Wikipedia – Die unfreie Enzyklopädie

12 12 2009

Charlotte Roche, meine Unliebste, gab unlängst Folgendes von sich: „Ich habe mit so ziemlich jeder Droge Erfahrung, außer Heroin. […] Natürlich hat Kiffen und LSD oder Ecstasy schon Leuten geholfen! Man muss aber das Nutzen-Schaden-Risiko abwägen. Bei mir hat das Langzeitgedächtnis gelitten. Zum Glück gibt es Wikipedia.“ Das zur Einleitung. Wikipedia bekommt nun Konkurrenz: WikiBay. Großer Unterschied: Keine Zensur, keine Relevanzkriterien (Es kann sich also kein Möchtegernbesserwisser aufspielen und behaupten, Eintrag XY liefert nur 2.000 Google-Einträge, ist demnach nicht relevant für „unsere“ Enzyklopädie.“). Also all das, was Wikipedia leider immer öfter auszeichnet – besonders die deutschsprachige. Nach dem Start des neuen Projektes wurde bei Wikipedia offenbar jedem der Krieg erklärt, der auch bei WikiBay schreibt oder ein gutes Haar an der neuen Enzyklopädie lässt. Zudem wurde der Eintrag WikiBay bei Wikipedia gelöscht („Keine Relevanz“) und Benutzer, die zu dieser Thematik nachfragten, wurden gesperrt. Kein schöner Zug. Natürlich kann WikiBay (noch lange) nicht mit dem Original mithalten und ein Besuch der Seite zeigt, wo es noch viel zu tun gibt, damit das Lexikon ernst genommen werden kann. Das neue Projekt ist aber Ausdruck eines immer weiter verbreiteten Unmutes. Die Erklärung der Gründer auf der Homepage ist daher verständlich: „Der Grundgedanke von WikiBay ist eine Plattform zu schaffen, auf der eine Enzyklopädie entstehen kann, die keiner Zensur oder Vorab-Filterung unterliegt. Natürlich legen wir bei WikiBay auch Wert auf Richtigkeit und Qualität der Artikel. Zensur und Meinungsmache üben wir jedoch nicht! Auch die Verwendung von follow-Links ist für WikiBay selbstverständlich. Das „nofollow“-Attribut halten wir für unfair und gegen das Prinzip des Internets ausgerichtet.“

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