„Pro Reli“ gescheitert

27 04 2009

Die Initiatoren der „Pro Reli“-Kampagne sind mit ihrem Vorhaben leider gescheitert. Die Berliner haben sich mit 51,3 Prozent gegen die Wahlfreiheit zwischen Religions- und Ethikunterricht und damit gegen das Wahlpflichtfach Religion entschieden. Wie gering allerdings das Interesse in der öffentlichen Wahrnehmung ist, beweist schon die Wahlbeteiligung, die bei nur gut 29 Prozent lag. Das Endergebnis zeigt zudem, dass es im Westen Berlins deutlich mehr Befürworter für das Fach Religion gab als im östlichen Teil. Eigentlich verwunderlich, wenn man bedenkt, wie viele ehemalige DDR-Bürger vor gut zwanzig Jahren die Einschränkung ihrer Religionsfreiheit beklagt hatten. Ebenso wenig wundert es, dass die linken Parteien nun ihren Sieg gegen den Religionsunterricht als Sieg der Toleranz feiern. Der Sozialdemokrat und Schirmherr des Bündnisses „Pro Ethik“, Walter Momper, freute sich über das Ergebnis mit den Worten: „Die Berliner sind helle und lassen sich nicht einlullen.“ Wie kurzsichtig eine solche Einstellung ist, wird die Zukunft zeigen. Religion ist mehr als schulische Wertevermittlung, die der Ethik-Unterricht ohnehin wesentlich besser erfüllen soll. Religion befriedigt ein grundlegendes und Jahrtausende altes Bedürfnis des Menschen. Die Säkularisierung vieler Bereiche ändert nichts daran. Nach der Entwertung und Geringschätzung der Religion, die sie in den vergangenen Jahrzehnten erfahren hat, zeigt sich diese Notwendigkeit mehr denn je in der Flucht in Esoterik und Pseudospiritualität.

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