“Axolotl Roadkill”, der Erfolgs- und Skandalroman der 17-jährigen Autorin Helene Hegemann wurde in Kritikerkreisen wegen seiner frischen und frechen Sprache gefeiert. Nun stellte sich heraus, dass gerade diese Authentizität geklaut ist. Weite Strecken hatte Hegemann aus einem Blog abgeschrieben. Auf frischer Tat ertappt. Wie könnte man sich besser rechtfertigen, als dadurch, dass man behauptet, es wäre aus künstlerischer Sicht pure Absicht gewesen? Die Autorin verteidigt dieses Plagiat nun tatsächlich damit, dass die “Copy & Paste”-Technik zur so genannten Nullergeneration gehöre und deswegen auch glaubwürdig sei. Außerdem sieht sie in ihrem geistigen Diebstahl einen Umgang mit der Urheberrechtsproblematik und das Anrecht ihrer Generation zur Kopie und Veränderung von Texten. Es wundert mich ehrlich gesagt nicht. Es mag sein, dass niemand imstande ist, etwas wirklich Neues zu schaffen und jeder Vorbilder sucht, besitzt und pflegt. Und es war immer schon so, dass es Menschen gab, die die Kreativität anderer genutzt haben – und dafür ganz unterschiedlich bewertet werden (man denke nur an Bertolt Brecht). Aber der allzu leichte Griff nach CTRL-C und CTRL-V ist nicht so einfach mit künstlerischer Intention zu rechtfertigen – vor allem, wenn man erst davon spricht, wenn man ertappt wird.
Die faulen Ausreden der Helene Hegemann
9 02 2010Kommentare : 1 Kommentar »
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Heute E-Mail, morgen De-Mail
8 02 2010Eine E-Mail zu verschicken kostet im Grunde genommen gar nichts. Möchte man aber sichergehen, dass die Botschaft tatsächlich ankommt und der Absender nicht gefälscht werden kann, damit also auch rechtsverbindlich ist, so heißt der Dienst nicht mehr E-Mail, sondern De-Mail. Die Deutsche Post möchte dafür 20 Cent pro Mail verlangen, andere Anbieter wie 1&1 oder GMX machen es schon für die Hälfte. Die Konkurrenten wollen für den neuen Dienst vor allem große Versicherungen und Unternehmen anwerben, die Lohnabrechnungen, Rechnungen, Policen und Tarifänderungen bisher per Brief verschickten. Vorteile seien dabei Zuverlässigkeit und Datenschutz.
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Schlagwörter: Internet, Politik, Wirtschaft
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Facebook überholt Google News
7 02 2010Kommentare : Kommentar schreiben »
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Retrakon On Tour #1
6 02 2010Ein erklärungsbedürftiger Titel. Unter dieser Kategorie wird es in Zukunft Gedankensplitter geben, die sich aus interessanten Diskussionen im Zug ergeben. Im heutigen, ersten Fall war mein Gesprächspartner ein Retrakon-Leser und Kommentator und es ging, als ließe es sich nicht vermeiden, um China und die chinesische Gesellschaft. Dabei erinnerte ich mich an eine Reportage vor einigen Monaten, die einen bleibenden, leider aber negativen Nachgeschmack hinterlassen hat. Das Problem ist im Grunde genommen allgemein bekannt – und doch denkt kaum jemand ernsthaft an die gravierenden Folgen für die Zukunft. Durch Chinas seit 1979 verfolgte Ein-Kind-Politik und der Tatsache, dass viele Eltern ihr Ungeborenes abtreiben lassen, sollte es ein Mädchen sein, ergibt sich ein immer größer werdendes Ungleichgewicht der Geschlechter – bei einem Staat mit 1,33 Milliarden Einwohnern keine Kleinigkeit. Natürlich ist es offiziell verboten, Mädchen abtreiben zu lassen, weil sie Mädchen sind. Ein Jungenüberschuss von 20% spricht allerdings eine andere Sprache. In Zukunft werden viele Männer keine Frau finden, ganz einfach, weil es nicht genügend viele gibt. Dieses menschliche Grundbedürfnis nach Partnerschaft und (mehr oder weniger) exklusiver Zweisamkeit wurde und wird aus politischen und wirtschaftlichen Gründen missachtet.
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Schlagwörter: China, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Zukunft
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Facebook sammelt Daten über Nicht-Mitglieder
5 02 2010Facebook sammelt mit Hilfe seiner Nutzer auch über Nicht-Mitglieder Daten. Ein paar Beispiele:
1) Die Facebook-Applikation für das iPhone bietet bei der Einrichtung an, alle im Handy verfügbaren Kontakte an Facebook zu übertragen.
2) Bei der Einrichtung eines neuen Accounts bietet Facebook an, das eigene E-Mail-Konto zu durchsuchen, um Freunde auf Facebook zu finden. Gibt man die E-Mail-Adresse sowie das Passwort seines Mail-Accounts an, wird die eigene Mailbox durchforstet.
3) Verbindungen werden auch dann hergestellt, wenn ein Mitglied nach dem Namen eines Nicht-Mitglieds sucht oder wenn beide etwas gemeinsam haben, zum Beispiel Wohnort, Schule oder Arbeitgeber.
Facebook-Nutzer müssen sich bisher selbst um die Pflege der von ihnen hochgeladenen Daten aus dem Freundes- und Bekanntenkreis kümmern. Man kann sie zwar löschen, aber dies geschieht auf einer gut versteckten Seite.
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Schlagwörter: Datenschutz, Facebook, Internet, Web 2.0
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Erkenntnisgewinn oder narzisstische Selbstbespiegelung?
5 02 2010Formspring.me erlaubt es, sich von fremden Menschen Fragen stellen zu lassen – nach dem Motto “Frage einfach alles”. Den Hintergrund dazu beleuchtet der Artikel “Die Wahrheitsmaschine“.
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Schlagwörter: Internet, Twitter, Web 2.0
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Warum wir Smileys brauchen und nicht nur sie
4 02 2010Die digitalen Medien haben eine bemerkenswerte Eigenschaft: Sie ermöglichen schriftliche Kommunikation, die nicht-schriftlichen Regeln folgt. Anders formuliert: Es wird zwar getextet, gesimst und gechattet – alles in “gedruckten” Buchstaben -, aber das Gespräch selbst könnte so auch von Mund zu Mund stattgefunden haben. Das führt dazu, dass typische Zusatzinformationen wie Mimik, Gestik und meinetwegen auch Paraverbales fehlen. Das drängt uns dazu, dauernd Smileys zu setzen. Ich ertappe mich selbst dabei, immer wieder bei Belanglosigkeiten ein
dahinterzusetzen, damit noch mein Wohlwollen transportiert wird. Aber ist denn das überhaupt nötig? Ist mein Text ansonsten so unverständlich, dass es das braucht? Wenn er das ist, dann sollte ich überlegen, ob ich auf die Äußerung auch hätte verzichten können. Paraverbales wie zum Beispiel “äh” und “öh” filtern wir in einem Gespräch unbewusst heraus. Einige Schüler lieben es zwar, die “äh”s und “öh” ihrer Lehrer zu zählen, aber normalerweise schenken wir diesen wenig Aufmerksamkeit. Stellen wir uns nun vor, dass jemand in seiner schriftlichen Online-Kommunikation diese paraverbalen Eigenheiten weiter pflegt. Der Text wäre bzw. ist kaum zu verstehen, auf alle Fälle brauchen wir viel länger dazu. Es spricht nichts dafür, so etwas in digitalen Medien von sich zu geben, doch kommen hier ungeordnete Gedankenströme (James Joyce hätte seine Freude!) viel öfter vor als man glaubt. Einschlägige Foren und Blogs, die um einiges weniger Leser haben als Retrakon, dokumentieren das tausendfach. “ÄH ÄH ÖH ÖH da würde ich niemals süchtig machende stoffe reinmachen ! ^^ mh aber irgendwie seh ich doppelt hier steht überall das gleiche
) *sich aber doch noch nen Keks nimmt wenn Sw… “
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Schlagwörter: Blog, Facebook, Handy, Internet, Twitter, Web 2.0
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Macht das Internet glücklich?
3 02 2010Eine sehr geschätzte Leserin von Retrakon hat mich auf den Beitrag “Warum Bloggen glücklich macht” aufmerksam gemacht. Darin schreibt der Blogger, dass er viele gute Bekanntschaften über das Internet geschlossen hat. Weiters bezieht er sich auf eine Studie, die besagt, dass das Internet keine negativen Auswirkungen auf die Sozialbeziehungen von Jugendlichen hat. Anders formuliert: Bloggen und Facebooken macht tatsächlich glücklich. Das bringt mich zur Frage, wie es bei mir persönlich aussieht. Macht mich Bloggen glücklich? Kenne ich mehr Leute, weil es das Internet gibt? Schon die erste Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Rechne ich die Freude an guten Diskussionen gegen den Ärger durch schlechte auf, komme ich wahrscheinlich zu keinem Ergebnis. Warum mache ich das überhaupt? Vielleicht aus einem Egoismus heraus, für mich zu dokumentieren, was mich interessiert und beschäftigt. Früher habe ich das auf kleinen Zettelchen gemacht (was ich nicht aufgegeben habe), heute ist es zusätzlich ein Weblog. Würde mich das Bloggen wirklich unglücklich machen, hätte ich es wahrscheinlich schon wieder aufgegeben. Ein Glücksgefühl stellt sich meistens dann ein, wenn ein Beitrag von besonders vielen gelesen und/oder kommentiert wird. Das ist mir aufgefallen. Wie sieht es aber mit der zweiten Frage aus? Kenne ich mehr Leute durch das Internet? Ehrliche Antwort: Letzten Endes nicht. Ich darf mich insofern als Internet-Pionier bezeichnen, als dass ich mich damit seit 1993 beschäftige, das sind immerhin 17 Jahre. Als es die ersten Chatrooms gab, war das etwas Besonderes und es gab eine Zeit, in der ich diese auch viel genutzt habe. Dadurch sind einige Bekanntschaften entstanden, die sich mehr oder weniger lange gehalten haben. Wie sieht es damit aus? Ich habe zu niemandem mehr Kontakt, den ich nur online kannte. Sogar mein erster Facebook-Friend – Leilani aus … keine Ahnung mehr woher – ist nicht mehr in meiner Freundesliste. Vielleicht fehlt einfach die Zeit dazu, solche Freundschaften zu pflegen (dann wäre ich mit Frank Schirrmacher, dessen Buch “Payback” ich gerade lese, einer Meinung), vielleicht ist es auch die pure Oberfläche, die einem irgendwann auf den Geist geht (ja, wortwörtlich). Versöhnliches zum Abschluss: Mit den Leuten, die ich persönlich kenne, lässt sich per Internet oft sehr gut Kontakt halten. Zumindest darüber bin ich froh. Wie seht ihr das?
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Schlagwörter: Blog, Facebook, Internet, Web 2.0
Kategorien : Diskussion
Wenn man Alkohol mit Koffein mischt
2 02 2010
Buckfast Tonic Wine ist ein Getränk, das von Mönchen im Südwesten Großbritanniens hergestellt wird. Der Wein ist allerdings sehr umstritten, da er Alkohol mit Koffein kombiniert; eine durchschnittliche Flasche enthält die gleiche Menge Koffein wie acht Dosen Cola. Die BBC meldet nun, dass die schottische Polizei einen Zusammenhang zwischen der lokalen Kriminalitätsrate und dem Wein vermutet. In mehr als 5.000 Gerichtsfällen wurde der Wein namentlich erwähnt, in 114 wurde die Flasche sogar als Tatwaffe verwendet.
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Schlagwörter: Alkohol, Drogen, Gesellschaft
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Achtung Farmville!
1 02 2010Innerhalb weniger Monate hat es das Spiel “Farmville” im Online-Netzwerk Facebook auf knapp 75 Millionen Spieler gebracht. Virtuelle Bauern aus allen Teilen der Welt beackern seit Juni 2009 ihr kleines Stück Internet-Land. Verbraucherschützer warnen nun vor der Datensammelwut des Anbieters, einige Spieler berichten sogar von unerlaubten Konto-Abbuchungen. Dabei ist Farmville nur ein Spiel unter vielen: Fishville, Petville und Mafia Wars stammen ebenfalls aus dem Hause Zynga. Zynga macht mit den virtuellen Welten reales Geld. Bei dem schon genannten Farmville zum Beispiel kann man zwar zunächst kostenlos mit Fleiß “Erfahrungspunkte” sammeln und virtuelles Geld verdienen, um sich Saatgut und Tiere kaufen zu können. Dafür muss der Farmer – wie im richtigen Leben – regelmäßig nach seinen Pflanzen sehen, damit sie nicht eingehen. Will man aber ein Haus, auch in der virtuellen Welt ist dies natürlich ein Statussymbol, so kommt man mit echtem Geld viel schneller ans Ziel. Dafür braucht man ein PayPal-Konto oder eine Kreditkarte. Kritiker warnen aber davor, denn die Geschäftspraktiken und die Auffasssung von Datenschutz von Zynga und seinen Partnern sind oft mehr als dubios. In den USA wurde bereits eine Sammelklage eingereicht.
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Schlagwörter: Datenschutz, Facebook, Internet, Manipulation, Wirtschaft
Kategorien : Meldung
