Was der eine ab vom anderen schreibt …

1 07 2009

Wissenschaft war schon alle Zeit, was der eine ab vom anderen schreibt“, so heißt es landläufig. Was der Wissenschaft recht ist, kann doch Twitter nur billig sein. Der Pressesprecher von Google Deutschland, Stefan Keuchel, hat die Nachricht getwittert, dass der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau heute verstorben sei, und hat sein Gezwitscher mit einem Link auf eine Spiegel.de-Seite versehen. Die Meldung hat sich natürlich schnellstens über Tweets und ReTweets verbreitet und niemandem ist aufgefallen, dass Rau bereits 2006 verstorben ist, obwohl dies am Datum auf der Spiegel-Seite leicht zu erkennen gewesen wäre. Keuchel entschuldigt sich („Holy Smoke – wie dämlich von mir: Ihr habt natürlich vollkommen Recht. Johannes Rau ist bereits 2006 gestorben… SORRY !!!“) und geht über zur Tagesordnung („Wie peinlich – Sorry nochmals für den blöden Hinweis auf den Tod von J.R. – das hat man davon, wenn man Fussball schaut u nebenbei twittert“). Es scheint, dass durch den Tod von Michael Jackson jetzt jeder andere schnell sterben muss, so dass man als medienkritisches Wesen kaum nachkommt, die verschiedenen Möglichkeiten falscher Information durchzudenken. Bei Whitney Houston war es eine übereifrige Folgerung nach ihrem letzten Auftritt, bei Patrick Swayze die schlechte Recherche von RTL, bei Birge Schade die Mutmaßung eines Unbekannten, bei Britney ein Hackerangriff auf TwitPic …

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