig ist, die Rechtschreibung (neu) zu lernen (in der Grundschule z.B. oder nach der hundertsten Reform). Aber so eine Norm hat natürlich schon Sinn. Weil wenn man sich so manchen Forenbeitrag durchliest, der durch Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler (Beistriche an Stellen wo sie gar nicht, hingehören nerven mich, am meisten) so dermaßen verunstaltet ist, dass man im Normalfall gar nichts mehr versteht, dann verursacht das schon Kopfschmerzen. Und den Unterschied zwischen das und dass oder seid und seit scheint sowieso niemand mehr zu kennen. Aber solange man darauf mit „looooollll!!!!111“ antworten kann, ist das eh egal.
Ich sage nur: Foren, Social Networking etc. = Paralympics der Kommunikation. Und zwar nicht nur, was die Rechtschreibung betrifft.

23 01 2010
retrakon

Ich bin anscheinend doch nicht allein. 😉

24 01 2010
schweizerkrieger

Ich danke euch für die Sichtweise, Betreff meiner Schreibfehler.
Wie schon erwähnt, die Schreibfehler mache ich natürlich nicht absichtlich.
Jeder hat eine Schwachstelle, oder bin ich ganz Falsch? Ich stehe dazu.
Mein Text wurde von euch allen verstanden, somit ist mein Ziel erreicht.
Es ist aber sehr Interessant, wie stark es euch beschäftigt.
Im Verband zu kämpfen ist immer einfacher. 😉

25 01 2010
wiesion

für mich persönlich sind orthographie als auch grammatik in einer diskussion sekundär. problematisch wird es erst dann, wenn ich nicht mal mehr mit improvisierten korrekturen und reimen etwas daraus schliessen kann. (zb.: was meinte er damit? da ist doch der ganze satz völlig falsch – oder schreibt er in einer fremdsprache?)

allerdings kann ich das unbehagen, welches durch das lesen schlechter orthographie und/oder eines horrenden satzbaus entsteht – bestens verstehen. wie gesagt, eine schlechte und fehlerbehaftete ausdrucksweise mag an den argumenten nichts ändern, trotzdem gebe ich zu bedenken: was soll sich der leser von der argumentationsfähigkeit des authors erwarten, wenn er sich nicht mal an die mehr oder weniger einfachen konventionen seiner eigenen sprache halten kann? in diesem sinne sind aufforderungen wie „lern‘ zuerst mal deine eigene sprache“ in erster linie gut gemeinte ratschläge und nicht die wichtigtuerei arroganter besserwisser.

da sprache im wesentlichen eine ungenaue – wenn nicht gar unwissenschaftliche – ausdrucksweise ist (idiosynkrasie in unterschiedlichem masse trägt jedes individuum in sich), sollte man umso mehr darum bemüht sein, sich so unmissverständlich und klar (als auch fehlerfrei) wie möglich auszudrücken. ein jeder wird dafür dankbar sein.

und ja, in der schönen neuen zeit wo jeder gleich gut und gleich schlecht ist wie jeder andere, sit bildung rainer anachropnispmus!!!!!!!!!one!!!eleven!!!1111!!!

„Den Stil verbessern — das heißt den Gedanken verbessern, und gar Nichts weiter! — Wer dies nicht sofort zugibt, ist auch nie davon zu überzeugen.“ – f. nietzsche

25 01 2010
retrakon

Ein schönes Beispiel für die intensive Diskussion über ein so „unwichtiges“ Thema wie Orthographie. Hier sehen wir eine Diskussion über *Musik* auf YouTube. (Ich muss meine geliebte Aura Dione verteidigen). In anderen Worten: Man kann inhaltlich daneben liegen und das auch noch sprachlich katastrophal formulieren. Ich glaube, es sind Leute diesen Schlages, die Rechtschreibung kritisieren – mit dem Hinweis auf den Inhalt.

XoXPummelpennerXoX
Die ist eig. ganz hübsch,aber diese Zähne..

assfj
pfffffffffffffffffffffffffffff fff
WAHAHAHAHAHAHAH
hast recht^^

leitungswasser55
bei 5:43…?
Alien??

KrassIn3Persons
Wahsinnig schöne Augen. Wahnsinnig schönes Gesicht. Nur die Zähne sollte man sich richten lassen wenn man als Musiker arbeitet.

The1337German
xDDDDDDDDDDDDDDDDD haha die zähne sind echt derbe gott sei dank das meine mutter mir ne zahn spange machen lassen hat dank ihr hab ich jetzt so wunderschöne zähne =)

Smiley21481
was habt ihr alle für ein problem ihr kloppies die kann doch mit ihren Zähnen machen was sie will ich find ihre musik echt toll und da spielt das ausehen keine rolle
wollt ich nur ma schnell los werden

DarkGirl3194
boah die zähne sind echt schlimm…
vor allem bei 5:49

Lofdsad1
für die Zähne kann sie nichts, aber die musik find ich nicht grad bombig

Tamiii1307
Mein Gott ich hab schön viel schlimmere Zähne gesehen.Sie ist auch nur ein mensch.Keiner ist perfekt.Ich würde vllt erstmal selbst in den Spiegel gucken…

25 01 2010
Fellmonster

Schon witzig. Leute, die solche Kommentare schreiben, werfen den „Verfechtern“ der Rechtschreibung gerne Oberflächlichkeit vor. Was das betrifft: Der Spruch mit dem Glashaus und den Steinen usw. ist ja jedem bekannt. Ende der Durchsage.

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