EU stürzt Buchpreisbindung

2 05 2009

In Österreich galt bisher die Buchpreisbindung. Das bedeutet, dass die Preise von den Verlagen festgesetzt werden und der Handel die Bücher im Normalfall nur zu diesem Preis verkaufen darf. Die Handelskette Libro hat deshalb Klage eingereicht. Der Europäische Gerichtshof hat nun festgestellt, dass diese Praxis gegen bestehendes EU-Recht verstößt. Begründet wurde das Urteil damit, dass die Preisbindung dem freien Warenverkehr widersprechen würde. Dass damit dem Fachhandel das Wasser abgegraben wird, sprich, die Kunden genommen werden, kümmert die europäischen Gesetzgeber kaum. Wie soll eine kleine Buchhandlung überleben, wenn große Ketten dieselben Bücher um einiges billiger auf den Markt werfen kann? Natürlich werden diese kaum Spezialliteratur führen, die auch weiterhin im Fachhandel gekauft wird, doch lässt sich damit nicht überleben. Auch der Fachhandel ist auf Bestseller und kommerzielle Literatur angewiesen, aber gerade diese wird von den großen Ketten wesentlich billiger verkauft werden. Es ist auch davon auszugehen, dass dadurch Trivialliteratur nicht nur billiger, sondern auch noch mehr verkauft wird. Wer kauft sich vielleicht einmal einen teuren Pessoa, wenn es Brown zum Spottpreis gibt? Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs ist kulturgeschichtlich und abseits von rein wirtschaftlichen Gründen nicht nachvollziehbar.

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