Lügengebiete im Fernsehen

31 08 2009

Charlotte Roche, bekannt für ihre Exkursionen zu den letzten Tabus der Gegenwart, zieht einen interessanten Lügner einem langweiligen Ehrlichen in ihrer Talkshow „3 nach 9“ auf alle Fälle vor. Mit anderen Worten: Wer lügt und so tut, als wäre das alles wahr, was er von sich gibt, darf ins Fernsehen, wer eine echte bewegende, interessante oder diskussionswürdige Geschichte zu erzählen hat, von denen es sicherlich genügend gibt, der ist langweilig und hat wenig bis keine Chancen. Was sagt das über das Fernsehen aus? Oder zumindest über Leute, die momentan obenauf schwimmen (und morgen vielleicht schon den Unterhaltungswert einer Hämorrhoide haben). Es erinnert mich ein wenig an jene Nachmittagstalkshows, für die anscheinend sogar für Geld niemanden mehr sein gefaktes verkorkstes Leben ausgebreitet hat und man dazu überging, einfach Fälle und Situationen zu erfinden. Für den Zuseher war und ist es ohnehin unerheblich. Ein langer Stromausfall, sagen wir, ein Jahr lang, würde da nichts ausmachen.

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Unbild zum Sonntag (Folge 10)

30 08 2009

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Was darf ein Staat?

29 08 2009

Seit Tagen berichten Medien darüber, dass eine 13-jährige Schülerin aus den Niederlanden mit dem ernsthaften Gedanken spielt, alleine die Welt zu umsegeln. Laura Dekker will damit einen Rekord brechen und wenn es nach ihren Eltern geht, darf und soll sie das tun. Zwei Jahre würde die Weltumsegelung dauern. Staatliche Behörden sehen das aber anders und entzogen den Eltern kurzerhand für zwei Monate das Sorgerecht. Der Traum vom Rekord ist damit vorerst geplatzt. Vor gut zwei Monaten wurde bekannt, dass Eltern in Kanada ihre Tochter im nationalsozialistischen Glauben erzogen haben. Ihnen wurde das Sorgerecht entzogen, als das Mädchen mit aufgemaltem Hakenkreuz in der Schule erschien und behauptete, dass Schwarze getötet werden müssten. Die öffentliche Diskussion darüber war kontrovers und nicht wenige Juristen sahen im Entzug des Sorgerechts eine unrechtmäßige Handlung der Behörden. Was darf ein Staat? Und was darf er auf keinen Fall? Gibt es eine Grenze zwischen Weltumsegelung mit 13 und Nazisprüchen auf Armen und Beinen?





Michael Jackson in Baumstumpf gesichtet

28 08 2009

Woran erkennt man, dass man es wirklich geschafft hat? Dass man ein Teil menschlicher Kultur ist? Dass man unsterblich ist? Wortwörtlich dann, wenn man noch lebt, wenn man schon tot ist. Elvis ist ein schönes Beispiel, Marilyn Monroe ebenfalls, auch Lady Di. Michael Jackson erfährt dasselbe Schicksal eines Untoten. Zuerst wurde er auf dem Flughafen von Manchester gesehen, vorgestern erfuhr die Weltöffentlichkeit, dass er nach seinem eigenen Begräbnis aus dem Auto gestiegen ist, heute hat man ihn in einem Baumstumpf gesichtet, ohne dass die Frage aufgeworfen wird, was er dort eigentlich macht. Oder was irgendein Mensch in einem Baumstumpf macht. Zwischendurch hat er die Grenze nach Mexiko passiert, war in Neuseeland, Dubai und Las Vegas. Besonders schön auch die folgende These: Michael Jackson hat in einem Wachsfigurenkabinett seine eigene Puppe gekauft und diese als seinen Leichnam ausgegeben. Durch die vielen Operationen und Implantate gibt es ohnehin kaum Unterschiede und die Ärzte, Leichenbestatter und Familienangehörigen haben das Vertauschen auch nicht bemerkt.





Allianz gegen Google Books

27 08 2009

Mehrere US-amerikanische Firmen und Organisationen haben die Open Book Alliance gegründet und sind damit an die Öffentlichkeit gegangen. Sie wollen gemeinsam gegen Vereinbarungen zwischen Google und amerikanischen Autorenverbänden bezüglich Googles Service „Book Search“ vorgehen. Zur Allianz gehören unter anderem Googles Erzrivalen Microsoft und Yahoo und Amazon. Angeführt wird die Interessensgemeinschaft von Peter Brantley von Archive.Org sowie von Gary L. Reback, einem Anwalt und Kartellexperten. Die massenhafte Digitalisierung von Büchern schaffe Verbrauchern, Bibliotheken, Lehrenden und Schülern enorme Werte, heißt es in einer Aussendung. Die Allianz will dafür sorgen, dass dies auf offenen Wegen geschieht. In der Vereinbarung zwischen Google und der Association of American Publishers und der Authors’ Guild orten sie einen Versuch der Monopolisierung des Zugriffs, des Vertriebs und der Preisgestaltung bei der größten digitalen Büchersammlung der Welt.





Wie Medien manipulieren (Folge 1)

26 08 2009




Alien in Mexiko in Tierfalle getappt

25 08 2009

AlienKein Thema beschäftigt die Boulevard-Presse zur Zeit mehr als der angebliche Fund außerirdischen Lebens in Mexiko – allen voran die Zeitung mit den vielen Bildern, die deshalb auch so heißt (in diesem speziellen Fall sogar mit bewegten Bildern). Das Alien-Baby sei von einem Bauer im Mai 2007 in einer Tierfalle gefunden und dann aus Angst ertränkt worden. Genau dieser Bauer fand dann durch ein Feuer, das so heiß war, dass es nur von Außerirdischen stammen konnte, plötzlich den Tod. Seine Witwe zögerte mehr als ein Jahr und wandte sich dann an die Öffentlichkeit. Für die einen ist es ein gehäuteter Affe, für die anderen eine Kreuzung zwischen einem Mensch und einer Echse, für wieder einen anderen ein extraterrestrisches Haustier, das mal Pippi musste. Schön ist auch der folgende Kommentar: „Warum rennen Aliens eigentlich immer nur nackt in der Gegend herum? Haben Besucher von fremden Planeten denn nicht wenigstens eine Unterhose an?“ Ich verstehe, dass die Frage, ob wir allein im Universum sind, eine sehr spannende ist und es wird die Menschheit so lange beschäftigen bis wir eine eindeutige Antwort darauf bekommen. Rein statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir allein sind, ohnehin winzig klein (und trotzdem ist dies kein Grund anzunehmen, dass es noch anderes Leben gibt, das dazu noch intelligenter sein muss). Aber ob es jemals zu einem Kontakt kommen kann und wird, ist eher fraglich. Was mich an den immer wieder auftauchenden Meldungen von Funden und Sichtungen stutzig macht, ist dass die Außerirdischen dort immer wie aus Hollywood-Filmen aussehen. Eben wie man sich Aliens vorstellt. Stellen wir uns vor, das extraterrestrische Wesen würde aussehen wie auf dem Bild oben – wer würde ernsthaft glauben, dass irgendeine Zeitung oder irgendein Fernsehsender darüber berichten würde. Aber seltsam sieht es schon aus, das Objekt oben.