Toleranz, Respekt oder Tabu?

18 10 2009

Der Dessoushersteller „liaison dangereuse“ provoziert mit seinem neuesten Werbespot. Eine nackte Frau ist im Bad damit beschäftigt, sich herzurichten. Kurz vor dem Verlassen des Hauses legt sie eine Burka über. Regt ein solcher Clip an, über die Sinnhaftigkeit verschleierter Frauen zu diskutieren oder mangelt es den Machern an religiösem Respekt?

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11 responses

19 10 2009
wiesion [ch]

wieso muss man vor den sog. „religiösen gefühlen“ respekt haben? auch den kindern muss man irgendwann sagen dass es das liebe christkind nicht gibt…

gesetzt, beide existierten: jesus war er ein lebensmüder dècadent und mohammed war ein selbstgerechter prolet. die einzige grössere religion die nicht per sè wider die natur amokläuft ist der buddhismus; aber dieser ist mehr psychische hygiene als religion.

20 10 2009
retrakon

Ist antireligiöser Fundamentalismus (manche sagen dazu militanter Atheismus oder sogar Antitheismus) nicht genauso abzulehnen wie religiöser Fundamentalismus?

21 10 2009
wiesion [ch]

nein. „gott ist eine viel zu extreme hypothese“, dass er jemals hätte einen derart hohen stellenwert in der menschheit erreichen dürfen [von wem das zitat ist, weisst du bereits 😉 ] solange die menschen sich ihre eigenen götter machen, solls mir recht sein: jeder schmiedet sich seinen eigenen göttertempel im kopf und betet zu diesen… alles andere ist massenvergewaltigung.

22 10 2009
retrakon

Da muss ich dir widersprechen. Und der gute Friedrich muss wohl für alles herhalten …

22 10 2009
wiesion [ch]

dann führe das bitte weiter aus. sonst kann ich dir auch nur widersprechen.

23 10 2009
retrakon

Massenvergewaltigung? Jeder ist doch frei zu glauben, was er will. Du schreibst ja selbst „jeder schmiedet sich seinen eigenen göttertempel“. Wenn Gott eine extreme These ist, die niemals diesen Stellenwert hätte erreichen dürfen, dann sollte man sich vielleicht einmal Gedanken machen, warum es dann doch soweit gekommen ist. Gut, ich gebe ohne Umschweife zu, dass dies noch überhaupt nichts über die Qualität der Hypothese aussagt und ich bin der erste der nichts von einer „demokratischen Wahrheit“ hält. Trotzdem habe ich meine Probleme damit, dass tolerante Menschen so intolerant sind, wenn es um Einstellungen geht, die ihren eigenen widersprechen. Und eigentlich ist es mir bei diesem Beitrag nur darum gegangen. Was immer sich auch unter einer Burka befindet, ist Sache der Trägerin.

24 10 2009
wiesion [ch]

in erster linie ging es mir eigentlich darum, dass der „respekt vor religiösen gefühlen“ vollkommen unberechtigt ist. glaube ich zb. dass rechte parteien das richtige sind und sich jemand über diese lustig macht, muss ich mich dann über mangelnden respekt gegenüber meinen politischen gefühlen beklagen und die betroffenheitsbetschwester spielen? mit diesem pseudoargument könnte man jegliche diskussion um alles blockieren da es sich im ganzen leben immer nur um subjektive präferenzen dreht und nichts weiter.

mit massenvergewaltigung meine ich die grossen, organisierten und hauptsächlich missionierenden religionen. zb. wie hochgradig degeneriert muss man sein, um auf die idee zu kommen afrika das christentum reinzuprügeln – und das auch noch im namen des „einzigen gottes“?

solange jeder subjektiv SEINEN glauben hat ist mir das egal, aber ab dem punkt, wo eine organisierte religion den absoluten wahrheitsanspruch erhebt und mit fragwürdigen mitteln beabsichtigt sich in soviel wie möglich aussenstehenden reinzumanipulieren – egal ob mit panikmache oder jenseitigen verlockungen – wird sie zur bedrohung nicht nur meiner freiheit. deshalb ist mir antitheismus lieber als „menefregistische toleranz“.

24 10 2009
retrakon

Jetzt wirfst du aber alles in einen Topf, ohne auch nur ein wenig kritisch zu differenzieren: Religion, Kirche, Glauben, Politik, persönliche Vorlieben, Missionierung, …

24 10 2009
wiesion [ch]

die anzahl der gläubigen einer organisierten religion legitimiert (eine art von „demokratischer wahrheit“) faktisch ebendiese zu solchen exzessen wie der missionierung, oder wird im schlimmsten fall sogar von den anhängern gefordert. dass da ein zusammenhang besteht ist für mich recht offensichtlich.

religion, politische einstellung und viele weitere bestandteile des weltbilds sind persönliche vorlieben – egal wie diese entstanden sind – und haben niemals anspruch auf eine „allgemein gültige wahrheit“.

meine absicht ist nicht, personen als etwas schlechteres darzustellen, sondern lediglich die dynamik von derart grossen absolutistischen organisationen vor augen zu führen. an den jeweiligen personen aber stört mich die naivität mit der geglaubt wird, mit seinem glauben – bessergesagt mit seinem glaubensbekenntnis – etwas „gutes und gerechtes“ zu tun – sie erkennen die tragweite ihrer handlungen nicht: was für sie gut und gerecht erscheint, kann für jemand anderen oder sogar ganzen völkern etwas hochgradig schlechtes sein. solange die religion in den eigenen vier wänden bleibt, wird sich niemand daran stören können.

20 10 2009
leyla

wieso eigentlich immer shock effekt?? die burka ist ein kleidungsstück, in vielen ländern für viele frauen ein normales. und natürlich trägt frau darunter wäsche und ja, sie trägt zuweilen auch schöne wäsche. Schock??? welche spießer sich das immer ausdenken. macht euch mal locker. wir sind nicht alle fundamentalisten.

20 10 2009
retrakon

Ich glaube, der Werbeagentur ging es mehr darum, „christliche“ Männer und Frauen dazu zu bringen, die beworbene Unterwäsche zu kaufen, als muslimische Menschen zu verärgern. Das nimmt man in Kauf, wenn man dafür Absatz macht. Insofern wird hier eine „andere“ Religion instrumentalisiert, um Profit zu machen.

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