Was stimmt hier nicht? (Folge 1)

4 12 2009

Wenn man sich die Entwicklung des Schul- und Bildungswesen der letzten Jahre ansieht, dann stellt man fest, dass im Primar- und Sekundarbereich, also bis zur Matura/zum Abitur, immer mehr Wahl- und Wahlpflichtfächer angeboten werden. Damit soll den Schülern das eigenständige, nach persönlichen Bedürfnissen und nach persönlichen Fähigkeiten orientierte Entscheiden näher gebracht werden. Ob ein 12-jähriger Schüler aber tatsächlich in der Lage ist, abzuschätzen, welche Fächer und Inhalte für sein späteres Leben Bedeutung haben werden, sollte noch diskutiert werden. Auf der anderen Seite beklagen immer mehr Studenten und Professoren die Verschulung der Universitäten. In diesem Bereich geht man also genau den umgekehrten Weg. Aber gerade hier sollte sich neben der Freiheit der Lehre auch die Freiheit des Lernens entfalten dürfen. Ich finde es wichtig, dass junge Menschen bis zur Reifeprüfung eine möglichst breite Allgemeinbildung erhalten, über die sie nicht selbst entscheiden dürfen (oder nur in sehr eingeschränktem Maße). Dafür sollten aber danach die Bildungsinhalte nur in Grundzügen, nicht aber im Detail vorgegeben werden. Zuerst muss man sich eine Basis aneignen, danach kommt das eigenständige Forschen.

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