Gedanken zu mündigen Fernsehern

30 06 2009

„Der mündige Bürger soll selbstverständlich selbst entscheiden, welche Fernsehsendungen er ein- oder ausschaltet, aber man soll ihm diese Entscheidung erleichtern, indem man einige Sendungen nicht herstellt, die er dann abschalten könnte.“ – Dieter Hildebrandt

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YouTube zensiert deutsche Hymne

29 06 2009

Wie mehrere Blogs berichten, werden bereits seit Monaten YouTube-Videos gelöscht. Unter anderem ein Video mit dem Deutschlandlied. Das „Lied der Deutschen“ wurde von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1841 auf der Insel Helgoland gedichtet und war in seiner vollständigen Version offizielle Nationalhymne von 1922 bis 1991, zunächst des Deutschen Reiches, dann der Bundesrepublik Deutschland. Erst 1991 wurde die Hymne für die BRD auf die dritte Strophe reduziert. Der Benutzer, der das Video hochgeladen hatte, bekam von YouTube folgende Mitteilung: „Gegen dein Konto wurde eine Warnmaßnahme gemäß den Community-Richtlinien ergriffen, die in sechs Monaten abläuft. Weitere Verstöße können dazu führen, dass du vorübergehend keine Inhalte mehr in YouTube posten darfst bzw. dein Konto gekündigt wird. Darüber hinaus wurde eine Kopie dieser Nachricht per E-Mail an die mit diesem Konto verknüpfte Adresse gesendet.“





Unbild zum Sonntag (Folge 2)

28 06 2009

Unbild2





iPhone Pornos

27 06 2009

„Hottest Girls“ ist bzw. war die bisher freizügigste Anwendung für das iPhone und den iPod Touch. Das Tool war seit einigen Tagen für knapp 2 US-Dollar bei Apple im Angebot, obwohl der Bereich Pornographie von Steve Jobs von Beginn an als unerwünscht eingestuft worden war. Möglicherweise liegt darin der Grund, dass die Anwendung nun ohne Vorwarnung aus dem Programm genommen wurde. Die Nachfrage war allerdings so groß, dass der Bildserver nach kurzer Zeit seine Leistungsgrenze erreicht hat. In einer Art Bildergalerie wurden mit Hilfe des Programms mehr als 2.200 Bikini-Schönheiten, bekleidet und unbekleidet, gezeigt. Während „Hottest Girls“ nicht mehr angeboten wird, scheint „Hottest Boys“ noch im AppStore auf.





Was mir zu Michael Jackson einfällt

26 06 2009

Michael Jackson stirbt unerwartet und trotzdem haben es nun alle schon vorausgesehen. Bis gestern wurde er von den Medien nur noch als „ehemaliger King of Pop“ bezeichnet, heute ist er wieder der „uneingeschränkte King“. Touristen filmen zufällig, wie er aus dem Haus getragen wird, unser Dolomiten-Tagblatt bremst die Druckmaschinen und gibt am heutigen Freitag eine zweite Ausgabe mit veränderter Titelseite heraus, Internetdienste wie Twitter brechen zusammen, in Facebook entstehen Dutzende Gedenkseiten, Jackson platziert sich innerhalb weniger Stunden gleich mehrmals in den Top 10 der Verkaufscharts von Amazon, kein Sender, der auf eine Sondersendung verzichtet, Fragen über Fragen, wie stark waren die Medikamente, die er genommen hat, warum ist sein Hausarzt flüchtig, wie viel verdienen nun all jene, die in Wettbüros gewettet haben, dass es nicht zu den Comeback-Konzerten kommt, wurde er tatsächlich von einer geheimen Weltregierung ermordet (was man so alles im Netz findet), hat er damals doch … die Liste ließe sich endlos fortführen. Mich interessieren folgende Fragen: Gibt es eine Grenze, die Medien nicht überschreiten sollten? Ist alles erlaubt, was Zuschauer, Leser, Surfer bringt? Wo beginnt ehrliches und legitimes Interesse, wo beginnt purer Voyeurismus? Wollen wir wirklich alles wissen? Stumpft uns das mit der Zeit ab? Brauchen wir dann eine immer höhere Dosis? Oder immer stärkere Reize? Lasst eurem Gehirn und euren Gefühlen freien Lauf!





Zitat zur Internet-Zensur-Debatte

25 06 2009

„Natürlich weiß ich, dass wir damit allein nicht die Wurzel des Übels bekämpfen können. Aber wir sagen ja auch nicht: Wir machen in den Schulen erst dann Drogenprävention, wenn es keine Mohnfelder in Afghanistan mehr gibt. Ganz wichtig ist mir, dass das Recht in der realen Welt genauso selbstverständlich gilt wie in der virtuellen Welt.“
aus: „Ihnen ist egal, was wir denken“ (Interview mit Ursula von der Leyen)





Wahrheit als Unwert

24 06 2009

Als ich meinen Beitrag „Rihanna und ihr Nazi-Porno“ verfasst habe, um zu sehen, wie viele Menschen sich von dem reißerischen Titel anziehen lassen, war das mein bisher erfolgreichster Tag als Blogger. So viele Leser wie damals hatte ich weder vorher noch nachher. Bis vorgestern. Der Beitrag „Bilder aus dem auseinander brechenden Airbus 330“ über die von mehreren Sendern veröffentlichten Fotos aus der Fernsehserie „Lost“ hat Rihanna auf den zweiten Platz verwiesen. Fast doppelt so viele Leser. Ist der Tod sexier als Sex? Mich interessieren eher die Kommentare, die im Internet dazu gegeben wurden. Beispiel 1: „Man zeigt spektakuläre Bilder eines Flugzeugabsturzes. Warum? Weil der Zuschauer gerne spektakuläre Bilder sieht. […] Wem schadet es, wenn die Bilder gefälscht sind? niemandem, den Absturz selbst hat ohnehin niemand gesehen. Also was solls?“ Beispiel 2: „Was hängt denn für mich davon ab, dass ich hier mit falschen Bildern „fehlinformiert“ (wenn man das mal am Wert dieser Information misst) werde? Garnichts. Da kommen dann gleich Leute aus den Ecken gekrochen deren Werte nicht durch die Medien vertreten werden und müssen die Medien anhand solcher Einzelfälle diskreditieren. Die sollten sich darum kümmern mehr Erfolg im Leben zu erreichen und dann legen sich solche Allüren.“ Beispiel 3: „Ist das in der heutigen Zeit noch relevant, ob die Bilder „echt“ sind?“ Es mag sein, dass die Zeiten einer objektiven Wahrheit vorbei sind, oder vielleicht die einer objektiv erkennbaren Wahrheit, aber wenn es vollkommen irrelevant ist, ob die Medien nicht zumindest dem Ideal einer objektiven und einer möglichst nahe an den Fakten gelegenen Berichterstattung folgen, dann kann ich den obigen Kommentarschreibern in aller Härte ans Schienbein treten und hier in meinem Blog darüber berichten, dass ich den drei Herren ein alkoholfreies Bier ausgegeben habe. Wen interessiert’s? Mehr Leser hätte ich natürlich, wenn ich tatsächlich eine Runde ausgebe, aber schreibe, dass ich die drei rituell hingerichtet habe.