So frei ist die Freiheit

7 07 2009

Kein politische Gruppierung hat in den vergangenen Monaten mehr auf sich aufmerksam gemacht als die Piratenpartei. Während die echten Piraten im Osten Afrikas international bekämpft werden, ziehen die digitalen Piraten ganz legal ins Europäische Parlament. Die Freiheit im Internet soll erhalten bleiben, das Urheberrecht solle neu formuliert werden und so weiter. Nach dem Erfolg konnte sich die neue Partei kaum vor Neuzugängen wehren und es schien als ob sich hier ein ganz neues europäisches Phänomen etablieren würde. Aber so liberal sind die Liberalen dann doch nicht. Zum Glück. Mitglieder, die rechtsradikales Gedankengut verbreiten, sich antisemitisch äußern, undemokratisch denken und handeln, sind unerwünscht. Und trotzdem halten sie ganz offiziell die Piratenflagge hoch. Noch schlimmer: Auch Pädophile mögen das Programm der Partei und deren Kampf gegen Netzsperren – darunter auch jene von Kinderpornoservern. Ein mehrfach wegen Verbreitung von Pädopornos verurteilter Hamburger zum Beispiel sammelt auf seinem Portal Berichte über die Piraten und empfiehlt, sie bei der Wahlzulassung zu unterstützen. Das gefällt sogar freiheitsliebenden Piraten nicht. No, they don’t. Und das ist gut so.