Bachelor-Studien machen krank

14 09 2009

Bildungssysteme – egal in welchem Land – zeichnen sich dadurch aus, dass sie ständig reformiert werden. Und wenn es nicht tatsächlich geschieht, dann wird lange und breit darüber geredet. Es scheint sogar so, als wäre dies immer schon so gewesen. In anderen Worten: Die aktuelle Bildungssituation wird stets als unzufriedenstellend empfunden. Eine solche anscheinend überfällige Reform war auch die so genannte Bologna-Reform in Deutschland. Damit wurde u. a. das Bachelor-Master-System eingeführt. Eine aktuelle Studie der Bildungsgewerkstatt GEW bringt nun ans Licht, dass Bachelor-Studenten besonders oft an Depressionen, Angstattacken, Versagens­ängsten, Schlafstörungen oder Magenkrämpfen leiden. Dies zeigt sich auch dadurch, dass am meisten Antidepressiva und Psychopharmaka an Bachelor-Studenten (im Vergleich zu anderen Gleichaltrigen) verschrieben und verkauft werden. Stress, hoher Erfolgsdruck und andere Belastungen sind dafür verantwortlich. Einer der Gründe, den BA-Titel einzuführen, war es, Studien für mehr Menschen zu öffnen oder (wenn man es so will) in den internationalen Statistiken zur Ausbildungssituation gut dazustehen. Aber manchmal geht der Schuss nach hinten los. Vor allem, und das ist die eigentliche Kritik, wenn Reformen halbherzig oder aus anderen Gründen als den offen vorgetragenen durchgepeitscht werden.

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