Die Amis waren wirklich auf dem Mond

3 09 2009

Wie der „Standard“ mir verrät, hat die indische Mondsonde „Chandrayaan-1“ innerhalb von zehn Monaten über 70.000 Fotos von der Mondoberfläche geschossen und damit nebenbei bewiesen, dass die Amerikaner 1971 mit Apollo 15 tatsächlich auf dem Mond waren. Damit könnte man nun alle Verschwörungstheorien ad acta legen. Soviel zum Vorspiel. 120 Kommentare gab es zum entsprechenden Artikel allein auf der Website der österreichischen Zeitung. Die Kommentarfunktion ist ähnlich praktisch und manchmal hilfreich wie ein spezifisches Forum, leider besteht 90% des Geposteten aus unreflektiertem Müll. Beispiele: „hehehe das beweist maximal, dass Apollo 15 auf dem Mond war“ * „Was, durften die Inder gar das selbe Studio benutzen?“ * „Lustig. Die größte Demokratie der Welt hilft der demokratischten Demokratie der Welt. La, le, lu, nur der Inder im Mond sieht zu…“ * „ist doch alles lächerlich! es gibt gar keinen mond. das wird uns nur von multinationalen konzernen eingeredet.“ * „wenn man mondlandungen faken kann, dann wird man doch auch ein paar digi-fotos fälschen können“ * „Die sitzen bestimmt alle in einem Boot, riesen Verschwörung durch CIA, Inder, Chinesen, Russen und sonstige Völker. Nur wenige durchschauen den Plan und wissen dadurch auch von den Außerirdischen!“ Nachdem uns der Weltraummüll schon bald um die Ohren fliegen wird (oder zumindest den Satelliten, die wir brauchen, um zu telefonieren, fernzusehen und zu surfen), ist es nur mehr eine Frage der Zeit bis wir endgültig im Datenmüll ersticken (oder zumindest unsere klaren Gedanken, sofern vorhanden).

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5 responses

3 09 2009
Öle

Die Herausforderung liegt tatsächlich darin, die Informationen zu filtern und dann die richtigen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Tipp an Christian: Am besten Forumsbeiträge gar nicht lesen…

4 09 2009
retrakon

Wenn man Kommentare gar nicht lesen soll, dann brauchen sie im Grunde genommen auch gar nicht geschrieben zu werden. In diesem Fall habe ich mir die Kommentare zu Studienzwecken durchgesehen, weil ich wissen wollte, ob sich Verschwörungstheoretiker in die Enge getrieben sehen und wie sie ggf. darauf reagieren. Dass es heute mehr denn je wichtig ist zu filtern, da stimme ich dir voll zu. Aber wer macht das schon? Die Mehrheit sicher nicht. Alle Studien, die sich mit dem Surf- und Such-Verhalten von Internet-Nutzern auseinandergesetzt haben, zeigen, dass mit meisten auf die ersten von Google oder anderen Suchmaschinen ausgworfenen Seiten klicken und das wars dann. Auch wenn 100.000 oder 1.000.000 Seiten angeboten werden. Google übernimmt das Filtern für uns = teilweise Entmündigung. Googles Leitsatz ist zwar „Don’t be evil“, aber das muss man nicht unbedingt glauben.

3 09 2009
Selma

Ich hab genau über dieses Thema (Mondlandung, Verschwörungstheorien und Internet) mal einen Text geschrieben. Wenn du magst, schick ich ihn dir (soll nicht aufdringlich sein). Kommentare sind ja an sich eine nette Sache, wenn sie so wie in diesem Blog im kleinen Rahmen bleiben. Da ich im Standard schon ein paar Essays veröffentlicht habe, bin ich leider auch in den „Genuss“ einer Kommentarflut gekommen. Besonders himmelschreiend wird es dann, wenn irgendwelche „schillerwarbesser“s oder „gandalf19929″s persönlich werden und (in diesem Fall:) mich als Autorin abqualifizieren („wer glaubt die denn, wer die ist“ usw). Frage: Ist ein Internetkommentator noch erbärmlicher als ein Leserbriefschreiber, der zwei- bis dreimal wöchentlich in der Dolomiten seinen Senf dazu gibt … ?

4 09 2009
retrakon

Dasselbe gilt auch für die Wikipedia. Wenn zehn Freizeitautoren mit Namen wie Lochwixer, Blumenpferd, Trollterminator, ichbindergrößte, Futziputzi, Tarzan666, Klabusterbeere, Neunmalklug, Rotznase oder einer anonymen IP-Adresse wie 123.41.0.86 der Meinung sind, dass es wichtig und richtig ist, etwas so und so zu sehen, dann ist das Gesetz. Fünf wirkliche Experten, die nicht die Zeit haben, sich mit diesen herumzustreiten, ziehen den Kürzeren. Und ja: Internet-Kommentatoren sind tatsächlich oft um Lichtjahre erbärmlicher als Leserbrief-Schreiber. Dazu könnte ich jetzt eine Reihe von Gründen aufzählen, der wichtigste ist aber, dass Leserbriefschreiber i.d.R. NICHT anonym schreiben können, also zu ihrer Meinung öffentlich stehen müssen und ggf. Konsequenzen tragen. Gandalf19929 und Schillerwarbesser sind Feiglinge, die sich hinter einem Nickname verstecken.

3 09 2009
kurt gritsch

@ Selma: ich kenn da jemanden, der immer ganz versessen darauf ist, die dolomiten-leserbriefe zu lesen 😉
@ mondlandung: wie kann man bloß Indern trauen??? ist doch klar, dass die mit der CIA unter einer decke stecken (und dort in bester gesellschaft sind mit allem übel der welt). mondlandung? alles eine gigantische verschwörung, so gigantisch, dass wir selbst gar nicht merken, dass wir teil dieser verschwörung sind!! unsere gehirne sind längst gleichgeschaltet und ferngesteuert… hat noch niemand von euch den klitzekleinen knopf auf dem hinterkopf bemerkt? soetwas gab’s beim neandertaler nicht!!

also: augen zu und durch. vielleicht ist ja die matrix die christliche vorherbestimmung unserer zeit… ich sollte doch noch eine religion gründen (wenn mir das mein matrix-programm erlaubt)

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