Linktipp für Kritische

11 11 2009

Während ich seit Tagen mit Fieber und Kopfschmerzen kämpfe (und deshalb nicht zum Schreiben komme), wird mein Blog vom 10000. Besucher aufgerufen. Ein kleines Jubiläum. Übrigens: Die Blogger-Szene ist um ein Organ reicher: Tschuessdolo. Da pinkelt einer der Athesia und der Dolomiten-Redaktion anständig ans Bein und ist damit richtig erfolgreich. Sehr interessant.





Krimineller Star

8 11 2009

10936_169733469554_168963914554_2637742_318007_nDer Geldbote Tony Musulin ist 39 Jahre alt und vor ein paar Tagen mit 11,6 Millionen Euro, die der Banque de France gehören, spurlos verschwunden. Seinen Geldtransporter hatte man gefunden, von dem Fahrer und der Beute fehlte jedoch jede Spur – die Polizei fand seine Wohnung leergeräumt vor; der Unverheiratete und Kinderlose hatte seine Papiere mitgenommen und seine Konten abgeräumt. Man könnte nun meinen, dass ein solch kriminelles Vorgehen bei der Bevölkerung Entrüstung auslöst. Weit gefehlt. Auf Facebook ist Musulin ein Star. Es gibt Fanclubs, seine Aktion wird bewundert, er erhält „Bravo“-Zurufe, wird als Held gefeiert. Klar, böse Buben werden immer irgendwie bewundert. Robbie Williams darf grimmig dreischauen, (vor Ayda) Frauen abservieren, Stinkefinger zeigen, sich unrasiert und ungewaschen in der Öffentlichkeit zeigen etc., das mag das Publikum. Das ist aber ganz etwas anderes. Wie würden die 3.944 Fans des Tony-Musulin-Fanclubs reagieren, wenn es ihr Geld gewesen wäre? Aber „Just for fun“ ist alles in Ordnung.





Rammstein-Album zensiert

7 11 2009

rammstein-liebeDas Album „Liebe ist für alle da“ der deutschen Rock-Gruppe Rammstein wurde indiziert. Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichten die Musiker folgende Stellungnahme: „Urteilsspruch: Das neue Rammstein-Album ist auf Antrag des durch die Ministerin von der Leyen geführten Bundesministeriums indiziert worden und wird künftig lediglich unter der Ladentheke zu haben sein. Volljährige sollten ihren Ausweis nicht vergessen und dann beim Händler ihres Vertrauens nachfragen.





Die böse Maus

6 11 2009

Micky Maus ist langweilig. Und mit Langeweile kann man kein Geld verdienen. Deshalb entschied der familienfreundliche Disney-Konzern, ihr Aushängeschild aufzupeppen (oder abzupeppen, wie man es sehen will). Im Computerspiel „Epic Mickey“ bewegt sich nun die Figur durch eine kaputte Comic-Welt, die von kaputten Comic-Figuren bevölkert wird. Wunderbar. Warren Spector, einer der Erfinder dieser neuen Maus, wollte ihr die Möglichkeit geben, böse zu sein. Das klingt im Prinzip sogar plausibel. Aber wahrscheinlich hat er einfach zuviel „A Clockwork Orange“ gelesen oder geschaut und möchte jetzt Gott spielen.





retrakon-Umfrage #1

5 11 2009




Das Kreuz mit dem Kreuz und das Gebrechen mit den Gebetsräumen

4 11 2009

Straßburg, November 2009. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat entschieden, dass Kruzifixe in (italienischen) Klassenräumen nichts zu suchen haben. Damit wurde einer aus Finnland stammenden Klägerin aus Abano Terme in letzter Instanz recht gegeben. Das Kreuz im Klassenzimmer würde gegen die Religionsfreiheit verstoßen. Politiker aller Couleur zeigen wenig Verständnis und kündigen rechtliche Schritte an. Raum- und Zeitwechsel. Berlin, September 2009. Ein muslimischer Gymnasiast hat seine Schule erfolgreich verklagt und darf nun einen eigenen Gebetsraum fordern. Wird hier nicht mit zweierlei Maß gemessen? Gläubige Muslime sollten Möglichkeit und Gelegenheit haben, ihre Gebete zu verrichten. Ob dazu ein eigener Raum notwendig ist, sei dahingestellt. Ebenso sollte ein Kreuz in einem Klassenzimmer möglich sein, auch wenn nicht alle Schüler sich direkt damit identifizieren. Das Kruzifix ist mehr als ein religiöses Symbol, es ist Ausdruck einer zweitausend Jahre alten Tradition, die Gutes und weniger Gutes hervorgebracht hat, die jedoch unauslöschbar Teil unserer Vergangenheit ist. „Menschen, die nicht auf ihre Vorfahren zurückblicken, werden auch nicht an die Nachwelt denken.“ (Edmund Burke, 1729–1797).





Mehr als nur eine Karikatur?

3 11 2009

karikatur_klimawandel





Das Wissen schafft mich …

2 11 2009

Wenn man die Körpermaße von 1.100 Österreichern mit ihrem Glauben an übernatürliche Erscheinungen vergleicht, dann ergibt sich – dank einer aktuellen wissenschaftlichen Untersuchung, die in „Personality and Individual Differences“ publiziert wurde – das folgende Bild: Je kleiner bei der Geburt, desto offener für einen entsprechenden Glauben. Gut, ich war damals 50 cm lang, mein Sohn 52 cm. Was sagt mir das? Dass ich Österreicher sein muss, um in den Geltungsbereich dieser Studie zu fallen? Meine Großeltern wurden alle vor 1919 geboren – na, also. Aber das ist eine andere Geschichte. Muss man nun die russische Mutter, deren Kind bei der Geburt 7,75 kg wog, oder die chinesische Mutter, deren Kind 75 cm groß war, aus ganz anderen Gründen bemitleiden? Oder sind diese Kinder das Anti-Übernatürliche in Person? Ob das auch eine Studie belegen kann, wage ich zu bezweifeln. Eine Frage zwickt mich noch: Ich verstehe, dass man Vermutungen wissenschaftlich untersucht oder Experimente macht und zu einigen Erkenntnissen kommt, aber ich frage mich, wer auf die Idee kommt, Österreicher zu vermessen, um deren Affinität zu Übernatürlichem zu erklären?





Ehe ist Arbeit

1 11 2009

… sagen Obamas. Das wusste ich nicht. Jetzt ist der Papst womöglich noch für den Frieden. Es ist wie mit der Mickey-Mouse-Forschung. Jetzt kann sich jeder das Seine denken.





Die Globalisierung des ohnehin Globalen

31 10 2009

Das Internet gilt gemeinhin als Paradebeispiel für Weltverbindendes, sozusagen als Prototyp des Globalisierten. Dabei vergisst man, dass Internet-Adressen bisher nur aus lateinischen Buchstabenkombinationen (und eventuell arabischen Ziffern) bestehen dürfen – ohne dass dies eine Selbstverständlichkeit wäre. Die ICANN, die für die Vergabe von Domainnamen zuständig ist, hat nun beschlossen, ab Mitte November Domains mit nicht-lateinischen Zeichen zuzulassen. Wir werden uns in Zukunft also mit chinesischen und thailändischen und vielen anderen Symbolen abmühen. Ich bin schon gespannt, wie „http://www“ auf Kambodschanisch aussieht und welche Finger-Verrenkungen man auf der Tastatur vollbringen muss, um ขยันเปลี่ยนรูปนะ เอารูปเค้าขึ้นบ้างสิ อิอิ einzugeben. Noch etwas ganz anderes: Nazis haben es in Deutschland nicht geschafft, sich www.kz.de und www.ss.de zu reservieren. Vielleicht sind die mit nicht-lateinischen Zeichen schneller. Aber passt das zur Ideologie?