(Mina)rette sich wer kann …

30 11 2009

Wer hätte das gedacht. Fast 58% der Schweizer Wähler stimmten für das Minarettverbot. In Zeiten, in denen sich Parteien und Koalitionen schon überglücklich schätzen dürfen, wenn sie 51% zusammenkratzen, um dann von einem eindeutigen Wählerauftrag zu sprechen, scheinen die 58% der Eidgenossen geradezu astronomisch. Noch interessanter finde ich, dass selbst die Organisatoren nicht mit einem solchen Ergebnis gerechnet haben. Die ansonsten oft so liberale Schweiz zeigt sich hier von einer ganz anderen Seite – und wird plötzlich von der ganzen Welt schief angeschaut. Die SZ titelt „Wenn der Staat das Volk nicht mehr versteht„, die ZEIT direkter „Rechtspopulisten wollen Verschleierung von Frauen verbieten„. Ein solches Ergebnis wirft ein ganz anderes Licht auf die direkte Demokratie, für die die Schweiz so oft gelobt wird (auch bei uns). Auf der anderen Seite: Was zeichnet die repräsentative Demokratie aus? Dass sie einige Anliegen der Wähler nicht ernst nimmt und filtert? Scheint so. Aber ganz wohl ist mir nicht dabei.

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Was ist Zeit?

29 11 2009

Wie schnell (oder für manche auch langsam) die Zeit vergeht, zeigt das Animationsvideo Trillions von Maya Design, in dem es um die Entwicklung der Computer geht. Das Video erinnert auch daran, dass ein Computer früher ein Mensch war und keine Maschine …





Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen?

28 11 2009

In Roland Emmerichs Blockbuster „2012“ wurde der Weltuntergang sehr plakativ dargestellt. Ich muss zugeben, dass viele Szenen tatsächlich beeindruckend waren. Selbstverständlich war alles stark übertrieben, ein Klischee wurde an das andere gereiht und letztes Endes ist der Film nicht mehr aber auch nicht weniger als eine Enzyklopädie der Katastrophenfilme. Zweieinhalb Stunden Kinospaß ohne tieferen Hintergrund. Muss auch einmal sein. Eine Sache hat mich aber doch zum Nachdenken getrieben. Die Sixtinische Kapelle zerbricht an der schönsten Stelle, der Petersdom wird computergraphisch aufgebröselt und rollt dem Zuseher entgegen, aber die Produzenten haben sich nicht darüber hinausgesehen, die Kaaba zu zerstören. Geplant war die Szene, aber sie kam nicht in den Film, wahrscheinlich wurde sie nicht einmal gedreht. Zu gefährlich, hieß es. Das sagt sehr viel aus.





Kippt Zensur-Gesetz?

27 11 2009

Ursula von der Leyens Gesetz zur Sperrung von Kinderpornografie-Seiten droht jetzt zu kippen. Bundespräsident Horst Köhler will das Gesetz für Internet-Sperren vorerst nicht unterzeichnen. Er habe die Bundesregierung um ergänzende Informationen zu dem Gesetz gebeten, das nach Meinung von Experten verfassungswidrig sein könnte. Das Gesetz stammte noch aus der Zeit der große Koalition. CDU/CSU und FDP hatten sich aber in ihren Koalitionsverhandlungen im Oktober darauf verständigt, die umstrittenen Bestimmungen nicht anzuwenden. Kinderpornographische Websites sollen nicht gesperrt, sondern gelöscht werden. Ohne die Unterschrift von Köhler tritt das Gesetz nicht in Kraft.





retrakon-Umfrage #2

26 11 2009

Der Deutsche Ethikrat fordert, dass Babyklappen und Angebote zur anonymen Angabe von Babys abgeschafft werden sollen. „Die bestehenden Angebote anonymer Kindesabgabe sind ethisch und rechtlich sehr problematisch, insbesondere weil sie das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft und auf Beziehung zu seinen Eltern verletzen„, heißt es in der am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Stellungnahme. Bisherige Erfahrungen legen nahe, dass Frauen, bei denen die Gefahr bestehe, dass sie ihr Neugeborenes töten oder aussetzen, von diesen Angeboten ohnehin nicht erreicht werden.





The Matrix Legocy

25 11 2009




Wir lernen etwas: Was ist Bodyshopping?

24 11 2009

Was so klingt als ob man in einem Geschäft einen Körper kaufen kann, vielleicht einen neuen Partner, hat damit zum Glück nichts zu tun. Ob das sich tatsächlich dahinter Verbergende wesentlich besser ist, gilt es noch zu eruieren. Was ich an unserer technik- und netz-überladenen Welt immer wieder befremdlich finde, ist der Hang Vieler immer öfter das reale Leben in die Virtualität zu verlegen. Denn ein solches virtuelles Leben ist, wenn man es genau nimmt, eine Täuschung. Es spricht nichts dagegen, einmal der Superheld in einem Computerspiel zu sein, aber wenn man dieser Held nur deshalb sein will, und immer sein will, weil man im realen Leben ein Anti-Held ist und darunter auch leidet, dann ist das für mich, wie ich schon öfters ausgeführt habe, nicht viel mehr als eine Flucht. Doch zurück zu Bodyshopping. Darunter versteht man das digitale Bearbeiten von Fotos, indem man virtuelle Tattoos auf den Körper aufbringt (siehe Bild). Das muss wohl für Menschen sein, die so wankelmütig sind, dass sie es nach kurzer Zeit ohnehin nicht mehr wollen oder zu feige, sich ein echtes Tattoo stechen zu lassen. Virtuell ist nur für jene real, die kein reales Leben besitzen.