Funktioniert der Schock-Effekt?

17 10 2009

Es ist vielleicht nicht das beste Thema für einen Beitrag, der am Samstagabend geschrieben wird, aber ich denke schon seit einiger Zeit darüber nach und bin auf der Suche nach anderen Meinungen. Als ich heute von einem neuen „schockierenden“ Werbespot gegen Komasäufer gelesen und ihn gleich angeschaut habe, war ich – ehrlich gesagt – etwas enttäuscht, denn schockierend war er ganz und gar nicht. Viel interessanter fand ich die Artikel, Meldungen und Kommentare rund um den Clip, der vier Wochen lang im Kino gezeigt werden soll. Die Briten seien hier wesentlich direkter, aggressiver und schockierender. Jugendliche werden in Erbrochenem gezeigt oder wie sie in die Hose machen. Auch andere Länder gehen der härteren Weg, wenn es darum geht, Prävention zu betreiben. In Belgien sind auf Zigarettenschachteln Fotos verfaulter Zahnruinen, riesiger Krebsgeschwüre oder Raucherlungen zu sehen; in einem britischen Video kracht ein Mädchen bei einem Unfall mit dem Kopf durch die Scheibe, Blut spritzt, Teenager kreischen und weinen. Ich bin mir nicht sicher, welches der beste (oder zumindeste bessere) Weg ist, Menschen bzw. Jugendliche im Speziellen von Rauchen, Komatrinken, Drogenkonsum oder Leichtsinnigkeit im Straßenverkehr abzuhalten. Einerseits leuchtet mir ein, dass ein weniger aggressiver und weniger belehrender Weg eher Gehör finden kann, auf der anderen Seite ist ein rationaler Zugang gerade bei den angesprochenen Themen oft vollkommen fehl am Platz. Ein „Kommentator“ meinte: „Lasst sie doch saufen. Die haben eh keine Zukunft.“ Das kann es auch nicht sein.

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