Hauptsache rauschig!

26 09 2009

Es fasziniert mich immer wieder, was sich Menschen alles einfallen lassen, um sich in einen Rauschzustand zu versetzen. Ich habe einmal gehört, dass sogar Schleim von Kröten geleckt wird, da dieser anscheinend eine halluzinogene Wirkung besitzt, habe das aber damals als Märchen abgetan. Auf der Suche nach diesbezüglichen Informationen bin ich auf ein Forum geraten, in dem ich folgenden „Gedankenwechsel“ gelesen habe. ANONYMOUS fragt: „Kennt jemand von euch vielleicht eine legale Droge mit halluzygener Wirkung???freue mich auf eure Antworten!!! >>legalize it<<“ Darauf antwortet ANONYMOUS: „Die frage wird her im Phorum sooooo oft gestellt,ich glaube darauf gibt es nur scheiss antworten und leude die dich scheisse finde,nich böse gemeint,nur wenn ich mir mal die bisherigen frage zu dem thema anscheue,und darauf die antworten……….,aber du kannst dich ja mal hier umschauen,wenn nicht du wirst schätze ich innen paar tagen banane als antwort haben!!!JO-MaN“. Ich glaube, die beiden waren schon auf Krötenschleim. Aber es geht noch besser. Häftlingen in britischen Gefängnissen wurde ein alkoholhaltiges Händewaschmittel gegeben, um sie vor der Schweinegrippe zu schützen. Und wo ist das Waschgel gelandet? Richtig!

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2 responses

26 09 2009
Selma

Tja, in diesen „Phoren“ geht es oft hoch her 🙂
Übrigens lese ich grade ein interessantes Buch von Helmut Kuntz: „Ecstasy – auf der Suche nach dem verlorenen Glück“. Klingt superoberlangweilig, und eigentlich ist Ecstasy auch nicht mein Thema. Aber das Buch ist wirklich lesenswert, da der Autor sehr gründlich an die Sache rangeht und zum Beispiel über die Entwicklung des Säuglings schreibt, damit man begreift, was dann auch im Erwachsenen vor sich geht. Und was er über den Antrieb, sich berauschen zu wollen, schreibt, trifft ja nicht nur auf Ecstasy-Konsumenten zu, sondern ist auch im Bezug auf anderes Suchtverhalten erhellend (und, noch mal übrigens: interessanterweise kommt das Wort „Sucht“ nicht, wie so oft behauptet, von „Suchen“, sondern von „siech sein“, also: krank sein – siehe Schwindsucht usw). Ich schreib hier einfach mal einen Teil ab, der mich dazu gebracht hat, das Buch auszuleihen: „Ich spreche von Glück als der ursprünglichen, primären Fähigkeit von Glücksempfinden im Gefühl und vollen Bewusstsein von der „Richtigkeit“ unseres Selbst in Verbundenheit mit anderen und der Umwelt. Dieses Verständnis von Glück verdeutlicht bereits, in welch hohem Maße uns in der Konsum- und Leistungsgesellschaft die ursprüngliche Glücksfähigkeit abhanden gekommen ist. Wir fühlen uns kaum noch „richtig“, leiden an uns selbst, empfinden nur noch ein eingeschränktes Wohlbefinden in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen und zerstören in existenziell bedrohlichem Ausmaß unsere natürliche Lebensumwelt. Eine ganze „Glücks“-Industrie lebt von der angestrengten Suche vieler Menschen nach dem verlorenen Wohlgefühl. So betrachten wir es als gegeben, dass das Leben schwierig ist, sprechen ständig von „Lebenskampf“ und glauben, wir hätten Glück, wenn wir das Maß an Zufriedenheit besitzen, das wir vielleicht gerade bekommen. Wir betrachten Glücklichsein nicht mehr als menschliches Geburtsrecht. Deshalb erwarten wir auch nicht mehr selbstverständlich, dass es mehr ist als Ruhe und Zufriedenheit. Im Empfinden von Glück sind wir bescheiden geworden. Wirkliche, zutiefst empfundene Lebensfreude ist bei uns zu einem seltenen Gut geworden. Ihr Verlust bildet nicht unwesentlich die Existenzgrundlage für unsere gesamte gesellschaftliche, besonders aber ökonomische Struktur. Wir konsumieren, weil wir unglücklich sind. Die psychische Not der Menschen ist, so ließe sich überspitzt formulieren, die wirtschaftliche Existenzgrundlage unserer Wohlstandsgesellschaft.“ Naja, ich schreib jetzt besser nicht das ganze Buch ab… Er sagt Dinge, die „eigentlich“ ganz klar sind und fast schon auf der Hand liegen. Interessanterweise jedoch sind sie vor allem denjenigen nicht klar, die sich in die „Sucht-Falle“ begeben. Der sucht legale Mittel, sich zu berauschen? Im Grunde möchte er sich einfach mal so richtig wohl in seiner Haut fühlen. Aber wenn man ihm das so sagen würde, dann würde er einen wohl als Psychotante auslachen…

27 09 2009
retrakon

Was mich an deinem Kommentar am meisten nachdenklich macht (eigentlich denke ich darüber schon sehr lange nach), ist die Tatsache, dass hier etwas beschrieben wird, was – wie du richtig formulierst – „eigentlich ganz klar“ ist und „auf der Hand liegen“ müsste. Ist nicht Vieles Wahre (wenn es so etwas gibt) nahe-liegend und unmittelbar? Physiker sprechen oft von der Schönheit von Naturgesetzen und Formeln. Sie meinen damit, dass sich die Struktur unserer Welt in einer Form ausdrückt, die nicht gewunden oder sperrig ist (wenn man so etwas von Formeln sagen kann). Insofern müsste man einmal darüber nachdenken, ob nicht gewisse Klischees ernster zu nehmen sind, als es ihnen zugestanden wird (und damit würden Klischeedreschmaschinen rückwirkend rehabilitiert werden). Ich kann deshalb Kuntz‘ Argumentation nachvollziehen. Und auch deine Befürchtung, dass man damit als Psychotante (oder Psychoonkel) abgetan wird. Alles in allem möchte ich mein Credo zu unserer Gesellschaft und zu Sucht-Themen wie folgt zusammenfassen: Das, was mich an der heutigen Zeit stört, ist nicht, dass es früher wesentlich besser gewesen wäre (was man mir ja gerne unterstellt), sondern dass bei allen Möglichkeiten und Chancen, die heute existieren, das Ergebnis unter dem Strich insgesamt so mager ausfällt.

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