Death sells!

12 09 2009

Wir erinnern uns: Als Blog-Neuling wollte ich wissen, wie viele Menschen sich von einem Eintrag mit dem Titel „Rihanna und ihr Nazi-Porno“ angesprochen fühlen. Es waren einen ganze Menge. Um genau zu sein, mehr als vier Mal so viel im Vergleich zu einem Durchschnittstag. Als ein (wie sich herausgestellt hat gefälschtes) Video zu einem Flugzeugabsturz Thema meines täglichen Beitrags war, fanden noch viel mehr Leser auf Retrakon. Vorgestern berichtete ich über ein YouTube-Video, das einen ertrinkenden Mann zeigt – die Hits schießen in die Höhe. Durch die WordPress-Übersicht sehe ich jeden Tag, über welche Suchbegriffe Menschen auf meine Seite finden. Seit Mai (!) will jeden Tag jemand etwas über das japanische Vergewaltungsvideospiel RapeLay wissen. Seit vorgestern ist es der ertrinkende Mann auf YouTube. Sind wir nur mehr eine Gesellschaft von perversen Voyeuren?

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4 responses

13 09 2009
Mat

„Sind wir nur mehr eine Gesellschaft von perverser Voyeuren“. Dieses „nur mehr“ scheint mir anzudeuten dass dies irgendwann besser war. Dem ist nicht so. Menschen hatten seit jeher eine morbide Faszination vom Tod. Sei es in Form von Gladiatorengeplänkel oder öffentlichen Folterungen mit anschließender Hinrichtung.

Cheers,
M.

13 09 2009
Öle

Auch wenn es immer schon so war, bedeutet das nicht, dass wir es nicht ändern können.

13 09 2009
retrakon

Das „nur mehr“ soll ausdrucken, dass es nicht so sein müsste. Die Menschheit hat – trotz allem – im Laufe von Jahrtausenden eine Entwicklung durchgemacht, die hie und da Fortschritte erkennen lässt (nicht viele aber doch ein paar). Dass sich Menschen vor Publikum töten, war im alten Rom legitime Unterhaltung. Heute würde die Mehrheit, oder zumindest eine breitere Öffentlichkeit dies nicht mehr akzeptieren oder gutheißen. Auch wenn sich dafür Publikum finden ließe. Morbide Faszination vom Tod hin oder her. Seit Menschengedenken gibt es Krieg – aber deshalb ist es noch lange nicht ein wünschenswerter Zustand.

14 09 2009
Mat

„Auch wenn es immer schon so war, bedeutet das nicht, dass wir es nicht ändern können.“
Optimismus ist nicht zu unterschätzen.

„Heute würde die Mehrheit, oder zumindest eine breitere Öffentlichkeit dies nicht mehr akzeptieren oder gutheißen.“
Pure Spekulation.

„Seit Menschengedenken gibt es Krieg – aber deshalb ist es noch lange nicht ein wünschenswerter Zustand.“
Das hängt davon ab. Realpolitisch gesehen kann Krieg einige Vorteile haben, zum Beispiel Waffenexport und/oder außenpolitische Ablenkung. Der Zyniker in mir denkt sich auch dass es vielleicht besser ist dass sich so manche Länder bekriegen als dass sie auf die Idee kämen ihre Wirtschaft aufzubauen.

Cheers

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