Wikipedias Unzuverlässigkeit (Teil 1)

26 04 2009

Bei einem Verfahren um Kreditkartenschulden legte der Kläger-Anwalt einen Ausdruck eines Wikipedia-Artikels als Beweis vor, dass das Kreditkartenkonto seines Mandanten durch Fusionen und Firmenkäufe mehrfach an andere Banken und schließlich durch Verkauf an ein Inkassounternehmen übertragen worden war. Dieses versuchte nun, die Schulden einzuklagen. Der Kunde allerdings bezweifelte, dass er an diese Firma zahlen müsse. Der Richter akzeptierte zunächst den Ausdruck als Beweismittel. Der Superior Court of New Jersey hat nun das Urteil wegen des Wikipedia-Artikels aufgehoben. Wörtlich heißt es: „Jeder, der über einen Internetzugang verfügt, kann einen Wikipedia-Account anlegen und jeden Eintrag in Wikipedia ändern.“ Somit könne auch jede Prozesspartei einen Artikel beliebig manipulieren, ausdrucken und dem Gericht vorlegen. Eine solche veränderbare Quelle sei „grundsätzlich unzuverlässig“ und keine, deren „Korrektheit vernünftigerweise nicht bezweifelt werden kann“, wie es für Beweise erforderlich sei.

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