Das Kreuz mit dem Kreuz und das Gebrechen mit den Gebetsräumen

4 11 2009

Straßburg, November 2009. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat entschieden, dass Kruzifixe in (italienischen) Klassenräumen nichts zu suchen haben. Damit wurde einer aus Finnland stammenden Klägerin aus Abano Terme in letzter Instanz recht gegeben. Das Kreuz im Klassenzimmer würde gegen die Religionsfreiheit verstoßen. Politiker aller Couleur zeigen wenig Verständnis und kündigen rechtliche Schritte an. Raum- und Zeitwechsel. Berlin, September 2009. Ein muslimischer Gymnasiast hat seine Schule erfolgreich verklagt und darf nun einen eigenen Gebetsraum fordern. Wird hier nicht mit zweierlei Maß gemessen? Gläubige Muslime sollten Möglichkeit und Gelegenheit haben, ihre Gebete zu verrichten. Ob dazu ein eigener Raum notwendig ist, sei dahingestellt. Ebenso sollte ein Kreuz in einem Klassenzimmer möglich sein, auch wenn nicht alle Schüler sich direkt damit identifizieren. Das Kruzifix ist mehr als ein religiöses Symbol, es ist Ausdruck einer zweitausend Jahre alten Tradition, die Gutes und weniger Gutes hervorgebracht hat, die jedoch unauslöschbar Teil unserer Vergangenheit ist. „Menschen, die nicht auf ihre Vorfahren zurückblicken, werden auch nicht an die Nachwelt denken.“ (Edmund Burke, 1729–1797).

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