Wie Medien manipulieren (Folge 1)

26 08 2009
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4 responses

26 08 2009
Öle

Das was man hier sieht nennt man nicht manipulieren sondern redigieren. Also: Kein Grund zur Sorge!

26 08 2009
Christian

Na ja, die Grenze zwischen Redaktion und Manipulation ist oft recht dünn. Genauso wie zwischen einem guten Lektorat und Ghostwriting. Die Frage ist immer: Wie genau können/wollen Medien die Wirklichkeit abbilden? Wenn man ein paar Ähs und Öhs herausschneidet, leidet darunter nicht der Inhalt, aber man braucht nur vor einem Beistrich einen Schnitt zu machen und schon sieht die Sache ganz anders aus.

27 08 2009
Selma

Das mit dem Lektorat und dem Ghostwriting würd ich nicht so stehen lassen wollen… (Aber das ist eine ganz andere Diskussion)
Das Problem des manipulativen Bearbeitens geht noch viel weiter, als es dieser kurze Bericht zeigt. Wann wird eine Sendung gezeigt? Wie wir wissen, sendet z.B. der gute alte seriöse ORF die Nachrichten über den Tag verstreut recht unterschiedlich. Im Newsflash kurz und knackig. In der 20h-ZiB ein bisschen länger. Um 22h noch ein bisschen länger. Um Mitternacht vielleicht schon recht ausführlich. Aber wer bleibt so lange auf? Dann, vor allem (aber leider längst nicht mehr nur) ein Problem bei Privatsendern: Mit welcher Musik wird das Ganze unterlegt? Siehe die Dong-Dong-Geschichte beim Alien-„Bericht“. Dann die nonverbalen Kommentare der Moderatoren, die vor und/oder nach dem Bericht entweder betroffen, belustigt oder perplex dreinschauen (als ob sie die Berichte nicht schon kennen würden). Manipuliert wird ständig: mit Bildern (schon allein mit der Kamera-Einstellung!), mit Worten (wenn man z.B. ein Ereignis als „Katastrophe“ bezeichnet oder als „Super-GAU“, wenn ein mutmaßlicher Mörder zum „Schlächter“ wird und so weiter). Ein großes Problem ist, dass es gar nicht so einfach ist, sich aus anderen Quellen zu informieren, da mittlerweile die meisten Medien schlichtweg von einander abschreiben. Presseagentur X gibt diese und jene Nachricht raus, und dann wird sie von zwanzig Zeitungen, Inernet-Portalen und Fernsehsendern kopiert, vielleicht noch mit dem einen oder anderen Bild versehen, aber im Prinzip ist es dasselbe in ständig neuem Aufguss. Die Mühe, wirklich gegenzurecherchieren und der Sache auf den Grund zu gehen, machen sich leider nur noch wenige Journalisten. Klar, sie arbeiten unter großem Zeitdruck, wollen möglichst die ersten sein usw. Seriös ist das leider nicht mehr, aber wir wissen andererseits auch: Zeit ist Geld und: Qualität hat ihren Preis. Der Satz, der uns schon in der Bildungsdiskussion in den Wahnsinn treibt, spielt auch hier eine traurige Rolle. Wenn’s teuer zu werden droht, nehmen wir doch lieber gleich die billigere Variante. Und jetzt nicht auf die Politik schimpfen: Denn wer von uns – Hand aufs Herz – wäre bereit, für eine Zeitung 10 Euro zu bezahlen, selbst, wenn sie dafür dann noch so perfekt recherchiert, anspruchsvoll und fehlerlos geschrieben, werbefrei und unpolitisch wäre?

9 09 2009
wiesion [ch]

ich bevorzuge es auch mich von mehreren quellen zu informieren – keinesfalls aber vom fernsehen – ich besitze seit 8 jahren keinen mehr – sondern nur noch über zeitung und internet; nach den jahren in der schweiz kann ich mich aber eigentlich nur noch auf schweizerische medien beziehen, zb. (ich schreibe folgend die adressen statt den zeitungsnamen):

http://www.blick.ch und http://www.20min.ch sind sowas wie http://www.bild.de – also klopapier der ersten stunde, gleich wie in deutschland aber leider sehr weit verbreitet und „gelesen“.

das „fast-seriöse mittelmass“ bilden für mich http://www.nzz.ch und http://www.tagesanzeiger.ch

etwas alternativere quellen, nicht so ganz „zeitgemässe“ – wenn man das so nennen kann – sind da zb. http://www.weltwoche.ch und http://www.zeit-fragen.ch; erstere steht der schweizerischen VP sehr nahe und zweitere steht im verdacht einer sekte nahe zu stehen – aber wer sich von einer zeitung in eine sekte treiben lässt hats auch gar nicht anders verdient 😉

ich nehme sowieso an, dass sich jeder genau das rausreimt was ihm gerade zusagt, quasi selbst nochmal die wörter verdreht bevor sie in den kopf gehen.

und da schon der „medien-ethos“ angesprochen wurde… ich finde es höchstgefährlich dass gegenüber jeglicher kritik am zeitgeist ganz automatisch und selbstverständlich die nazikeule geschwungen wird – dadurch wird einerseits der systematische massenmord runtergespielt sowie ein seriöser diskurs mit andersgesinnten komplett unterbunden, was wiederum zwangsläufig zu spannungen innerhalb des volkes führt. wie sich dieses fehlverhalten „gesellschaftsevolutionsmässig“ auswirkt, kann man heute noch nicht abschätzen, aber ich bin mir sicher es wird ein unterhaltsames schauspiel geben.

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