To twitter or not to twitter

20 04 2009

Ich muss mal aufs Klo, mein Goldfisch Hansi hat Blähungen, ich bin seit zwei Minuten wieder Single und habe Heißhunger auf ein mehrstöckiges Sandwich. Die Mitteilungsbereitschaft der Twitter-Gemeinde ist grenzenlos. Ebenso grenzenlos wie das Interesse anderer an Banalitäten dieser und ähnlicher Güte. Dass Ashton Kutcher medienwirksam CNN hinter sich liegen lässt und als erster Twitterer auf eine Million (!) Anhänger blicken kann, 125.000 so genannte Follower innerhalb von 24 Stunden Oprah Winfrey auch noch in komprimierten Halbsätzen quasseln „hören“ wollen oder Ungeborene per Babyphon auf Webseiten mitzwitschern („I kicked Mommy at 10:13 PM“), spricht für die Notwendigkeit, sich mit dem Phänomen zu befassen. Schon allein der Gedanke, einen Gedanken in 140 Zeichen zu pressen, lässt jeden kritisch denkenden Menschen erschaudern. Gut, Twitter wurde nicht dazu geschaffen, Kulturgut zu transportieren, aber gibt es nicht bereits viel zu viel sinnlosen, unnützen, Datenleitungen verstopfenden, Zeit und Ressourcen verschwendenden Datenmüll? Besteht eine kulturelle Leistung nicht gerade darin, dass etwas Bleibendes geschaffen wird? Aber niemand kümmert sich um Angelinas Fußprobleme von 12:57 Uhr, wenn Jennifer um 12:58 Uhr bereits die Frage nach dem Salat zum Mittagessen aufwirft. Wurm-Attacken plagen Twitter, so konnte man kürzlich aus den Medien erfahren. Bleibt zu hoffen, dass ein mehrköpfiger Kerberos den ganzen Laden verschlingt. Aber Hunde zwitschern nicht.

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