Roter Bullen-Zeitgeist

31 05 2009

Man hätte es sich denken können. Seit bekannt wurde, dass in Red Bull Cola geringe Kokainspuren nachgewiesen wurden, flattern entsprechende Meldungen durch On- und Offline-Medien. Während es in Deutschland 0,4 Mikrogramm pro Liter waren, schwanken die Ergebnisse in Österreich rund um die Nachweisgrenze. Damit ist die Menge weder gesundheitsschädlich noch macht sie süchtig. Aber so als hätte es die rotstierige Werbeabteilung darauf angelegt, explodiert nun der Verkauf von Red Bull Cola. Ich weiß nicht, was kritikwürdiger ist: Die Tatsache, dass Käufer so dumm sein können, auf einen PR-Gag dieser Art reinzufallen, oder der Umstand, dass ein frei und legal verkäufliches Getränk „Drogen“ enthält, dazu führt, es erst recht zu trinken. Zum heutigen Weltnichtrauchertag wurde übrigens eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass das Rauchen von Wasserpfeifen viel gesundheitsschädlicher ist als bisher angenommen. Eine einzige Sitzung kann dem Konsum von bis zu 100 Zigaretten am Tag entsprechen. Krebs, Herpes und Tuberkolose können die Folge sein. Wahrscheinlich kurbelt diese Meldung den Verkauf von Shishas erst recht an. Es mag gegen den Zeitgeist sprechen, Drogenkonsum abzulehnen, aber wer diese Welt nicht erträgt und deshalb in den Rausch flüchtet, sollte sich Gedanken darüber machen, ob es nicht langsam Zeit ist, etwas zu ändern. Entweder sich selbst oder die Welt.

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Handyortung von Schulschwänzern

30 05 2009

Die Aoyama Gakuin University in Japan hat begonnen, kostenlos iPhones an ihre Studenten und Angestellten zu verteilen. Auch die Grundgebühren werden von der Universität übernommen. Es ist geplant, einfache Tests und Umfragen, Hausaufgaben und Lernvideos über die iPhones zu verteilen. Außerdem will man mit Hilfe der GPS-Funktion herausfinden, ob und wo ihre Studenten sich auf dem Unigelände befinden.





Weiterer Angriff auf Google

29 05 2009

Am 3. Juni 2009 startet Bing, Microsofts neue Suchmaschine, die nach den wenig erfolgreichen Vorgängerinnen MSN Search und Live Search, dem Marktführer Google (immerhin über 64%) Marktanteile streitig machen will. Die neu gestaltete Suchseite soll dem Nutzer interessantere Ergebnisse liefern. So soll es Bing einfacher machen, Dinge im Internet zu kaufen, Reisen zu buchen oder auch verlässliche Informationen zu Gesundheitsfragen zu finden. Auf die Frage, warum der Namen „Bing“ gewählt wurde, erklärte Firmenchef Steve Ballmer auf einer Konferenz der Zeitung „The Wall Street Journal“: „Es ist ein kurzer Name, man kann es leicht aussprechen, und es funktioniert weltweit.“ Damit Bing nicht wieder ein Flop wird, will Microsoft 100 Millionen Dollar für Werbung ausgeben. Neu an Bing ist zum Beispiel, dass man nach Gruppen und Kategorien suchen kann und dass es eine Seitenvorschau gibt.





Der letzte Wille im Netz

28 05 2009

Lisa Granberg, eine schwedische Studentin, hat den Dienst „Webwill“ entwickelt, mit dessen Hilfe Nachrichten von gerade verstorbenen Personen in deren Namen an Freunde verschickt oder in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden können. Zudem sei es möglich, Facebook-oder MySpace-Profile gänzlich zu löschen oder eine letzte Nachricht zu verschicken. „Es gibt viele Fälle, bei denen Freunde und Verwandte von Personen, die Selbstmord begangen haben, oder auf eine andere Art und Weise gestorben sind, nichts gegen die Informationen, die online über die Person verfügbar ist, machen können“, so die Erfinderin zur schwedischen Zeitung „The Local“. Webwill ist mit der schwedischen Einwohnermeldebehörde verknüpft. Scheint jemand als gerade verstorben auf, aktiviert sich der Dienst.





Jetzt zwitschern auch Katzen

27 05 2009

Sie heißt Sockington, kurz Socks, besitzt einen eigenen Twitter-Account und gehört dem 38-jährigen IT-Manager Jason Scott. Die Rede ist von einer Katze. Seit Ende 2007 erfahren Leser mehr aus dem Leben von Socks und mittlerweile sind es weit über eine halbe Million Followers. Ob es der Blick auf die Treppe aus ihrer Sicht ist oder um Hygiene und Mahlzeiten geht, es gibt genügend Menschen, die das interessiert. Als wäre das noch nicht meldenswert genug, gibt es unter den „Folgern“ von Socks, dem Garfield des 21. Jahrhunderts, auch andere Haustiere, die soziale Netzwerke seit geraumer Zeit immer stärker bevölkern. Hier einige Ideen für die Zukunft: Twitter-Accounts für Toaster, die sich über Krümel beschweren, Anrufbeantworter, die Telefonnummern weitergeben, Geschirrspülmaschinen, die im Namen des Kühlschranks heimliche Liebhaber verraten, Bildschirme, die ob des gezwitscherten Schwachsinns die Stromzufuhr verweigern und schwarz werden.





Filme vs. Spiele

26 05 2009

Wie das Marktforschungsunternehmen NPD Group in einer aktuellen Untersuchung herausfand, liegt das aktuelle Problem der Filmindustrie mit sinkenden Kunden- und Umsatzzahlen nicht nur an Internet-Piraterie und der wachsenden Anzahl illegaler Downloads. Der Studie zufolge nutzten 63 Prozent der US-Bürger mindestens ein Video-Spiel – doch nur 53 Prozent wollten einen Film schauen. Außerdem kauften im letzten Jahr 31 Prozent der US-Bürger eine Spielekonsole (7 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr) und gaben im Monat durchschnittlich 38 Dollar für Spiele und Zubehör aus. Diese Werte erreicht die Filmindustrie bei weitem nicht.





Twitter war schneller

25 05 2009

Der Ausgang der Bundespräsidenten-Wahl in Deutschland wurde im Vorfeld auf Twitter veröffentlicht. Bereits eine Viertelstunde bevor Norbert Lammert, Präsident des Bundestages, das Ergebnis verkünden konnte, war es auf Twitter nachzulesen. Verantwortlich dafür waren zwei Abgeordnete, die einen entsprechenden Tweet veröffentlicht hatten: Ulrich Kelber (SPD) und Julia Klöcker (CDU).